Hannover 96 trifft auf Holstein Kiel – und hält Anschluss an die Tabellenspitze

In der mit 32.400 Zuschauern nicht ganz gefüllten Heinz von Heiden Arena trafen am Sonntag, 08.02.2026, der Tabellenfünfte auf den Tabellenelften. Die Ausgangslage war für Hannover 96 eine gute geworden, denn die Spiele am Tag zuvor eine spannende Situation geschaffen hatten, in der bei einem Sieg der Hannoveraner zwei Mannschaften mit 38 Punkten dicht zusammen waren und der Tabellenerste auch nur noch drei Punkte Vorsprung hat.
Statistisch gab es zwischen den beiden Vereinen 17 Begegnungen, acht Mal gewann Hannover, sechs Mal die Kieler Störche und nur drei Unentschieden standen in der Liste. Hannovers Trainer Titz hatte gegen die Kieler vier Mal auswärts gewonnen, doch nur einmal daheim. Was würde in Hannover geschehen?
Der Start
Die erste Ecke gab es für Hannover 96 gleich in der 1. Spielminute. In der 5. Spielminute zog dann Aseko von rechts in den Strafraum der Gäste, passte zu Källman in der Mitte, der nahm den Ball direkt und verwandelte ihn zum 1:0. Das ließ die Besucher hoffen, dass das Torverhältnis sich zugunsten der Roten in der Tabelle verbesserte – denn nur dadurch unterschieden sich die zwei Teams Hannover und Elversberg noch. Und Hannover drückte weiter, zweite Ecke in der 8. Minute. Die Gäste agierten in dieser Phase nach dem Motto: Du hast keine Chance, nutze sie gut!
Die Roten pressten hoch, was den Gästen überhaupt nicht gefiel. So klappten die Abspiele nicht, die Abwehr produzierte Fehler. In der 13. Minute forderten die Fans und das Team von Titz einen Strafstoß, als Okon rüde im Strafraum von den Beinen geholt wurde. Schiri Oldhafer sah jedoch keine Regelwidrigkeit. Nur eine Minute später zeigte er dann gelb für Zec, der ebenso rustikal Yokota von den Beinen holte. Auch eine Neuerung war zu beobachten in dieser Spielphase: Hannover schoss aus der zweiten Reihe! Und das Team zeigte Kombinationen, die man lange nicht mehr gewohnt war.
In der 21. Minute dann der nächste schnelle Vorstoß über Källman, der passt nach rechts, Schuss – aber dann brauchte es noch zwei weitere Versuche, bevor Aseko den Ball an den Abwehrspielern auf der Torlinie vorbei zum 2:0 ins Gehäuse von Weiner einschob.
Druck weg

Ab der 30. Minute überließen die Hausherren den Gästen dann doch einige Spielanteile, die sich dadurch auch in Strafraumnähe von Noll begeben konnten. Doch das stellte die 96-Abwehr vor keine größeren Probleme.
Hannover ließ aber den Gästen jetzt zu viel Platz und damit Spielanteile, was zu kritischen Situationen vor allem in den Zweikämpfen führte. 43. Minute traf Harres Aseko an der Außenlinie, der daraufhin behandelt werden musste – und sah zu Recht Gelb dafür. In der Nachspielzeit noch zwei Torschüsse der Gäste. Ein gut geschossener Freistoß in der 48. und in der 49. ein Sololauf von Harres endeten bei Noll, brachten Kiel aber die erste Ecke. Nach 52 Spielminuten pfiff dann Schiedsrichter Oldhafer zur Pause.
Zweite Hälfte
Wechsel bei Hannover 96 gab es keine, bei Holstein Kiel brachte Trainer Marcel Rapp nun Japucovic für Niehoff.
Die erste Möglichkeit ergab sich wieder für Hannover, nachdem Leopold den Ball im Mittelfeld den Gästen abgenommen hatte und nach links auf Saad passte. Doch der ließ sich zu weit nach außen abdrängen und dann ging der Ball ins Aus. Ansonsten bot sich das gleiche Bild wie am Ende der ersten Halbzeit: Hannover spielte, Kiel verteidigte, doch etwas Zählbares gab es für die Störche bis jetzt nicht.
Nachdem Hannover es unverständlicherweise langsamer angehen und die Gäste kommen ließ, entwickelte sich in der 58. Minute eine Möglichkeit für die Störche, doch der Ball ging knapp übers Tor der Roten. In dieser Phase war Kiel dem Anschlusstor näher als Hannover einem weiteren Zähler.
„Schwächephase“ Hannover
Hannover kam zu weiteren Ecken, ohne jedoch das Ergebnis zu erhöhen. Trainer Rapp ersetzte in der 63. Minute Meffert durch Therkelsen, um vielleicht nach vorn mehr Druck zu erzeugen. Geschah dann auch sofort, unterstützt von der Klein-Klein spielenden hannoverschen Abwehr.
So passierte es dann in der 67. Minute auch, als ein weiterer Fehler die Kieler in Position brachte und Harres den Anschlusstreffer zum 2:1 erzielte. Dadurch bekamen die Gäste Oberwasser und wurden mutiger. Titz wechselte jetzt dreifach: Oudenne, Saad und Aseko verließen das Feld und Taibi, Thordarson und Kokolo kamen dafür. Aber auch Okon machte nicht mehr den fittesten Eindruck. Das sah auch Titz so und brachte in der 77. Minute Blank für ihn.
Dann trat die Fankurve in Aktion und weckte die Roten wieder auf. Es lief daraufhin im Sturm wieder rund: Pass auf links zu Kokolo, der flankt in die Mitte und Thordarson macht sein erstes Tor für Hannover zum 3:1. Hannover war zurück im Spiel. Der Weckruf der Fankurve war angekommen: „Wir wollen Euch siegen sehen“. Damit das auch abgesichert wurde, ersetzte Titz Källman durch Nielsen in der 80. Minute.
Letzter Versuch
Rapp brachte Schwab für Kelati (82.), in der 88. Minute folgte Müller für Harres. Das aber änderte schließlich am Ergebnis nichts mehr, obwohl Taibi sogar noch das 4. Tor für Hannover auf dem Fuß hatte, als er allein vor Torwart Weiner auftauchte – doch der verhinderte den vierten Einschlag. Nach einer vierminütigen Nachspielzeit pfiff Schiri Oldhafer die Partie ab, die für Hannover nur kurzzeitig auf der Kippe stand.
Im Rückblick bestätigte 96-Trainer Titz auch den Eindruck der 32.000 Besucher, dass man hätte höher gewinnen müssen und können – besonders im Hinblick auf den Torestand der Elversberger, die vier Tore mehr auf der Haben-Seite verzeichnen als die Roten.
Aber es ist erfreulich: Hannover 96 bleibt oben dran, schaut jetzt konzentriert auf das kommende Spiel bei Hertha BSC, um in der Tabelle weiter oben mitzuspielen – und gegen den Konkurrenten von unten auf Platz sechs den Abstand zu erhöhen.
Aufstellungen
Hannover tritt an mit Nahuel Noll, Boris Tomiak, Virgil Ghita, Enzo Leopold, Benjamin Källman, Noel Aseko, Daisuke Yokota, Ime Okon, Ekias Saad, Kolja oudenne und Maurice Neubauer. Auf der Bank warteten Leo Weinkauf, Hendry Blank, Noah Weißhaupt, Franz Roggow, Havard Nielsen, Bastian Allgeier, Williams Kkolo, Stefan Thorvardson und Waniss Taibi.
Kiel hielt dagegen mit Timon Weiner, Marko Ivezic, Kasper Davidsen, Andu Kelati, Phil Harres, Adrian Kapralik, Lasse Rosenboom, David Zech, Jonas Meffert, Niklas Niehoff und John Tolkien. Als Verstärkung warteten Lio Rothenhagen, Christiansen Roslyng, Marco Komenda, Jonas Therkelsen, Aldin Jakupovic, Stefan Schwab, Marcus Müller, Leon Parduzi und Hamza Muqai.
Die Spielleitung hatte Konrad Oldhafer mit Stefan Zielsdorf, Ben Henri Uhrig sowie Tim Kohnert als viertem Mann. Im Keller wachte Robert Hartmann.
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