Kirchenkreistag verpflichtet Kirchenkreis einstimmig auf den „Weg des gerechten Friedens“

6. Dezember 2019 @

Aufgrund der Zunahme von Populismus und Rechtsextremismus hat der Kirchenkreistag des evangelisch-lutherischen  Kirchenkreises Burgdorf seine Gemeinden, Einrichtungen und Dienste auf einen „Weg des gerechten Friedens“ verpflichtet. Der Kirchenkreistag votierte in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch, 4. Dezember 2019, im Gemeindehaus der Lehrter Matthäus-Kirchengemeinde einstimmig für eine entsprechende Resolution. Zuvor wurde in dem Gremium der differenzierte Charakter der Erklärung gewürdigt.

Susanne Paul bei der Einbringung der Resolution vor dem Kirchenkreistag – Foto: Stefan Heinze

7 Artikel hat die Resolution

In der Präambel der Resolution heißt es: „Im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Burgdorf setzen wir uns für einen Frieden ein, der weit über politische und militärische Vorstellungen hinausweist und im biblischen Sinne des „Schalom“ eine umfassende Bewahrung der Schöpfung und eine umfassende gerechte Verteilung der Lebensressourcen für alle Menschen umschließt.“ Im Folgenden werden dann die Bekenntnisse zur Menschenwürde ( Artikel 1), zu den Menschenrechten (2), zur Demokratie (3), zu Europa (4), gegen Populismus (5), zur Förderung des ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog (6) sowie zur Bewahrung der Schöpfung (7) in ihren Dimensionen von Gaben und Handlungsverpflichtungen näher entfaltet.

Auslöser für die Resolution war eine Klausurtagung der Konferenz der hauptamtlichen Mitarbeitenden im vergangenen Jahr in Dresden unter dem Titel „Mal nach dem Rechten sehen“ rund um die Themen von Rechtsextremismus und Populismus.

Einbringungsrede von Pastorin Susanne Paul

Eingebracht wurde die Resolution von Susanne Paul, Pastorin der Martin-Luther-Gemeinde Ehlershausen – Ramlingen – Otze und Mitglied der Arbeitsgruppe „Demokratie“ der Kirchenkreiskonferenz. Sie führte dabei unter anderem aus: “ Klar leben wir friedlich miteinander, könnten wir sagen. Aber es gibt eben auch das andere: der alltägliche Rassismus, die größer werden Spannung zwischen arm und reich, politische Auseinandersetzung, die unterhalb der Gürtellinie stattfinden, Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts, aufgrund der sexuellen Orientierung und vieles mehr. All das gibt es mitten unter uns und um uns herum in unserer Gesellschaft.“ Und fügte hinzu: Wir erleben, wie populistische Haltungen Mehrheiten finden und die Demokratie anfragen und verächtlich machen. In solchen Momente sollten wir uns erinnern, wofür wir als Christen und Christinnen einstehen, was Gott uns zumutet und zutraut. Wir haben eine Verantwortung, Gesicht zu zeigen und wir tun dies an vielen Orten in unseren Gemeinden, im Kirchenkreis.

Dabei soll es nicht bei Worten bleiben, sondern die Kirche will in allen fünf Regionen Veranstaltungen zum Thema Populismus anbieten. Insgesamt ist an die Durchführung von bis zu sieben Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen gedacht, drei davon im Antikriegshaus Sievershausen und weitere drei oder vier an verschiedenen Orten im Kirchenkreis Burgdorf, alle von April 2020 an.

Die Resolution steht hier zum Download bereit.

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