Polizeieinsatz anlässlich des Niedersachsenderbys zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96

Polizeieinsatz anlässlich des Niedersachsenderbys zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96
Pyrotechnik ist im Stadion immer gefährlich und gehört genauso wie Raketen und Böller dort nicht hin - Foto: JPH/Archiv
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Historisch geprägt stand auch das Zweitligaspiel am Sonntag, 25.10.2026, zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 in einem besonderen polizeilichen Fokus. Durch die Polizeiinspektion Braunschweig wurde deshalb ein entsprechender Einsatz mit rund 800 Beamten beplant.

Wie auch schon bei vergangenen Einsätzen wurde der Einsatz zuständigkeitsübergreifend wieder in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizeiinspektion in Hannover, die mit rund 300 Beamten im Einsatz waren, vorbereitet und gemeinsam bewältigt. Darüber hinaus beteiligten sich gewohnheitsgemäß Bereitschaftspolizeieinheiten der Zentralen Polizeidirektion am Einsatz.

Bewährtes Einsatzkonzept

Das Einsatzkonzept war die Grundlage für die Bewältigung dieser schwierigen Einsatzlage. Kleinere Vorfälle im Vorfeld des Spiels sowie das nicht hinnehmbare Fehlverhalten, vor allem der Anhängerschaft aus Hannover zum Ende des Spiels, trüben erheblich die Bilanz des Einsatzes.

Begleitet durch die Bundespolizei nutzen etwa 1.900 Anhänger aus Hannover einen Entlastungszug der Westfalenbahn, um zum Hauptbahnhof in Braunschweig zu gelangen. Von hier aus wurden die 96er mit Bussen um Stadion gefahren.

Fanmarsch der Braunschweiger mit Verletzten

Durch die Braunschweiger Anhänger erfolgte im Vorfeld des Spiels ein Fanmarsch mit zirka 2.000 Personen zum Stadion. Im Rahmen des Fanmarsches wurden insgesamt vier Personen durch Feuerwerkskörper, die aus dem Fanmarsch heraus gezündet wurden, verletzt. Ein Mitarbeiter der BSVG wurde ebenfalls verletzt, so dass dieser in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Einsatz von Pyrotechnik

Während des Spiels kam es innerhalb beider Fanlager zum Abbrand von Pyrotechnik. Leider kam es insbesondere in der Nachspielzeit zu vermehrtem Einsatz von Pyrotechnik aus dem Gastbereich in Richtung des benachbarten Heimfanbereiches.

Unter anderem wurden Besucher des Spiels und Ordnungskräfte sowie Polizei und Rettungskräfte mit Raketen beschossen. Ein Besucher und eine Polizeibeamtin wurden dadurch leicht verletzt. Gesamteinsatzleiter Thomas Bodendiek, der Polizeiinspektion in Braunschweig, und Martin Kröger, Einsatzleiter der Bundespolizei, bewerteten den Einsatz wie folgt: „Wir beide sind mit dem Einsatzverlauf nicht zufrieden, wenngleich das Betreuen der Reisewege und auch das Agieren der Einsatzkräfte rund um das Eintracht-Stadion vorbildlich ablief. Dies ist auf eine erneute enge Zusammenarbeit und taktisch gut aufeinander abgestimmte Vorbereitung des Fußballeinsatzes zurückzuführen. Der Einsatz der Landes- und Bundespolizei in zum Teil gemeinsamen Einsatzabschnitten hat sich wieder sehr bewährt und war ein Erfolgsgarant für den reibungslosen Ablauf des Einsatzes. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass auf unnötige Provokationen aus dem Umfeld von Hannover 96 seitens der Braunschweiger Fanszene nicht eingegangen wurde. Dieses besonnene Verhalten trug maßgeblich dazu bei, dass weitere Eskalationen erst gar nicht entstanden sind. Zu verurteilen und durch nichts zu rechtfertigen sind jedoch der massive und auch gefährdende Missbrauch von Pyrotechnik, vor allem aus den Gästefanbereich. Gerade durch gezielte Angriffe auf Einsatzkräfte und Besucher im Heimbereich wurde eine rote Linie überschritten. Ein solches Verhalten ist nicht zu tolerieren und kann lebensgefährlich sein. Diese Übergriffe werden wir konsequent verfolgen. „

Auch Thomas Ring, Präsident der Polizeidirektion in Braunschweig, verfolgte den Einsatz vor Ort und hat gerade zu den Vorkommnissen in der Nachspielzeit eine klare Meinung: „Unser Einsatzkonzept ist aufgrund der sehr guten Planung und Vorbereitung aufgegangen. Ich verurteile das Verhalten der Hannoveraner Fans aufs Schärfste. Das hat nichts mehr mit Fankultur zu tun! Wer vorsätzlich Feuer legt und Fans und Feuerwehrleute mit Raketen und Böller beschießt, gehört nicht ins Fußballstadion.“

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