„Aus“ für das Fahrradparkhaus in Sehnde? – Beschluss am Donnerstag

„Aus“ für das Fahrradparkhaus in Sehnde? – Beschluss am Donnerstag
Das Fahrradparkhaus findet keine Umsetzung im Kostenrahmen - Foto: Architekten/Archiv
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Wie die Stadtoberhaupt nach einer Sitzung des Verwaltungsausschusses am Montag, 24.08.2026, in einer Pressemitteilung bekanntgibt, hat sich beim für den Bahnhofsbereich geplanten – und nicht ganz unumstrittenen – Fahrradparkhaus eine neue Situation ergeben. Nunmehr wird der Rat der Stadt in einem neuen Tagesordnungspunkt am Donnerstag in seiner Sitzung über das endgültige Schicksal des Projektes der Neuen Mitte entscheiden. Die Zeichen dafür stehen ganz deutlich auf „Einstellung“. Damit wäre zugleich auch der Dringlichkeitsantrag der FDP Sehnde vom 24.08.2026 über eine erneute Beschlussfassung zum Parkhaus obsolet.

Grundplanung Fahrradparkhaus

Das Konzept der Neuen Mitte für Sehnde sah für die Aufwertung des Kreuzungsbereiches „Peiner Straße – Nordstraße“ sowie zur Förderung des Radverkehrs in Sehnde und der Anbindung an den ÖPNV einen „Mobilitäts-Punkt“ mit einem Fahrradparkhaus, einer öffentlichen Toilette, einem neuen Bushaltestellenwartebereich, Kiosk sowie einer Fahrradwerkstatt vor. Als Abrundung des Konzeptes wurde zusätzlich ein öffentlicher Trinkwasserspender geplant, der ebenso gefördert werden sollte.

Bauentwicklung

Nachdem das Projekt zunächst vom Rat gebilligt worden war, wurde es aufgrund der Kostensteigerung später geschlossen, um dann doch wegen zusätzlicher Finanzmittel gegenüber den städtischen Verlustzahlrungen mit einem Deckel von städtischen Gelder bei 176.000 Euro gedeckelt umgesetzt werden.

Das ist nun offensichtlich – ohne dem Ratsbeschluss vorgreifen zu wollen – Geschichte. Die Hängepartie und die über längere Zeit noch unklare Finanzierungssituation hatten zunächst zu einer Verzögerung geführt. Nun aber hat eine ganz andere Situation zu diesem Vorschlag des Verwaltungsausschusses geführt: 

Wie die Stadt mitteilt, sind die Baukostensteigerungen seit der Fördermittelbewilligung, die sich durch die über mehrere Monate hinweg ungeklärte umfassende Finanzierungssituation niedergeschlagen haben, zum Hindernis geworden.

Kostenrahmen überschritten, Ausschreibung erfolglos

Das moderne Projekt, das einen Mehrwert für die städtebauliche Entwicklung in Sehnde darstellt, kann aufgrund von nicht erfolgreicher Ausschreibungsergebnisse in der gegenwärtigen Form nicht umgesetzt werden.

Das Projekt Fahrradparkhaus lässt sich nach jetzigem Stand nicht im Kostenrahmen mit den geplanten Eigenmitteln von 176.000 Euro herstellen, den der Rat der Stadt Sehnde zuletzt am 19.03.2026 beschlossen hat.

Zwar hat der Bund weitere Fördermittel und das Finanzierungsvolumen auf insgesamt rund 1,4 Millionen Euro bewilligt. Auch hat die Region Hannover per Beschluss der Regionsversammlung vom 30.06.2026 die Absicherung einer zusätzlichen Deckungslücke in Höhe von 100.000 Euro bestätigt.

Doch führten die über die Sommermonate laufenden Ausschreibungen teils zu keinem Ergebnis. Weitere Angebote lagen bereits gleich dem gesetzten Budget. Es wird daher nicht davon ausgegangen, dass durch eine Wiederholung der offenen Ausschreibungen Mehrkosten in den anderen Bereichen eingespart werden können. Der Stopp des Projektes führt nach derzeitigem Stand zu etwa 238.000 Euro Kosten für die Stadt – zuzüglich Zinsen – ohne die Realisierung des Projektes.

Denn durch den Abbruch der Maßnahme wird der Zuwendungszweck gemäß Förderbescheid nicht erfüllt. Grundsätzlich ist es nach Angabe der Stadtverwaltung möglich, bereits verausgabte Fördermittel nicht zurückzahlen zu müssen. Allerdings unterliegt dies einer Einzelfallprüfung des BALM im Nachgang und kann derzeit nicht bewertet werden.

Die Beschlussfassung

Daher wurde der Verwaltungsausschuss über diese Situation am Montagabend informiert. Über die Einstellung des Projekts und das weitere Vorgehen wird nun in der Ratssitzung am 27.08.2026 abschließend entschieden.

Dadurch verliert Sehnde ein zukunftsweisendes Vorhaben zur Verbesserung der Koppelung von ÖPNV und Radverkehr an der „Peiner Straße“ und damit auf die Chance einer Aufwertung des Bahnhofsumfeldes. Gleichzeitig wird nun die Umplanung nicht nur über den Kern der Neuen Mitte mit Rathaus neu entschieden werden, sondern auch das Bahnhofsumfeld ist neu zu betrachten.

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