Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig: mehr als ein normales Derby

Freitagabend ist mit Sicherheit einer der Höhepunkte der Fußballsaison in der zweiten Bundesliga: hier treffen mehr als nur zwei Mannschaften im Kampf um Punkte aufeinander. Braunschweig kam zum Rückspiel mit dem neuen Cheftrainer Lars Kornetka, der extra für den Kampf gegen den Abstieg kurzfristig verpflichtet worden war. Das 184. Niedersachenderby war mit 42.000 Besuchern ausverkauft (7.000 Plätze sind Puffer), Braunschweig nutzt das komplette Kontingent und ist mit 4.200 Fans dabei.
Der letzte Sieg der Gäste liegt dabei 33 Jahre zurück; 1993 gelang den Gästen sogar in Unterzahl ein 0:1 am Maschsee.
In der aktuellen Aufstellung fehlten Benjamin Källman, der im Hinspiel 3 Tore erzielt hat. Im Mittelfeld rechts erhält Thordarsson die Startelfchance und auch Kokolo ist von Anfang an dabei, die Mitte übernimmt Pichler. Auf die Bank rutschen Saad, Oudenne, Källman und Yokota.
Schnelle Möglichkeit
In der 3. Minute hat Hannover dann schon die erste Möglichkeit, aber Hoffmann kratzt den Schuss nach der ersten Ecke für Hannover aus der linken unteren Ecke seiner Bude von der Linie.
Ab der 10. Minute befreien sich die Gäste vom Druck der roten Hausherren und kommen selbst vor das Tor von Noll. Nun entwickelt sich ein Spiel, in dem beide Kontrahenten etwa gleichwertig operieren.
Bereits in der 19. Minute sieht Enzo Leopold gelb für ein Foul an Heußer. Damit ist der Reigen der Karten eröffnet. 30. Minute dann Einwurf von rechts, Aseko zu Thordarsson, der bringt den Ball in den Strafraum, und Maik Nawrocki versenkt die Kugel per Kopf in die Mitte des Gästetores: es heißt 1:0.
Spiel abgegeben
In der 35. Minute erhält dann Kokolo die gelbe Karte. Braunschweig will den Ausgleich und steht nun hoch in der Hälfte der Hannoveraner. Von da versuchen sie es auch mit Distanzschüssen. Das Spiel der Hausherren nach vorn findet nur noch unkoordiniert und sporadisch statt. So kann man einen Ein-Tore-Vorsprung eigentlich nicht verteidigen. Braunschweig will mehr, aber nach einem Foul im Strafraum der Roten sieht Robin Heußer dann Gelb (43.). Hannover findet nach vorn wenige bis keine Anspielstationen in dieser Phase, die klar den Gästen gehört.
45. Minute Rangelei an der Außenlinie links des Braunschweiger Tores: Aseko und Mehmet Aydin sehen gelb – der Braunschweiger drückte den Roten vor sich her und ist mit irgendetwas nicht zufrieden gewesen. Schiri Exner pfeift sinnvollerweise gleich zur Pause.
2. Halbzeit
Titz bringt zum Wiederanpfiff Kolja Oudenne für William Kokolo, Kornetka ersetzt Ranos durch Opoku. Doch gleich ist wieder Pause, denn im Hannover-Block zünden die Pyros, nachdem Feuerwerk aus dem Braunschweiger Block gekommen ist – bislang war es im und ums Stadion ruhig. Nicht gerade gesundheitsfördernder Dunst zieht durch die Arena und übers Feld. Die Kälte hält den Nebel unten. Manchmal fragt man sich, ob es nicht mal heilsam wäre, die Partie abzupfeifen und als Gewinn für die Gäste zu werten. Die Mannschaften verlassen teilweise das Feld, Zuschauer halten die Nase bedeckt.
Elf Minuten Zwangspause
In der eigentlich 57. Spielminute pfeift Exner wieder an. Elf Minuten werden schon mal nachgespielt. Schafft es Hannover dieses Mal, eine Führung durchzubringen? 15 Punkte wurden bislang nach Führungen verspielt.
Braunschweig bleibt am Drücker. Schüsse aus der zweiten Reihe bleiben dabei das Mittel der Wahl. In der 62. Minute läuft Heußer Gjita weg, scheitert aber dann aus rund 14 Metern mit seinem Schuss an Noll – Ecke. Hannover bleibt zu passiv nach vorn. Wenn ein Ball mal dorthin kommt, landet er meistens in der nun gut aufgestellten blau-gelben Abwehr. Tempo plötzlich: Chakroun rechts vor Hoffmann, der wehrt ab, ein Braunschweiger schießt vor Thorvardsson ins Toraus.
Wechselphase
Sane kommt bei Braunschweig für Mijatovic – Stürmer für Stürmer. Hannover ersetzt Chakroun und Leopold (gelb verwarnt) durch Bundu und Matsuda; Kapitän wird Ghita. Das soll dem Angriff wieder Speed verleihen. Trotzdem bestimmt Braunschweig weiterhin mehr oder weniger das Spiel. Das wird nun zäher: Braunschweig spielt, Hannover hat die gut stehende Abwehr – nach vorn gibt es aber für die Roten kaum länger wirkende Entlastungen.
Titz setzt jetzt auf Källman, der in der 80. Minute (regulär) für Pichler ins Spiel kommt. Der machte im Hinspiel zwei Tore. Dann eine erneute Möglichkeit für Hannover: Bundu bringt den Ball von rechts auf die linke Strafraumseite, Oudenne lässt Hoti aussteigen, doch der Schuss wird geblockt. Die Ecke bringt mal wieder nichts.
90. Minute gelb für Flick. Nachspielzeit 14 Minuten gibt es nach der Pyro-Pause. Braunschweigs letzter Wechsel – Flick geht nun für Kaufmann; zehn Minuten stehen noch auf der Uhr. Hannover kommt erheblich unter Druck der Gäste und hält nur mit Mühe den Vorsprung fest.
Offener Schlagabtausch
Braunschweig löst die Ordnung auf, schießt – aber der Vorsprung hält bis jetzt, 11. Minute der Nachspielzeit. 12. Minute der Nachspielzeit hat dann Oudenne die Chance zum zweiten Tor – und haut den Ball über den Kasten. Titz bringt Ime Okon für den Torschützen Maik Nawrocki. Braunschweig bringt Yardimci für Heußer. Es läuft die 16. Minute der Nachspielzeit. Källman passt vorm Gästetor quer – da ist niemand.
Letzter Einwurf? 17. Minuten schon dazu. In der 18. Zugabeminute dann der Schlusspfiff. Hannover gewinnt das 184. Niedersachsenderby mit 1:0 durch Maik Nawrocki.
Hannover 96 zeigte sich zu Spielbeginn in guter Verfassung, die Umstellungen von Titz griffen, doch erstaunlicherweise überließ Hannover nach dem Tor die Initiative den Gästen und am Ende war es nur der Harmlosigkeit der Braunschweiger Stürmer und der zeitweisen guten Abwehrarbeit und etwas Glück zu verdanken, dass man bei den Roten mit drei Punkten am Ende dastand.
Die Aufstellungen
Hannover
Hannover startet mit Noll, Allgeier, Nawrocki, Ghita, Neubauer, Leopold, Aseko, Chakroun, Thordarsson, Kokolo und Pichler. Auf der Bank warten Bundu, Källman, Yokota, Okon, Saad, Taibi, Matsuda, Oudenne und Weinkauf.
Braunschweig
Braunschweig läuft auf mit Hoffmann, Di Michele, Hoti, Ehlers, Aydin, Flick, Marie, Gomez, Heußer, Ranos und Mijatovic. Mit dabei sind noch Kaufmann, Yardimci, Alidou, Kastrati, Breunig, Opoku, Bell Bell, Sane und Raebiger.
Spielleitung
Schiedsrichter sind Dr. Florian Exner, Nikolai Kimmeyer, Mitja Stegemann und dazu Bastian Dankert. Im Keller sitzt Stefan Lupp.
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