ILE-Infoabend zum Thema „Wohnen im Alter“ in Hohenhameln

17. Januar 2020 @

Zahlreiche interessierte Besucher aus der ILEK-Börderegion informierten sich am Mittwoch, 15.01.2020, im Dorfgemeinschaftshaus in Hohenhameln zum Thema „Wohnen im Alter“. Dank der drei Referenten erhielten sie einen Einblick in Realisierungsmöglichkeiten und Erfahrungen zu bestehenden Wohnmodellen.

Carlice Berestant begrüßt die Besucher in Hohenhameln – Foto: Carlice Berestant/sweco

Gastgeber war Hohenhameln

Lutz Erwig, Bürgermeister der Gemeinde Hohenhameln und Carlice Berestant vom  Regionalmanagement der ILEK-Börderegion begrüßten die Gäste, die an jenem Abend aus allen vier ILE-Kommunen Algermissen, Harsum, Hohenhameln und Sehnde gekommen waren. Sie wollten sich über das „Wohnen im Alter“ informieren. Das hob den hohen Stellenwert hervor, den die Wohnraumversorgung in der ILEK-Börderegion einnimmt. Insbesondere zukunftsfähige und altersgerechte Wohnmodelle sind hier gefragt. Die drei Referenten gaben hierzu einen allgemeinen Einblick und berichteten von ihren Erfahrungen zu Vorzeigeprojekten.

Über Grundlagen sprach Andrea Beerli

Andrea Beerli vom „Forum gemeinschaftliches Wohnen“, als Träger des Niedersachsenbüros Neues Wohnen im Alter, führte in die Thematik ein und betonte, dass durch den demographischen und gesellschaftlichen Wandel für den Aufbau einer solidarischen Gemeinschaft nur noch etwa 10 bis 15 Jahre bleiben. Doch diese ist essentiell, um das Leben im Alter auch in Zukunft möglich zu machen. Die Bereitstellung altersgerechter und bezahlbarer Wohnungen auf lange Sicht macht neue Wohnmodelle notwendig. Neben gemeinschaftlichen Wohnprojekten zählen dazu ambulant betreute Wohngemeinschaften. Hierbei spielen das passenden Wohnumfeld, mit entsprechender Infrastruktur und einer verbindlichen Nachbarschaftshilfe ein Rolle. Die Kooperation aller Akteure ist von großer Bedeutung: dazu gehören die Kommune, die Kirche, die Nachbarschaft, der Verein und der Pflegedienst. Beerli nannte eine Vielzahl von Projekten im Bundesgebiet, die verschiedenste Modelle zum Wohnen im Alter umsetzen und verweist auf die Tätigkeit des Forums Gemeinschaftliches Wohnen, der Interessenten beratend zur Seite steht.

Projekt Ellenstedt

Bernd Reinke, Investor und Junglandwirt aus Goldenstedt, baute auf die Inhalte seiner Vorrednerin auf. Dabei ging er speziell auf den Aspekt „selbstbestimmtes Wohnen und Leben im Alter“ ein. Dazu stellte er anschaulich und lebensnah sein Projekt der Senioren-Wohngemeinschaft in Ellenstedt vor. Anhand der Einstiegsfrage „Was ist überhaupt eine Senioren-WG?“ schilderte Reinke den Werdegang einer zu 100 Prozent selbstbestimmten Senioren-WG. Dies bedeutet für die Bewohner in Ellenstedt eine sehr individuelle Pflegebetreuung mit einem Höchstmaß an Geborgenheit. Mit dem Wohnprojekt möchte er der Vereinsamung im Alter entgegenwirken und eine Alternative zu etablierten Seniorenheimen anbieten. Als größten Vorteil sieht Reinke hierbei die Mischung aus Privatsphäre im eigenen Zimmer und der Geselligkeit in Gemeinschaftsküche und –räumen, sowie die hohe Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der Bewohner. Sie haben Mitspracherecht und Entscheidungshoheit in allen Belangen des Zusammenlebens. Das Thema stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmern, was sich auch in der abschließenden Fragerunde des Abends wiederspiegelte.

Am Schluss gab es eine intensive Fragerunde – Foto: Carlice Berestant/sweco

Projekt Ottenstein

Ingrid Heineking vom Planungsbüro StadtUmland aus Hannover ging auf ein weiteres mögliches Modell ein. Das wird derzeit im Flecken Ottenstein aktuell umgesetzt. Hier entsteht ein ganzes Seniorenquartier für die Dorfgemeinschaft, das insbesondere auf dem bürgerschaftlichen Engagement und der Zusammenarbeit mit der Kommune und weiteren Investoren fußt. Neben einem Pflegehaus entstehen in Ottenstein mehrere Einzelhäuser sowie ein Tagespflegehaus. Das Mehrfunktionshaus soll eine Öffnung zum Dorf ermöglichen und steht der gesamten Dorfgemeinschaft zur Verfügung. Durch die Kooperation der einzelnen Akteure sowie das Engagement der Dorfgemeinschaft wird eine neue Grundlage der Versorgung geschaffen. Deren Umsetzung ist zudem auf mehrere Schultern verteilt.

Im Anschluss war genügend Zeit für Gespräche und Fragen, die von den Anwesenden angeregt genutzt wurde. Das Publikum zeigte großes Interesse an den Möglichkeiten und dem Engagement betreffend neuer Wohnformen, die durch die verschiedenen Vorträge des Abends optimal kombiniert und beleuchtet wurden. Insbesondere die Kosten und die Frage nach Fördermöglichkeiten und Wegen selber aktiv zu werden prägten die Fragerunde.

Carlice Berestant verwies zum Schluss noch auf den ILE-Arbeitskreis Familien- und Bürgerregion Börde, der am 27.01.2020 stattfinden wird und das Thema des Abends in der ILEK-Börderegion aufgreift.

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