Polizei in Hannover startet Präventionsoffensive gegen Trickbetrüger

Polizei in Hannover startet Präventionsoffensive gegen Trickbetrüger
Die Polizei startet eine Präventionswoche gegen Trickbetrug in der Region Hannover - Foto: JPH
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Sie rufen unter der Legende eines falschen Polizeibeamten an, geben sich als hilfsbereite Handwerker aus oder fordern via WhatsApp dringende Überweisungen: Trickbetrüger und Trickdiebe haben es wieder in der Region und Stadt Hannover gezielt auf das Hab und Gut älterer Menschen abgesehen. Die Folgen für die Betroffenen sind oft verheerend – finanziell wie psychisch. Um dieser Entwicklung entschieden entgegenzutreten, veranstaltet die Polizeidirektion in Hannover vom 14. bis 28. Januar 2026 im gesamten Zuständigkeitsbereich Aktionswochen gegen Trickbetrug und Trickdiebstahl.

Verschiedenste Maschen

In den letzten Wochen häufen sich im Bereich der Polizeidirektion Hannover wieder Fälle der „falschen Polizeibeamten“. Hierbei suggerieren die Betrüger am Telefon eine drohende Gefahr durch Kriminelle für das Vermögen der Betroffenen und drängen sie dazu, Geld oder Schmuck zur angeblichen „Sicherung“ vor die Haustür zu legen oder an vermeintlichen Polizisten zu übergeben. Dabei nutzen die Täter spezielle Techniken, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen eine anonyme oder vorgetäuschte Rufnummer, z. B. aus dem Vorwahlbereich des Angerufenen, erscheinen lässt. Auch an der Haustür schrecken sie in vielen Fällen nicht davor zurück, gefälschte Dienstausweise vorzuzeigen, um sich Zutritt in die vier Wände der Betroffenen zu verschaffen und dort Schmuck und Bargeld zu entwenden. Die Täterinnen und Täter nutzen gezielt die Gutgläubigkeit, Hilfsbereitschaft, das Vertrauen in die Polizei und teilweise auch die soziale Vereinsamung der Betroffenen aus.

Ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt die Notwendigkeit der intensiven Präventionsarbeit deutlich. Besonders die Schadenssummen verdeutlichen die Skrupellosigkeit der Täter. Während die Schadenshöhe im Jahr 2021 noch bei 625.178 Euro lag, verdoppelte sie sich bereits im Folgejahr auf 1.154.580 Euro und erreichte im Jahr 2023 die Summe von 2.281.262 Euro. Auch für das Jahr 2024 blieb der Schaden mit 1.343.383 Euro hoch, und die aktuellen Prognosen für 2025 deuten erneut auf eine Schadenssumme im unteren siebenstelligen Bereich hin.

Präventionsangebote der Polizei

Aus diesem Grund richten sich die Präventionsexperten der Polizei in dem Aktionszeitraum und darüber hinaus gezielt an Menschen ab etwa 70 Jahren oder alleinlebende Personen. Gleichzeitig werden Kinder und Enkelkinder als wichtige Multiplikatoren aufgerufen, das Thema in die Familien zu tragen. Während des Aktionszeitraums bietet die Polizei in der gesamten Region zahlreiche Beratungsformate an. Geplant sind Vorträge, Infostände in Einkaufszentren sowie persönliche Gespräche im öffentlichen Raum durch Präventionsteams.

Vorläufige Übersicht der Veranstaltungen in der Ostregion:

  • 15.01.2026, 09:00 bis 12:30 Uhr – Informationsstand auf dem Wochenmarkt Uetze am Hindenburgplatz
  • 17.01.26, 15:00 Uhr – Informationsstand der Prävention der Polizei in Hannover „Trickbetrug“, Eisstadion Pferdeturm
  • 20.01.2026, InfoPoint der Prävention der Polizei Langenhagen im CCL Langenhagen
  • 22.01.26, 10:00 Uhr, Enkeltrickstreife, Ansprechen und Informieren, im Revierbereich Polizeikommissariat Bemerode
  • 28.01.2026, 15 Uhr, Vortrag/Themennachmittag Enkeltrick und Co. im SoVD-Beratungszentrum Burgdorf in der Wilhelmstraße 3

Mindestschutz beachten

Um sich effektiv zu schützen, rät die Polizei Hannover zur konsequenten Einhaltung einiger weniger Verhaltensregeln.

  • Die Polizei ruft niemals unter der Notrufnummer 110 an und wird niemals die Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen verlangen.
  • Wer am Telefon unter Druck gesetzt wird oder nach seinen finanziellen Verhältnissen ausgefragt wird, sollte das Gespräch sofort beenden. Ein einfaches Auflegen ist in solchen Situationen kein Zeichen von Unhöflichkeit, sondern der effektivste Schutz vor Betrug.
  • Grundsätzlich sollten niemals Unbekannte in die eigene Wohnung gelassen werden. Bei angeblichen Amtspersonen ist die sorgfältige Prüfung des Dienstausweises unerlässlich. Im Zweifelsfall sollte man die entsprechende Behörde oder das Unternehmen selbst anrufen, wobei die Telefonnummer eigenständig recherchiert werden muss. Während dieses Telefonats sollte der Besucher vor der verschlossenen Tür warten.
  • Ist man unsicher, sollte immer eine Vertrauensperson herangezogen werden.

Weitere Informationen sind bei der Polizeiberatung der Länder und des Bundes im Internet zu finden.

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