DGB-Podiumsdiskussion zur Regionspräsidentenwahl in Lehrte: 5 Kandidaten befragt

Rund um die anstehende Wahl des Regionspräsidenten der Region Hannover hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zu einer Podiumsdiskussion nach Lehrte eingeladen. Unter der Moderation von Mathias Quast stellten sich Eva Bender (SPD), Dr. Oliver Junk (CDU), Sinja Münzberg (Bündnis 90/Die Grünen), Mizgin Ciftci (Die Linke) sowie Robert Reinhardt Klein (FDP) den Fragen des Moderators und des Publikums.
Fragen zur Region
Nach einer kurzen persönlichen Vorstellungsrunde standen zentrale Themen der Regionalpolitik auf der Agenda. Diskutiert wurden unter anderem die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs, die Situation beim Verkehrsunternehmen Transdev, die Sicherheitslage in der Region Hannover, die medizinische Versorgung sowie die Haushaltslage der Region.
Sicherheit
Beim Thema Sicherheit setzte Dr. Oliver Junk auf eine stärkere Präsenz von Ordnungskräften und sprach sich für zusätzliches Ordnungspersonal aus. Eva Bender stellte dagegen das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen in den Vordergrund. Ziel müsse es sein, dass sich die Bürger im Alltag wieder sicher und wohlfühlten – etwa bei der Nutzung von Bus und Straßenbahn.
Medizinstrategie 2030
Ein weiterer Schwerpunkt war die Medizinstrategie der Region Hannover. Dabei wurde auch die Zukunft des KRH-Krankenhauses in Lehrte diskutiert. Während Dr. Oliver Junk und Robert Reinhardt Klein die Schließung des Standortes kritisch hinterfragten, verwiesen Eva Bender und Sinja Münzberg auf die tatsächlichen Probleme des Klinikbetriebs. Neben den finanziellen Defiziten sei insbesondere der Personalmangel ausschlaggebend gewesen. Zeitweise habe das Krankenhaus nur eingeschränkt betrieben werden können, weil nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung standen.
Haushaltslage der Region
Auch die angespannte Haushaltslage der Region spielte eine wichtige Rolle. Einigkeit bestand weitgehend darüber, dass die Möglichkeiten weiterer Einsparungen inzwischen stark begrenzt seien. Insbesondere bei den freiwilligen Leistungen der Region sahen die Kandidaten kaum noch Spielraum für zusätzliche Kürzungen, ohne wichtige Angebote für die Bürger zu gefährden.
Bei der Frage nach der Zusammenarbeit innerhalb der Region betonten sowohl Dr. Oliver Junk als auch Eva Bender die Bedeutung eines engen und vertrauensvollen Austauschs mit den Hauptverwaltungsbeamten (HVB) sowie den regionsangehörigen Städten und Gemeinden. Die Probleme und Aufgaben der Region könnten nur gemeinsam mit den Kommunen erfolgreich bewältigt werden.
Themen der Fragerunden
Besonders lebhaft wurde die Diskussion während der Fragerunde aus dem Publikum. Die Antworten sollten bewusst kurz und prägnant ausfallen. Für Aufmerksamkeit sorgte die Frage, ob die AfD verboten werden solle. Hier zeigte sich ein gespaltenes Bild: Drei Kandidaten sprachen sich für ein Verbot aus, zwei dagegen.
Persönliche Motivation
In der abschließenden Runde erläuterten die Bewerber ihre Motivation für das Amt. FDP-Kandidat Robert Reinhardt Klein verwies dabei auf seine Erfahrungen in der freien Wirtschaft. Dort sei eine 40-Stunden-Woche selbstverständlich – anders als nach seiner Wahrnehmung in der öffentlichen Verwaltung.
Vorher/Nachher-Befragung der Besucher
Bereits vor Beginn der Veranstaltung konnten die Besucher anonym angeben, wen sie zum Zeitpunkt ihres Eintreffens wählen würden. Nach der Diskussion wurde erneut abgefragt, welcher Kandidat am meisten überzeugt hatte und wem die Stimme bei der Wahl nun gelten würde.
Die Auswertung zeigte einen klaren Trend: Eva Bender konnte im Verlauf des Abends die meisten Zuhörer überzeugen und ging damit als Siegerin der Befragung hervor. Die Veranstaltung machte zugleich deutlich, wie unterschiedlich die politischen Konzepte für die Zukunft der Region Hannover sind und welchen Stellenwert der direkte Dialog mit den Bürgern besitzt.
Red/JPH
Unter anderem dieser Bericht ist aufgrund einer KI-Attacke auf unseren Provider nicht freigeschaltet worden. Wir halten ihn aber für die Meinungsbildung mit Blick auf die Wahl für durchaus relevant und schalten ihn daher noch einmal frei.
Die Redaktion
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