Hinweistafel am Kriegerdenkmal auf dem Sehnder Kirchfriedhof wird enthüllt

13. November 2018 @

Zum Frieden hat euch Gott berufen (1. Kor. 7,15)
Die evangelisch-lutherisch Kirchengemeinde lädt die Sehnder zur Enthüllung einer Hinweistafel vor dem Kriegerdenkmal auf dem Kirchhof Sehnde zwischen Mittelstraße und Breiter Straße in Sehnde ein. Das Schild soll am Freitag, 16.11.2018, um 15.30 Uhr angebracht werden.

Am Denkmal an der Kreuzkirche wird traditionell ein Kranz im Gedenken niedergelegt – Foto. JPH

Es ist der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde nicht unwichtig, wie wir mit Symbolen und Botschaften umgegangen wird, die aus vergangener Zeit stammen, aber in unsere Gegenwart hineinwirken. Das Kriegerdenkmal auf dem Kirchhof Sehnde passt deshalb mit seiner Botschaft nicht zur „Friedensbotschaft der Kirche“ und auch nicht zu den Feierlichkeiten des Volkstrauertages, bei denen dort regelmäßig ein Kranz niedergelegt wird. Denn der Volkstrauertag ist nach Ansicht der Kirche ein „Friedens-Mahn-Tag“. Die Botschaft des Kriegerdenkmals „verharmlost“ demzufolge aber Krieg und Leid, klammert Trauer, Vertreibung, Hunger, Seuchen und Elend als Folgen des Krieges völlig aus und verherrlicht den Heldentod.

Daher haben der Kirchenvorstand der Kirche zum Heiligen Kreuz und der Sehnder Ortsbürgermeister beschlossen, vor dem diesjährigen Volkstrauertag eine Tafel am Kriegerdenkmal aufzustellen, die auf diesen Widerspruch hinweist. Der Text, der auf der Tafel zu lesen sein wird, lautet:

Der Gedenkstein wurde vor Jahren mal beschmiert – Foto: JPH

>>Dieses Kriegerdenkmal wurde 1923 eingeweiht. Mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Sehnde erinnert es nichtnur an die Getöteten. Man wollte ihrem Sterben einen höheren Sinn geben. Das Denkmal ist Ausdruck des damals vorherrschenden Zeitgeistes. Die trauernde Kriegerfigur ruht nur zeitweilig. Auf der seitlichen Fläche ist noch Raum für die Namen Gefallener zukünftiger Kriege. Indem der Sinnspruch das Sterben auf dem Schlachtfeld verherrlicht, verharmlost er die Brutalität und rechtfertigt Krieg als Lösung zwischenstaatlicher Konflikte.
Aus christlicher Sicht müsste ein Kriegerdenkmal aber dazu mahnen, Kriege zu verhindern:
„Zum Frieden hat euch Gott berufen!“ (1. Kor.7,15)
Kirchenvorstand und Ortsbürgermeister, Sehnde im Jahr 2018<<

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