Kampf gegen Corona: Koordinationsgruppe beschließt weitere Maßnahmen

Alle Veranstaltungen in Niedersachsen sind derzeit auf den Prüfstand. Zudem gibt es klare Quarantäne-Vorgaben für Schülerinnen und Schüler, die aus Risikogebieten zurückkehren. Die Koordinationsgruppe der Landesregierung zur Bekämpfung des Corona-Virus hat am Montag, 09.03.2020, eine detaillierte Analyse der Lage in Niedersachsen vorgenommen und konkrete Maßnahmen beschlossen. So soll auf das aktuelle Infektionsgeschehen reagiert werden.

Dr. Carola Reimann scvhlägt vor, Großveranstaltungen zu prüfen – Foto: JPH/Archiv

Alle größeren Veranstaltungen sollen auf den Prüfstand

Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann kündigte an: „Angesichts der dynamischen Entwicklung in Italien, Frankreich und steigenden Fallzahlen in Deutschland werden wir die Landkreise und kreisfreien Städte anweisen, alle Veranstaltungen auf ihrem Gebiet auf den Prüfstand zu stellen und kritisch zu hinterfragen, ob sie angesichts der derzeitigen Lage stattfinden können.“

Veranstaltungen mit überregionalem Charakter

Kriterium für eine Absage sei dabei nicht nur die Zahl der Teilnehmer: „Insbesondere Großveranstaltungen mit einem überregionalen Einzugsgebiet und Veranstaltungen bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass Menschen aus den vom RKI [Robert-Koch-Institut] definierten Risikogebieten oder aus Regionen kommen, die viele Covid-19 Fälle aufweisen, sollten von den Behörden vor Ort im Zweifel abgesagt werden.“ Dazu zählten beispielsweise auch hochklassige Fußballspiele, die derzeit besser ohne Stadionpublikum stattfinden sollten. Ebenso auch Konzerte von internationalen Interpreten mit großen Fangemeinden, so Ministerin Reimann.

Schülergruppen können in Quaratäne gehen

Auch für Schülerinnen und Schüler, die von Reisen in Risikogebiete zurückkehren, macht das Land klare Vorgaben. „Wir weisen die Gesundheitsämter an, diese Kinder und Jugendlichen nach ihrer Rückkehr vorsorglich zwei Wochen unter Quarantäne zu stellen, um den Schulbetrieb nicht zu gefährden und eine weitere Ausbreitung des Virus in Niedersachsen zu verhindern“, so die Gesundheitsministerin. Dazu Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne: „Diese Entscheidung begrüße ich sehr, denn sie stärkt die Schulleitung in ihrer Handlungssicherheit. Es ist klar, welche Maßnahmen durch die Gesundheitsämter durchgeführt werden und das erleichtert auch den Schulleitungen ihre Arbeit, insbesondere die Kommunikation mit den Elternhäusern. Es ist wichtig, dass die Gesundheitsämter die Schulen weiterhin so gut unterstützen und beraten wie zuletzt, denn die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens von Corona ist von einer hohen Dynamik gekennzeichnet.“

Darüberhinaus beobachtet die Landesregierung die Situation in Niedersachsen fortlaufend und bewertet sie kontinuierlich neu, so Gesundheitsministerin Reimann.

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