Notgruppenbetreuung in den städtischen Kindertagesstätten funktioniert

7. April 2020 @

Mit fachaufsichtlicher Weisung vom 13.03.2020 hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung die Gesundheitsämter angewiesen, unter anderem den Betrieb von sämtlichen Kindertageseinrichtungen, Kinderhorten und der erlaubnispflichtigen Kindertagespflege mit Wirkung vom 16.03.20 bis einschließlich 18.04.20 zu untersagen. Seit dem 16.03.20 sind somit alle Kindertagesstätten sowie die Tagespflegestellen in Sehnde geschlossen. Für Familien, in denen mindestens ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf tätig ist, wird eine Notgruppenbetreuung angeboten.

Die Kita Berliner Straße in Ilten ist in der Notfallbetreuung aktiv – Foto: JPH/Archiv

Notfallbetreuung mit Reserven

Dieses Angebot besteht bereits seit dem 16.03.20 und wird zunehmend von den Eltern in Anspruch genommen. Während die Notgruppen in der ersten Woche der Kita-Schließung mit rund 25 Kindern gestartet sind, werden mittlerweile gut doppelt so viele Kinder in den Notgruppen betreut. Tendenz täglich leicht um ein bis drei Neuanmeldungen steigend. Auch einige der freien Träger bieten eine Notgruppenbetreuung an. In der Regel sind nicht täglich alle Kinder, die einen Platz bekommen haben, auch anwesend. Viele Familien nehmen nur für einzelne Wochen oder an einzelnen Tagen die Notbetreuung in Anspruch.

Für die Anmeldung in der Notgruppe ist ein Anmeldebogen auszufüllen und unterschrieben in der Kita-Verwaltung im Rathaus einzureichen (per Post, E-Mail oder Fax). Die Verteilung der Betreuungsplätze erfolgt täglich für den jeweils kommenden Tag. Die Eltern werden telefonisch informiert, wo sie eine Betreuung in Anspruch nehmen können. Nicht immer ist es möglich, die Kinder in ihrer Stamm-Kita zu betreuen, da die Hälfte der Kindertagesstätten geschlossen sind.

Der Anmeldebogen ist auf den Internetseiten der Stadt Sehnde verfügbar.

Sechs Kitas im Angebot

Aktuell findet die Notbetreuung in den Kindertagesstätten Berliner Straße und Hugo-Remmert-Straße in Ilten, Marggrafstraße, Sehnde-West, Ladeholz Breite Straße und Hort Kunterbunt in Sehnde sowie in der Kita Rethmar statt. Die Kinder sind insgesamt auf 13 Gruppen mit durchschnittlich vier Kindern verteilt. Die entspricht einer ungefähren Auslastung von 16 Prozent zur Normalbelegung.

Die Mitarbeiterinnen in den städtischen Einrichtungen, die zu einer der benannten Risikogruppen im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Corona-Virus aufgrund des Alters oder einer Vorerkrankung gehören, wurden in der vergangenen Woche vom Kitabetrieb freigestellt und erledigen jetzt zum Teil von zu Hause diverse Tätigkeiten. Hiervon betroffen sind rund 35 Prozent des pädagogischen Fachpersonals sowie weitere Beschäftigte im Bereich Hauswirtschaft.

Alle Mitarbeiterinnen, die aktuell nicht direkt in der Kinderbetreuung tätig sind, nutzen ihre Arbeitszeit vor Ort in ihren Kindertagesstätten, um das aufzuarbeiten, was im Kita-Alltag häufig zu kurz kommt. Insgesamt ist die Situation vor Ort in den städtischen Kindertagesstätten, ob mit oder ohne Notbetreuung, gut. Die Fachkräfte versuchen soweit es möglich ist auch bei der Kinderbetreuung die aktuell geltenden Vorschriften zum Mindestabstand einzuhalten. Dies ist jedoch in vielen Situationen in der Arbeit mit Kindern nicht möglich. Daher gehören häufiges Händewaschen und Desinfizieren für Fachkräfte und Kinder mehr denn je derzeit zum normalen Kitaalltag dazu.

Viele Kitateams nutzen die Zeit, um ihre Einrichtungen umzugestalten und kleinere Verschönungsarbeiten vorzunehmen. Die Zeit bis zum derzeitig festgelegten Ende der infektionsrechtlichen Schließung wird somit ausgiebig genutzt und ist gut durchgeplant. Wie sich die Situation bei einer Verlängerung der Schließung gestalten wird bleibt abzuwarten.

Erste Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass wohl noch mit einer Fortsetzung der Schließungen gerechnet werden sollte. Dann könnte sich der Bedarf an Notfallbetreuungsplätzen schnell erhöhen.

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