Bevölkerungsschutz wird wichtig: Sirenenprojekt in Sehnde schreitet voran

Der Bevölkerungsschutz kommt immer mehr in den Fokus der Behörden, denn er muss in der gegenwärtigen Lage verbessert werden. Sei es wegen Hochwasser, Naturereignissen, Stromausfällen oder militärischen Spannungen. Das hatte auch die Stadt Sehnde erkannt und wollte als Erste in der Region den Ersatz und Neuaufbau einer Bevölkerungswarnanlage in Form neuartiger Sirenen schaffen. Dafür hatte man zunächst einen Vertragspartner für deren Aufbau gewonnen, doch der konnte dann nicht so liefern, wie die Stadt Sehnde es wollte.
Bund soll Schutz fördern
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat in ihrer letzten Zusammenkunft im Juni in Hamburg im Juni deutlich betont, dass Deutschland bis spätestens 2029 eine voll funktionsfähige zivile Verteidigungsfähigkeit als gleichwertige Säule zur militärischen Verteidigung aufbauen muss. Zentrale Bereiche wie kritische Infrastrukturen, staatliche Handlungsfähigkeit, Bevölkerungsschutz und zivil-militärische Zusammenarbeit müssen deutlich gestärkt werden, zugleich forderte die IMK eine verlässliche Finanzierung durch den Bund. Niedersachsens Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, erklärte dazu: „Deutschland steht immer stärker im Fokus hybrider Bedrohungen und ist darauf noch unzureichend vorbereitet. Wir registrieren weiterhin Drohnenüberflüge, sowohl über unseren Hafenstandorten, Bundeswehrstandorten als auch anderen kritischen Infrastrukturen. Wir verzeichnen zudem steigende Fallzahlen in den Bereichen Spionage, Sabotage und bei Cyberattacken.“
Auch die Region Hannover hat 2022 als zuständige Behörde für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz bei 600 ermittelten Sirenenstandorten bereits ein 9-Millionen-Programm aufgelegt. Bewilligt wurden daraus bis jetzt Fördermittel für insgesamt 180 Sirenenanlagen und Steuerempfänger.
Sehnde vorn dabei
Da Sehnde schon Vorarbeit geleistet hatte, ist es gegenüber anderen Kommunen im Vorteil. Mit der abgeschlossenen Planung, nur noch städtische Gebäude und Geländebereiche für die Installation zu nutzen, ist man in Sehnde deshalb bei der Auswahl schon einen Schritt weiter und kann in die Feinabstimmung gehen. Das betrifft auch Schallgutachten über die Abstrahl- und den Abdeckungsbereich der neuen Sirenen, die neben der akustischen Alarmierung auch Durchsagen ermöglichen sollen.
Nach Angaben des Sehnder Bürgermeisters gegenüber Sehnde-News soll diese Arbeit bis Oktober 2026 abgeschlossen sein und danach die Bauanträge gestellt werden. Entgegen erster Überlegungen sollen dabei doch Gebäude als Standortorte in Frage kommen, da die statische Belastung bei Aktivierung der Sirene nicht so hoch sein soll wie gedacht. Trotzdem könnte eine große Anzahl von Masten dazukommen. Dabei würde aber mit den ausgesuchten Standorten gleichzeitig eine bessere Abdeckung erreicht. Auch die Bezahlung hat sich zugunsten von Sehnde geändert: Die Region fördert die Sehnder Pläne mit einem sechsstelligen Betrag.
Der Sehnder Stadtrat hat inzwischen wegen der zunehmenden politisch bedingten Bedeutung des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes dafür eine Stelle in der Stadtverwaltung bewilligt.
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