Kuriose Mischung aus Bär und Katze mit Popcornduft

Kuriose Mischung aus Bär und Katze mit Popcornduft
Das Binturong-Weibchen zeigt sich schon im neuen Gehege - Foto: Zoo Hannover
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Die zwei Neuen im Erlebnis-Zoo Hannover sehen aus wie eine Mischung aus Bär und Katze und klettern meisterhaft wie ein Affe. Binturongs werden auch Marderbären genannt, gehören aber zu den Schleichkatzen. Die kurios aussehenden Tiere haben in den Regenwäldern Südostasiens eine wichtige Funktion für das Ökosystem, doch ihr Bestand ist gefährdet. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungsprogramms (EEP) will der Erlebnis-Zoo zum Erhalt der seltenen Binturongs beitragen.

Die Schleichkatzen sind langgestreckt, haben schwarz-braunes Fell, lange weiße Schnurrhaare an der eher spitzen Schnauze, Knopfaugen, lustige Puschel an den Ohren, große Pfoten mit ausgeprägten Krallen und einen buschigen, muskulösen Greifschwanz.

Eine Hand mehr

Dieser Greifschwanz funktioniert wie eine zusätzliche Hand. Mit ihm können sich die Binturongs an Ästen festhalten, auch wenn sie kopfüber durch die Bäume klettern. So bleiben die Vorderpfoten frei, um nach Nahrung zu suchen. Auch beim Balancieren im Geäst hilft der meist über einen halben Meter lange Schwanz und sorgt für mehr Stabilität.

Ihre Kletterkünste machen die Binturongs im Ökosystem Regenwald zur „Schlüsselart“, zu einer Tierart mit einem besonders positiven Einfluss auf ihren Lebensraum. Binturongs sind sogenannte Samenverbreiter: Sie fressen Früchte und scheiden deren Kerne unverdaut aus. Bei ihren Klettertouren verteilen sie die Samen auf diese Weise überall im Regenwald und tragen damit zum Erhalt der Biodiversität bei.

Abnehmende Spezies

Doch die wichtige Schlüsselart Binturong ist bedroht. Immer mehr Flächen im Regenwald werden abgeholzt, sodass die Tiere ihren Lebensraum verlieren. Außerdem werden Binturongs gefangen, zum Beispiel für die Nutzung in der „traditionellen Medizin“ oder um sie als Haustiere zu halten. Der Bestand hat während der letzten 30 Jahre um mehr als 30 Prozent abgenommen. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Binturong daher als „gefährdet“ eingestuft.

Im Rahmen eines europaweiten Erhaltungsprogramm (EEP) arbeiten die Zoos zusammen mit dem Ziel, eine genetisch vielfältige Reservepopulation der Binturongs in den Zoos zu erhalten. Aus dieser könnten Tiere später zur Wiederansiedlung im ursprünglichen Lebensraum bereitgestellt werden.  Der Erlebnis-Zoo Hannover hofft, dass sich die neuen Binturongs „Runa“ und „Golias“ gut riechen können und es in Hannover bald Nachwuchs bei den bedrohten Schleichkatzen gibt. Denn Binturongs haben ein „duftes“ Erkennungszeichen – der Geruch ihres Urins ist mit dem von frischem Popcorn vergleichbar. Die Tiere nutzen die Duftnote zum Markieren ihres Reviers und zur Kommunikation mit anderen Individuen.

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