Pflegestammtisch sowie DGB und ver.di verfolgen gemeinsame Ziele

9. Oktober 2019 @

Bereits zum 5. Male trafen sich Krankenpflegekräfte aus Lehrte und Umgebung zum „Lehrter Pflegestammtisch“. Diese Einrichtung ist aus einer Protestbewegung gegen die Zwangsmitgliedschaft der in Niedersachsen 2018 gegründeten Pflegekammer entstanden. Der DGB Ortsverband und der ver.di Ortsverein Lehrte/Sehnde haben sich mit dem „Lehrter Pflegestammtisch“ getroffen und eine gemeinsame Aktion geplant.

Gewerkschafter (hi.) und Pflegestammtisch (vo.) bei Treffen am 23.09.2019 – Foto: DGB

Unzureichende Bezahlung als Folge einer gewinnorientierten Privatisierung

Besonderer Kritikpunkt der Pflegenden sind die Arbeitsbedingungen und die völlig unzureichende Bezahlung als Folge einer gewinnorientierten Privatisierung der Einrichtungen der Versorgung der Kranken-, Alten-  und ambulanten Pflege. Bei der Bezahlung, der Tarifgerechtigkeit und den Arbeitsbedingungen sind sich die Gewerkschafter und die Teilnehmer des Pflegestammtisches einig, muss was geändert werden. „Hier liegen die Ursachen des Pflegenotstandes und der Frustration der Beschäftigten dieser Branche“, so die Sprecherin des Pflegestammtisches Adriana Simecek.

„Im Rahmen einer bundesweiten DGB Kampagne ‚Tarif. Gerecht. Für Alle.‘ wollen die Lehrter Gewerkschafter auf die Tarifflucht der Arbeitgeber und dass staatliches Steuerungspotential über ein Vergabegesetz aufmerksam machen und Lösungen aufzeigen die zu einer höheren Tarifbindung führen“, erläutert der DGB Ortsverbandsvorsitzende Reinhad Nold die Kampagne.

Am Sonnabend, 12.10. 2019, soll die erste Veranstaltung zur Tarifbindung kombiniert mit den Arbeitsbedingungen und dem Pflegenotstand erfolgen. Gewerkschafter und Pflegestammtisch werden im Lehrter Einkaufszentrum Zuckerfabrik gemeinsam ihre Vorstellungen präsentieren.

Forderungskatalog der Pflegenden

Der Pflegestammtisch wendet sich darüber hinaus per Akklamation an die im niedersächsischen Landtag vertretenen Fraktionen. Die Akklamation beinhaltet folgenden Forderungen:

  • Eine „Zwangsverkammerung“ der examinierten Pflegekräfte wird abgelehnt, auch wenn diese beitragsfrei sein sollte.
  • Eine Evaluation, die nur die bisherige Arbeit der Pflegekammer dokumentiert und nicht die Existenzfrage stellt, wird ebenfalls abgelehnt.
  • Eine Vollbefragung aller betroffenen Pflegekräfte zur Entscheidung über die Fortexistenz der Pflegekammer in Niedersachsen wird eingefordert.
  • Die Fraktionen der demokratischen Parteien werden aufgefordert, zum Eckpunktepapier der Gewerkschaft ver.di „Die Pflegevereinigung als Alternative zur Pflegekammer in Niedersachsen“, Stellung zu beziehen.

Als weitere Aktion hat der Pflegestammtisch Göttingen für den 23. Oktober ab 11 Uhr zu einer Menschenkette um das Leineschloss aufgerufen. An diesem Tag tritt der Landtag zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammen. Auch hieran beteiligt sich der Lehrter Stammtisch und ruft Bürgerinnen und Bürger auf, sich mit den Pflegenden zu solidarisieren und die Menschenkette zu unterstützen.

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