Obdachlose erleiden Verätzungen im Hals

Im Verlauf von drei Wochen haben zwei Männer im Alter von 30 und 50 Jahre in Hannovers Innenstadt Verätzungen im Bereich der Speiseröhre erlitten. Zuvor hatten sie laut Polizei jeweils vom einer unbekannten Person eine Flasche geschenkt bekommen. Dabei hatten die „Beschenkten“ angenommen, es handle sich um gewöhnliche Wodka-Flaschen. Der Flascheninhalt bestand jedoch aus einer ätzenden Flüssigkeit oder war zumindest damit versetzt.

Zwei Fälle von falschem Wodka
Vermeintlichen Wodka an Obdachlose „verschenkt“ – Foto: JPH

Eine zum jetzigen Zeitpunkt unbekannte Person schenkte am 21.01.2021 einem 50 Jahre alten Mann gegen 3 Uhr am Steintorplatz eine Glasflasche, die für den Mann wie eine gängige Wodka-Flasche aussah. Beim Trinken daraus erlitt er Verätzungen der Speiseröhre und musste stationär im Klinikum Nordstadt aufgenommen werden.

Ebenfalls gegen 3 Uhr schenkte am 06.02.2021 ein derzeit noch unbekannter Mann einem 30 Jahre alten Obdachlosen eine Glasflasche, die auch dieser für eine handelsübliche Flasche Wodka hielt. Auch der 30 Jahre alte Mann trank daraus und erlitt im Anschluss leichte Verletzungen im Hals. Eine medizinische Behandlung war in diesem Fall nicht notwendig.

Ermittlungen laufen, Zeugen gesucht

Die Polizei ermittelt nun in beiden Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung. Ob es zwischen den beiden Fällen Zusammenhänge gibt und ob es sich um denselben Täter handelt, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden.

Da beide verletzten Männer derzeit obdachlos sind, wurde – begleitend zur Ermittlungsarbeit – durch die Polizei der Kontakt zu verschiedenen Anlaufstellen und Einrichtungen in Hannover für Obdachlose gesucht und auf Grundlage dieser beiden Taten vor ähnlichen Vorfällen gewarnt. Darüber hinaus wurden Hannovers Polizeiinspektionen und -kommissariate, deren Beamte auch zur Nachtzeit in Hannover unterwegs sind, über die vorliegenden Fälle informiert und sensibilisiert.

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