Die Wahren 96er starten barrierefreie Stadionerlebnis-Tour

19. Februar 2018 @

Die Wahren 96er, der Hannover 96 Fanclub des Klinikums Wahrendorff, arbeiten nun aktiv für mehr Aufmerksamkeit von seelisch- und geistig gehandicapten Menschen in der Behinderten-Fußballszene. Bereits seit vergangenem Jahr sind die beiden Vorstandsmitglieder Joachim Ziert und Volker Harmgardt der Aktion „96-Barrierefreies Stadion“ beigetreten und gestalten dort aktiv mit. „Uns beiden ist wichtig, in dieser Gruppierung mitzureden, um so neben den vielen Vertretern körper- und sehbehinderter Menschen die Wünsche und Bedürfnisse unserer Bewohner mit einem seelisch oder geistigen Handicap optimal zu vertreten“, so Volker Harmgardt. „Bisher ist uns das wunderbar gelungen und wir stoßen in der Runde und über die Grenze hinaus auf reichlich Interesse an unserer Arbeit im Klinikum Wahrendorff.“

Treffen der beiden Fanclubs „Die Wahren 96er“ mit Volker Harmgardt, Joachim Ziert und HSV-Gruppe „Die Igel“ mit Björn von Borstel und Fanny Boyn in der HDI-Arena – Foto: Reinhold Peisker

Jetzt im Februar konnte die erste barrierefreie Stadionerlebnis-Tour zum HSV nach Hamburg gestartet werden. Mit Unterstützung der Deutschen-Fußball-Liga (DFL) und gemeinsamer Aktion von Hannover 96, dem Behindertenbeauftragten Detlef Kühne, der Hamburger Inklusionschefin Fanny Boyn und dem Betreuer des Behindertenfanclubs HSV-„Die Igel“, Björn von Born, wurden zwölf Wahre 96er gemeinsam mit 28 weiteren behinderten Menschen von Mitarbeitern der Abteilung Behindertensport des Hamburger SV herzlich in Empfang genommen. Die Geschäftsführung des Klinikum Wahrendorff unterstützte den Besuch ebenfalls finanziell. „Das Konzept der Inklusion beschreibt eine Gesellschaft, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt und selbstbestimmt teilhaben kann. Inklusion ist kein Expertenthema – im Gegenteil. Sie gelingt nur, wenn möglichst viele mitmachen“, zeigt sich Heide Grimmelmann-Heimburg, Geschäftsführerin im Klinikum Wahrendorff, überzeugt.

Die Wahren 96er machten auf der Inklusionsfahrt in zahlreichen Gesprächen deutlich, dass ihr Fanclub sich überwiegend aus seelisch und geistig gehandicapten Menschen zusammensetzt und in der Behinderten-Fußballszene wenig Aufmerksamkeit genießt. Das wollen sie in Zukunft mit ihrem Dabeisein in der Fanszene ins Gleichgewicht rücken.

Es war ein langer Tag für die Teilnehmer. Um 11.45 Uhr gestartet, kam man um Mitternacht wieder in Wahrendorff an. Alle waren sich einig, eine solche Auswärtsfahrt sollte öfter stattfinden. Es gab auch einige Reisewünsche für die nächste Saison: Andreas K. möchte gerne nach München, Peter P. würde gerne wieder nach Hamburg fahren, Holger T. hat sich Berlin ausgedacht, Patrick F. favorisiert als Hamburger immer wieder die Hansestadt als Reiseziel, Horst K. sieht alle in Dortmund. Unabhängig vom tatsächlichen Reiseziel: Auf jeden Fall werden sie weiter Botschafter für die Inklusion psychiatrisch erkrankter Menschen sein.

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