Wer schnauft da? NABU ruft zur Meldung von Maulwurf und Igel auf

Vom 18. bis 28. September sind die Menschen in Niedersachsen aufgerufen, Igel und Maulwürfe zu beobachten und ihre Sichtungen bei der bundesweiten Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ zu melden. Die Daten sollen helfen, mehr über die Bestände der heimlichen Gartenbewohner zu erfahren und langfristig wirksame Schutzmaßnahmen abzuleiten. Für den NABU Niedersachsen steht fest: Gerade beim Igel braucht es nicht nur mehr Wissen, sondern auch endlich konsequentes politisches Handeln.
„Wer einen Igel entdeckt und meldet, leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz“, betont Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Gleichzeitig müssen wir die Gefahren angehen, die wir längst kennen. Dazu gehört der nächtliche Einsatz von Mährobotern.“
Igel sind vor allem in der Dämmerung und nachts auf Nahrungssuche. Treffen sie dabei auf Mähroboter, kann ihr natürlicher Schutzreflex zur tödlichen Falle werden. Statt zu fliehen, rollen sie sich häufig ein und sind den rotierenden Messern schutzlos ausgeliefert. Immer wieder werden schwer verletzte oder getötete Tiere gefunden.
Bevölkerung hat klares Signal gesendet
Dass ein besserer Schutz der Tiere von vielen Menschen gewollt ist, hat die erfolgreiche Petition für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern eindrucksvoll gezeigt. Die breite Unterstützung aus der Bevölkerung war ein klares Signal an die Politik.
Dennoch hat die niedersächsische Landesregierung bis heute kein flächendeckendes Nachtfahrverbot auf den Weg gebracht. Statt einer landesweit einheitlichen Regelung gibt es weiterhin nur einzelne lokale Vorgaben.
„Die Menschen in Niedersachsen haben deutlich gemacht, dass sie den Schutz des Igels ernst nehmen“, so Neffati. „Die Landesregierung darf diesen Willen nicht länger ignorieren. Es kann nicht davon abhängen, in welcher Kommune ein Igel unterwegs ist, ob er nachts vor Mährobotern geschützt wird.“
Beobachtungen liefern wichtige Daten
Bei der Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ können Sichtungen mit Datum und Fundort übers Internet eingetragen werden, möglichst ergänzt durch Fotos und weitere Hinweise. Auch tote Tiere sollen gemeldet werden. Die Daten fließen in eine wissenschaftliche Studie des Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ein. Ziel ist es, langfristig Veränderungen der Bestände erkennen und daraus geeignete Schutzmaßnahmen ableiten zu können. „Die Meldeaktion hilft uns, mehr über den Igel zu erfahren. Beim Schutz vor Mährobotern wissen wir dagegen längst, was zu tun ist“, sagt Neffati. „Die Landesregierung ist weiterhin gefordert zu handeln.“
Wer Igel zusätzlich unterstützen möchte, kann den eigenen Garten naturnah gestalten. Laub unter Gehölzen, heimische Sträucher, Reisighaufen und offene Durchgänge zwischen Gärten schaffen wertvolle Rückzugsräume. Auf den Einsatz von Mährobotern in der Nacht sollte grundsätzlich verzichtet werden – auch ohne rechtliche Vorgabe.
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