Seenotretter für zwei Schwerverletzte auf der Nordsee im Einsatz

Vor den Nordseeinseln Norderney und Sylt sind die Seenotretter am Mittwochnachmittag, 2. Oktober 2019, für zwei schwer verletzte Menschen im Einsatz gewesen. Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) liefen aus, um einem lebensgefährlich unterkühlten Surfer und einem schwer verletzten Segler Hilfe zu bringen.

Seenotrettungskreuzer „Pidder Lüng“ mit Arbeitsboot „Michel“ – Foto: Felix Kersten
Surfer in List gerettet

List: Gegen 17.30 Uhr erfuhr die Seenotleitung Bremen der DGzRS von einem Surfer, der an der Nordspitze Sylts in Not geraten war. Dessen Notlage hatte ein anderer Surfer bemerkt und die Seenotretter alarmiert. Der Seenotrettungskreuzer „Pidder Lüng“/Station List fand den stark unterkühlten Mann nach kurzer Suche im Königshafen, der Bucht zwischen dem Listland und der Halbinsel Ellenbogen.

Mit dem Arbeitsboot „Michel“ nahmen die Seenotretter den etwa 40 bis 50 Jahre alten Surfer an Bord. „Er war bereits so stark unterkühlt, dass er zu zittern aufgehört hatte. Seine Körpertemperatur betrug nur noch 33 Grad“, berichtet Vormann Mathias Rönnau. Nach eigenen Angaben hatte der Mann sein Segel verloren und trieb bereits seit rund zwei Stunden in der 15 Grad Celsius kalten Nordsee. Die Seenotretter versorgten ihn mit wärmenden Decken und übergaben ihn in List in die Obhut des Landrettungsdienstes.

Segler vor Norderney geborgen

Norderney: Etwa zeitgleich waren die Norderneyer Seenotretter im Einsatz. Um kurz vor 18 Uhr funkte der Skipper einer Segelyacht etwa zehn Seemeilen (rund 18 Kilometer) nördlich der Insel Pan-Pan (Dringlichkeitsmeldung). Bei Nordwestwind um sechs, in Böen bis acht Beaufort mit schwerem Seegang und Wellenhöhen zwischen zwei und drei Metern hatte sich ein Segler unter Deck des etwa elf Meter langen Bootes schwere Verletzungen zugezogen.

Die Seenotleitung Bremen der DGzRS sandte den derzeit auf Norderney stationierten Seenotrettungskreuzer „Vormann Jantzen“ und den ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 26 aus Sanderbusch zu der Segelyacht, die den Seenotrettern entgegenfuhr. Die Funkberatung des Skippers übernahm ein Notfallsanitäter der Johanniter am medizinischen Arbeitsplatz in der Seenotleitung Bremen der DGzRS.

An eine Abbergung des Schwerverletzten war aufgrund der Wetterverhältnisse im gefährlichen Seegatt zwischen den Inseln allerdings nicht zu denken. Die „Vormann Jantzen“ geleitete die Yacht deshalb zunächst ab der Tonne Dovetief 4 sicher in den Hafen von Norderney. Dort nahmen die Seenotretter das Boot längsseits. Medizinisches Personal des Hubschraubers und von der Insel kümmerte sich an Bord um den Schwerverletzten. Anschließend wurde er ins Krankenhaus gebracht.

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