Photovoltaikfeld der Energiegenossenschaft in Sehnde in Betrieb genommen

Das neue Photovoltaikfeld (PV-Feld) an der B 443 zwischen Sehnde und Lehrte auf Iltener Gebiet ist am Mittwoch, 29.04.2026, durch die Energiegenossenschaft Lehrte-Sehnde-Algermissen-Burgdorf (EG) in Betrieb genommen und ans Netz gebracht worden. Damit hat die Genossenschaft im Beisein von Vorstand und Aufsichtsrat nun das nächste Großprojekt realisiert.
Energiewende vor Ort
Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft, Vertreter der Stadtwerke, Stromanbieter und Baufirmen waren eingeladen, an der Inbetriebnahme des großen Solarfeldes an der B 443 teilzunehmen und das aktuelle Großprojekt der EG kennenzulernen. Der Lehrte Bürgermeister Frank Prüße begrüßte rund 35 Gäste, die alle mit dem Feld zu tun hatten oder haben. Er würdigte die Arbeit aller Beteiligten, dankte den Planern und Machern und führte aus, dass die EG nun auf dem Strommarkt aktive werden müsse. Immerhin liefert das größte Feld der EG rund 7 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.
In seiner Begrüßung als Mitglied des Aufsichtsrates und als Sehnder „Hausherr“ hieß Bürgermeister Olaf Kruse die Gäste auf der Gemarkung zwischen Bahnstrecke und B 443 willkommen. „Die 11.301 Module können rund 2.000 Haushalte mit Strom versorgen“, führte er aus, „und die Kommune partizipiert mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde an den Einnahmen. Und die Anlage beweist: Energiewende findet nicht abstrakt statt, sie findet hier vor Ort statt. Das PV-Feld ist ein Meilenstein für Sehnde.“
Technischer Meilenstein für die EG
Die Anlage, so der technische Vorstand der EG, Björn Rust, ist in zahlreichen Gewerken realisiert worden, von der Gründung über das Ständerwerk, dem Modulaufbau und die Trafostationen bis hin zum Übergabepunkt an die Avacon. Gebaut auch von im hiesigen Bereich ansässigen Firmen. Er dankte nicht nur den mitwirkenden Firmen, sondern ganz speziell auch Heike Benecke, die er als Motor der EG bezeichnete. „Die EG hatte bei Gründung ein Potential von 4,6 Megawatt, heute sind es in Arpke weitere 4,6 Megawatt und hier nun 7.000 Megawatt. Die EG verfügt zur Zeit über ein Eigenkapital von rund 98,2 Millionen Euro“, führte er aus und blickte dabei auch auf die rund 1.000 Mitglieder der EG, die mit ihren Einlagen dieses Wachstum ermöglichen. „Derzeit sind auch schon weitere Anlagen in Planung oder Umsetzung – rund 70 Megwatt sind geplant.“ Die 11.301 in jeweils drei übereinander montierten Modulen haben mit den Trafos, Wechselrichtern und der Übergabestation rund 4,4 Millionen Euro gekostet. Die müssen nun mit der von der Netzagentur bestätigten Einspeisevergütung von 5,28 Cent pro Kilowattstunde wieder erarbeitet werden.
Viele Schritte bis heute
Die Fläche hat Torsten Rathmann vermietet, es mussten im Vorfeld Feldhamster, Vögel und andere Tierarten kartiert werden und dann kam die Baugenehmigung. „Aber die enthielt eine von der Region Hannover dort hineingeschriebene Klausel über die Grünpflege“, erzählte Rust. „Es darf danach nicht gemulcht werden, sondern der Grünschnitt muss abgefahren werden.“ Deshalb nahm man Kontakt mir Spezialfirmen auf, die Geräte vorführten – aber deren Kosten astronomisch hoch waren. Dann kam die Idee. „Es war nicht verboten, die Grünfläche vor Ort ökologisch zu entsorgen. Und so entschieden wir uns für die Beweidung mit Schafen.“
Mit einem Vertrag zur Beweidung wird nunmehr Schäfer Rene Rakebrandt mit seiner Herde den Bereich betreuen. Das wird bereits in den nächsten Tagen starten, um den Bereich erst einmal zu befestigen, zu düngen und kurzzuweiden. Dazu bringt der Schäfer aus der Wedemark rund 50 Tiere an die B 443, die diese Aufgabe sicher gewissenhaft und gern erfüllen werden. Die Zäune um die Anlage werden dann nicht nur die Schafe schützen, sondern auch verhindern, dass die Wildschweine, die sich schon mal dort wohlgefühlt hatten, wiederkommen.
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