Dauerfrost auch für Fische in Niedersachsen problematisch

Dauerfrost sind für Fische in Niedersachsen kritisch: Doch was gegen das Ersticken der Wasserbewohner unter der Eisfläche getan werden? Dazu veröffentlicht der Anglerverband Niedersachsen einen Faktencheck
Während viele von uns vom Schlittschuhlaufen träumen, ist das lang anhaltende Winterwetter in Niedersachsen für die Fische unter der Eisdecke ein knallharter Überlebenskampf. Vor allem flache, nährstoffreiche Stillgewässer leiden vielerorts unter Sauerstoffmangel. Eine geschlossene Eis- und Schneedecke verhindert den Lichteinfall und damit die Sauerstoffproduktion durch Wasserpflanzen. Tiere und Pflanzen ebenso wie Zersetzungsprozesse verbrauchen im Gewässer aber weiterhin Sauerstoff, der jedoch nicht wie sonst ergänzt wird.
Der Anglerverband Niedersachsen (AVN) klärt auf, woran man erste Anzeichen für ein „Winterfischsterben“ erkennt, was betroffene Angelvereine oder Gewässerbewirtschafter tun können und warum Schlittschuhlaufen für die Tiere zusätzlichen Stress bedeuten kann. Der neue Faktencheck mit dem Titel „Eiszeit – zugefrorene Gewässer, Sauerstoffmangel und Fischsterben: Ursachen, Gefahren und Empfehlungen für die Praxis“ kann von der Homepage des Fischerei- und Naturschutzverbandes kostenlos heruntergeladen werden.
Woran erkennt man, dass Gewässervereisung für Fische kritisch wird?
AVN-Biologe Andreas Maday erklärt: „Typische Warnzeichen für akute Sauerstoffdefizite sind Fische, die sich im Bereich von Eisöffnungen sammeln und dort nach Luft schnappen. Bereits verendete Tiere unter dem Eis sind ein eindeutiges Signal.“ Dies zeigt laut dem Experten, dass die Sauerstoffversorgung des Gewässers nicht mehr gegeben ist. Kritisch kann es werden, wenn der Wert auf weniger als ein Milligramm Sauerstoff pro Liter sinkt. Dafür gibt es gleich mehrere Ursachen.
Der Wind gewinnt
Wenn Winterwinde über das Wasser pusten, kommt Sauerstoff ins Wasser. Eis verhindert diesen natürlichen Prozess. Ein Tipp vom AVN-Mitarbeiter Maday: „Kleine Öffnungen in der Eisdecke ermöglichen den Gasaustausch mit der Atmosphäre.“ Am besten schafft man diese mit einer Motorsäge. Mehrere kleinere Öffnungen sind dabei günstiger als eine große. Auch dienen solche Öffnungen den Fischen als Atemlöcher. Alternativ kann auch eine künstliche Belüftung mittels Pumpen helfen.
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