Kultusministerium antwortet zu Abordnungen der KGS

6. Juli 2019 @

Sehr schnell hat das niedersächsische Kultusministerium reagiert und auf die Anfrage der Sehnder Landtagsabgeordneten Dr. Silke Lesemann zur Situation an der KGS Sehnde eine umfängliche Antwort bereitgestellt. Diese Antwort beinhaltet auch Aufstellungen zur Unterrichtsversorgung an der KGS und anderen Regionsschulen sowie zur Neueinstellung und Anwerbeproblematik von Lehrkräften. Zudem bietet die Schulbehörde der Schule an, sie bei der Lösung der Stundenplanungen und AG-Besetzungen zu unterstützen.

Das Kultusministerium bewertet die Situation als nicht dramatisch – Foto: JPH – Foto: JPH

In der Region Hannover liegt nach der Statistik die Unterrichtsversorgung mit Stichtag 23.08.2018 bei 99,1 Prozent im Durchschnitt, Hannover Stadt erreicht 99,2 Prozent, die Region Hannover 99,8 Prozent. Zum 01.02.2019 wurden in der Region Hannover 387 neue Lehrkräfte eingestellt, niedersachsenweit 1137. Am besten stellt sich die Unterrichtsversorgung in der Regionalabteilung Osnabrück dar mit 99,8 Prozent, am anderen Ende der Skala liegt die Regionalabteilung Hannover mit 99,1 Prozent.

Aus Sicht des Kultusministeriums stellt sich die aktuelle Lage an der KGS so dar:

Unterrichtsversorgung an der KGS

Den Angaben des Kultusministeriums zufolge betrug die Unterrichtsversorgung der KGS Sehnde am Stichtag 23.08.2018 101,4 Prozent. Am 01.02.2019 umfasste das Abordnungsvolumen der Schule 50 Stunden für voraussichtlich eineinhalb Jahre. Ab 01.08.2019 kommen dort noch einmal 60 Stunden für ein Jahr dazu, die im eigenen Stadtbereich oder in direkten Nachbarkommunen zu leisten sind. Unterstützt werden damit Sehnder Grundschulen: Mit 18 Stunden die Grundschule Rethmar und mit 26 Stunden die Grundschule Breite Straße. Dazu kommen zwei Grundschulen in Laatzen mit je 10 Stunden und eine Grundschule in Uetze mit 14 Stunden. Außerdem erhält die Oberschule Hämelerwald ein Stundenpaket von 30 Stunden. So setzen sich die jetzt verfügten 110 Stunden zusammen, wobei offensichtlich zwei Stunden nicht benötigt werden. Im aktuellen Einstellungsverfahren hatte die KGS Sehnde zudem eine Stelle bekommen, die mit einer Lehrkraft für Sonderpädagogik besetzt wurde.

Damit ergibt sich nach den Berechnungen des Ministeriums zum aktuellen Stand bei 2747,7 Lehrkräfte-Soll-Stunden die Anzahl von 2772 Lehrkräfte-Ist-Stunden, was der Versorgung mit rund 101 Prozent entspricht. Darin enthalten ist die Abordnungen von bisher drei Förderschullehrkräften, wobei das Kultusministerium noch nicht weiß, ob diese Abordnungen aufrecht erhalten werden können, da die Schule jetzt über eine eigene Lehrkraft in diesem Bereich verfügt. Hier wird es eine Abstimmung mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde (NLSchB) geben.

Die Unterrichtsversorgung liegt noch bei rund 99 Prozent – Foto: JPH

Weitere Abordnungen im kommenden Schulhalbjahr schließt das Ministerium aus, die neuen Planungen dazu erfolgen bei der NLSchB zum 01.02.2020.

Kurzfristige Information der KGS über die Abordnung

Die Schulen werden über bevorstehende Abordnungen gemäß des Terminplans der NLSchB informiert. Dies ist in diesem Jahr für alle Schulen – auch für die KGS Sehnde – am 14.06.2019 erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt sind nach Meinung des Kultusministeriums die Stundenpläne noch nicht abschließend erstellt – zumal die auch abhängig sind von den Einstellungsverfahren neuer Lehrer. Zudem wird regelmäßig auf den Schulleiterdienstbesprechungen über benötigte Abordnungen von Schulen des Dezernats 3 an Schulen des Dezernats 2 informiert – auch über den Mangel an Grund-, Haupt- und Realschullehrern. Daraus sollte nach Auffassung des Ministeriums auch erkennbar sein, dass die Vakanzen nicht komplett durch Neueinstellungen besetzbar sein werden.  Eine Vakanz in der Schulleitung der KGS soll bei einem Bewerber schnellstmöglich beseitigt werden, wird sich aber noch etwas strecken, da auch hier ein Nachfolge zu planen ist..

Streichung von Zertifikaten wegen fehlender Arbeitsgemeinschaften nicht automatsich

Hier gibt das Ministerium Entwarnung, denn die Streichung von Zertifikaten erfolgt nicht automatisch mit dem Wegfall entsprechender Arbeitsgemeinschaften. Allerdings muss die Schule im „Rezertifizierungsverfahren“ nachweisen, dass sie die Anforderungen des Zertifikates noch erfüllt.

Eine Streichung aller Arbeitsgemeinschaften ist nicht zwingend, meint das Ministerium – Foto: JPH

Die NLSchB hat aber unabhängig davon bei der Berücksichtigung der Gesamtunterrichtsversorgung eine gleichmäßige Unterrichtsversorgung überall sicherzustellen. Oberste Priorität liegt dabei auf der Sicherstellung des Pflichtunterrichts sowie der Verlässlichkeit der Grundschulen. So kommt das Ministerium trotz der Abordnungen von 108 Stunden bei der KGS zu dem Schluss, dass die Schule nach aktuellem Stand auch im 1. Halbjahr des neuen Schuljahres besser versorgt ist, als viele der anderen weiterführenden Schulen  in der Region Hannover. Auch eine zu späte Information durch die NLSchB kann das Ministerium nicht feststellen, denn diese kann natürlich erst erfolgen, wenn klar ist, welche ausgeschriebenen Stellen zum neuen Schuljahr nicht besetzt werden können.

In Bezug auf die Ankündigung der Schule, alle AGs kürzen oder streichen zu wollen, bietet die NLSchB eine Beratung an.  Aufgrund der darge­stellten Versorgungssituation unter Berücksichtigung der kapitalisierten Lehrkräftestunden für den Ganztagsbetrieb (rund 100 Stunden), ist diese Ankündigung vonseiten des Ministeriums nicht als zwingend notwendig nachvollziehbar.

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