Hannover 96 unterliegt erneut – dieses Mal in Nürnberg – und hat kein Rezept

Hannover 96 ist am Freitagabend, 11.09.2026, zum Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg angetreten. Nürnberg, daran werden sich die Fans in Hannover noch erinnern, war das Team von Miroslav Klose, das Hannover 96 in der Heinz von Heiden-Arena im letzten Spiel die Möglichkeit zum Aufstieg vermasselte. Auch Klose hatte vergangenes Jahr einen Rumpelstart hingelegt, wie dies die Titz-Elf dieses Jahr praktiziert. Nur anders herum: Nürnberg steht vorn, Hannover steht mit vier Punkten im unteren Mittelfeld – bei gleichen Ansprüchen: Aufstieg 2027.
Es ging also um viel für die Roten von der Leine und entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Auftritt im Franken-Reich. Es war ja alles gut bisher, so der Titz-Tenor, nur fehlten eben die Tore.
Das Spiel
Bereits in der fünften Minute kam die hannoversche Abwehr nicht mehr klar und legte den Ball nach einer ersten Patzer-Abwehr durch Leo Weinkauf im zweiten Fehlpass dann Julian Justvan zum Torschuss vor – den der sich nicht entgehen ließ. Alles begann also wie fast immer.
Doch das Team aus Hannover zeigte Einsatz, baute Druck auf und bereits in der 8. Minute hielt Alexios Kalogeropoulos den Arm im Strafraum hin – Elfmeter. Der unter Titz nur unter Druck ins Team genommene Lars Gindorf glich aus zum 1:1 – und erzielte sein 5. Saisontreffer. Titz wird ruhiger. Doch Nürnberg fackelt nicht lange, setzt Hannover weiter unter Druck und gefühlt jeder von den Roten eroberte Ball landet spätestens nach zwei Abspielen wieder bei den Hausherren. Und so kommt es in der zweiten Hälfte zum Showdown: Mohamed Ali Zoma bekommt in der Nähe der Grundlinie am rechten Pfosten den Ball und setzt in zwischen Pfosten und Weinkauf zum 2:2 ins Tor (65.). Zwar hat auch Hannover kurz vor Schluss noch die Chance nach Flanke von Hartel, doch Hayate Matsuda setzt den Schutz knapp neben den rechten Pfosten. Drei Punkte bleiben in Nürnberg, das jetzt bis morgen auf jeden Fall Tabellenführer ist und Hannover fällt, ebenfalls bis morgen, auf Platz 13 zurück und kann dort noch von Braunschweig, St.Pauli, Kiel oder Dresden überholt werden und bis zum vorletzten direkten Abstiegsplatz durchgefallen.
Die Konsequenz
Anders als unter seinem Kollege Klose in Nürnberg hat sich das Team von Hannover nach einem Jahr unter Titz nicht nur nicht verbessert, sondern sich durch die Abgänge und Neuverpflichtungen sogar verschlechtert. Ein schönes Spiel, wie Titz es immer wieder beschreibt, lässt sich ohne Tore jedoch in nichts Zählbares ummünzen. Aber genau das braucht man, wenn man aufsteigen will, was Klose zeigt und in Hannover schmerzlich vermisst wird. Sicher ist allerdings auch, dass man ohne Investitionen kaum eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen kann, wenn Leistungsträger gegangen sind. Hier muss sich nicht nur der Trainer allein fragen lassen, sondern auch die sportliche Führung. Und muss handeln, sonst entschwindet die Tabellenspitze in den Wolken. Es knirscht vernehmlich im Gebälk der Heinz von Heiden-Arena.
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