Ungewöhnlicher Einsatz: Seenotretter verhindern Notwasserung eines Heißluftballons

24. August 2019 @

Einen derart ungewöhnlichen Havaristen hatten die Seenotretter wohl noch nie auf dem Haken: Mit der ganzen Kraft des knapp 300 PS starken Seenotrettungsbootes „Hecht“/Station Zinnowitz haben die Usedomer Freiwilligen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Donnerstagabend, 22. August 2019, einen fahrenden Heißluftballon in Schlepp genommen. Damit haben die Seenotretter dem Piloten und seinen vier Gästen wohl eine Notwasserung im Achterwasser erspart.

Volle Kraft voraus, Kurs: Heißluftballon: Einen derart ungewöhnlichen Havaristen hatten die Seenotretter wohl noch nie auf dem Haken – Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Zunächst sah alles nach einem Routinetraining der DGzRS-Besatzungen mit ihren Seenotrettungsbooten Hecht und Otto Behr aus. Jeden Donnerstagabend treffen sich die freiwilligen Seenotretter, um zu üben, Kontrollfahrten zu unternehmen und die moderne Technik instand zu halten. Vormann Michael Hackenschmid beobachtete dieses Mal seine trainierenden Kollegen von Land aus, als er gegen 20.15 Uhr von einem Mitglied der Bodencrew eines Heißluftballons angesprochen wurde. „Der Mann bat uns darum, das Landen des Ballons abzusichern, weil der Pilot fürchtete, die Insel zu verfehlen und im Achterwasser niederzugehen.“

Kurzerhand nahmen die Seenotretter den Mann an Bord des Seenotrettungsbootes Hecht. Da Ballone nicht über Seefunkgeräte verfügen, war das Funkgerät des Mannes die einzige Möglichkeit, mit dem Piloten zu kommunizieren. Nach schneller Klärung der technischen Möglichkeiten ließ der Pilot eine 50 Meter lange Leine herab. „Damit haben wir den Ballon kurzerhand in Schlepp genommen“, berichtet Hackenschmid. Die kraftvolle Maschine des Seenotrettungsbootes genügte, um den Ballon soweit abzubremsen, dass er sicher auf einer Wiese neben dem Zinnowitzer Hafen landen konnte. „Anderenfalls hätte er wohl notwassern müssen. Für uns war das keine große Sache, aber den Ballonfahrern haben wir damit wohl eine nasse Überraschung erspart“, sagt der erfahrene Seenotretter-Vormann Hackenschmid.

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