Radweg entlang des Kanals: Finanzierungsfragen in Sehnde ungeklärt

Die Region Hannover und die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) haben mit dem Bau des „Regionsradweges“ entlang des Mittellandkanals begonnen. Die Baumaßnahme erstreckt sich über den Abschnitt zwischen Letter und der Schiffstankstelle im Bereich der Hafenstraße in Lohnde und wird voraussichtlich bis Winter 2026 andauern. Es ist damit der erste Sieben-Kilometer-Abschnitt des 54 Kilometer langen Betriebsweges. Für mehr Sicherheit ist in dem Abschnitt zudem geplant, eine umweltverträgliche Beleuchtung mit adaptiver Steuerung zur Reduzierung von Lichtverschmutzung zu installieren, die Fahrbahnbreite beträgt in diesem Abschnitt rund 2,5 Meter (SN berichtete).
Bau zahlt WSV und Region
Nach dem Beginn am Stichkanal Linden zieht die Baustelle den Mittellandkanal in Richtung Westen zu den Kommunen Garbsen, Seelze und Wunstorf, danach folgt der Mittellandkanal Ost in der Kommune Sehnde. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) unterstützt das Vorhaben mit 90 Prozent der förderfähigen Kosten für den Ausbau.
In einer folgenden Pressemeldung begrüßte dann die CDU Regionsfraktion die Bauarbeiten, die mehrere Jahre geplant wurden und viele Absprachen erforderten (SN berichtete). Sie teilt auch mit, dass die WSV Mittellandkanal als Eigentümer des Areals 90 Prozent der Baukosten trägt. „Die jährlich anfallenden Betriebs- und Verkehrssicherungskosten werden durch die Region Hannover und die örtlichen Kommunen übernommen“, setzt sie dann zu den Unterhaltungskosten fort.
„Unterhaltungskosten“ nicht verhandelt
Die Aussage zu den Unterhaltungskosten für den Betrieb, so war jetzt aus der Stadtverwaltung in Sehnde zu erfahren, ist in der Pressemeldung der CDU Regionsfraktion nicht korrekt. Vielmehr habe die Region demnach derzeit weder mit den Regionskommunen zum Radwegprojekt gesprochen noch mit den Anliegerkommunen Verträge zu den Anschluss- und Unterhaltungskosten abgeschlossen. Demnach ist das Projekt gestartet, bevor diese Finanzierung im Osten der Region – speziell auch auf dem Gebiet der Stadt Sehnde – verhandelt und gesichert wurde. Das ist insofern relevant, als dass sich in Sehnde dagegen sogar Widerspruch aus dem Ortsteil Rethmar regt, der bislang nicht endgültig geklärt ist (SN berichtete).
Deshalb sei in Sehnde auch kein Geld für den Unterhalt, also Betriebs- und Verkehrssicherungskosten, im Haushalt 2026/2027 vorgesehen – deren Höhe aktuell auch nicht abschätzbar sind. Die Stadtverwaltung Sehnde geht derzeit davon aus, dass eine Verhandlung mit ihr seitens der Region Hannover rechtzeitig vor Baubeginn des Weges im Osten erfolgt.
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