Hannover 96 tritt am Freitagabend in Magdeburg beim 1. FC an

Zum ersten Freitagabendspiel des 20. Spieltages musste Hannover 96 um 18.30 Uhr zum ehemaligen Titz-Club in den Osten, zum 1. FC Magdeburg. 25.000 Zuschauer waren live mit dabei.
Acht Mal trafen die Teams aufeinander, davon gewann Hannover sechs Mal und Magdeburg ein Mal. Nur ein Spiel endete unentschieden. Hannover siegte zudem in den letzten beiden Partien. Also beste Voraussetzungen – eigentlich, denn Magdeburg kämpft mit allem was es hat gegen den Abstieg – auch mit Pyrotechnik
Pause vor dem Anpfiff
Das Spiel war wegen der Rivalitäten der beiden Clubs und der Vorfälle in Dresden als Hochrisiko-Spiel eingestuft. Entsprechend waren die Sicherheitsmaßnahmen. Und trotzdem hieß es für die Mannschaften zunächst abzuwarten. Pünktlich zum eigentlich geplanten Anpfiff zogen dicke Pyro-Nebel-Wolken durch die Avnet Arena, hielten sich wegen der Kälte am Boden und schränkten die Sicht dort erheblich ein. Der insgesamt gute Schiedsrichter Timo Gasloweit behielt die Nerven und pfiff nach rund zehn Minuten Wartezeit das Spiel an.
Hannover, bei dem nur Bundu durch Saad ersetzt worden war, ging gleich in die Offensive, der FC stand mit einer sehr engen Abwehr vor dem eigenen Tor. In der 3. Spielminute hatte Hannover für die Hausherren ungewollt die erste Möglichkeit geschaffen, als Ghita in der eigenen Hälfte in die Mitte passte – und dort nur ein Magdeburger stand. Tomiak klärte die Situation noch rechtzeitig.
In der 11. Minute wurde Yokota an der rechten Außenlinie angespielt, lief allein frei aufs Tor von Reimann zu – und schoss dann knapp am linken Pfosten vorbei. Dafür klappte es dann in der 21. Minute. Aus der 96-Hälfte kam ein langer Pass, Källman und Yokota liefen durch, Källman passt von links zu Yokota in die Mitte, der schiebt den Ball bei Reimann durch die Beine – und es heißt 0:1.
Dann entwickelt sich ein Spiel, dass Hannover kontrolliert, die Magdeburger drücken. Eine erste Ausgleichschance hatte das Team dann in der 40. Minute, als zunächst ein Schuss fast von der Grundlinie in die rechte Ecke von Nolls Gehäuse kam, der Ball abgelenkt wurde nach links und aus fast gleicher Lage der zweite Schuss auf die linke untere Ecke kam. Noll war jedoch rechtzeitig wieder oben und in der linken Ecke unten angekommen.
In der 41. Minute war Hannover dann wieder mit Källman am Zug, der rechts durch ging. Er passte den Ball ideal vors Tor – doch da war keiner mitgelaufen. Ein weiteres Tor wurde Hannover dann nicht gegeben, weil Schiri Gansloweit zuvor ein Foul von Källman gesehen hatte.
In der 45. Minute – eigentlich ja schon 56. Minute mit Pyro-Pause – ging`s dann in die Kabinen.
Zweite Hälfte beginnen mit Wechseln
Die zweite Hälfte begann pünktlich. Hannover wechselte den Torschützen Yokota gegen Weißhaupt, Magdeburgs Petrik Sander brachte Hugonet für Michel. So ging‘s los. In der 52. Spielminute dann der Scheck: Noll passte einen Abwurf zu Aseko, der rund vier Meter vor ihm stand, umringt von drei Magdeburgern. Aseko rutschte aus, Atik hatte keine Probleme, den Ball hinter Noll zum 1:1 ins Tor zu bringen. Doppelfehler in der Gästeabwehr.
Doch Hannovers Antwort kam prompt. Nur drei Minuten später erzielte Enzo Leopold nach Vorlage von Elias Saad erneut die Führung für die Gäste zum 2:1. Danach entwickelte sich ein wechselndes Spiel, die Magdeburger hatten erkannt, dass Hannover nicht unschlagbar ist.
Zwei Wechsel erfolgten in der 71. Minute: Titz bringt Stefan Thordarson und Pichler für Aseko und Källman. Minuten vorher hatte sich Aseko noch die gelbe Karte angesehen, Neubauer direkt danach. Trainer Sander schickte nun Rayan Ghrieb für Hechler und Silas Gnaka für Dariusz Stalmach aufs Feld. Noch 20. Minuten blieben den Hausherren zum Ausgleich. Der Wechsel zahlte sich aus. Nur eine Minute danach gab es für Magdeburg einen Lattentreffer, Noll hätte keine Chance gehabt.
In der 73. Minute musste sich Noll dann ganz lang machen und noch einmal nachfassen, als Marcus Mathiesen aus dem linken Strafraumbereich aufs Tor schoss. Noch hatte das 1:2 Bestand, doch Magdeburg wurde mutiger und drückender.
Titz brachte William Kokolo für Elias Saad (80.) und stärkte damit die eigenen Defensive. Hannover musste in dieser Phase aufpassen, denn die Magdeburger richteten sich fast häuslich vor dem Gästestrafraum ein. Hannovers wenige Entlastungsangriffe endeten meist in der blauen Abwehr – oder im Abseits.
In der 84. Minute entschärfte Noll eine hohe Flanke von Atik von links auf den rechten Pfosten. Noch blieben den Hausherren rund fünf Minuten zum Ausgleich – dem sie näher waren als die Gäste der klaren Entscheidung. Für die letzten Spielminuten brachte Sander noch Maximilian Breunig für Laurin Ulrich. 88. Minute Foul an Noll von Nollenberger. Der hannoversche Torwart bleibt zunächst liegen, Nollenberger wurde belehrt. Titz nutzte das für den letzten Wechsel und ersetzte Kolja Oudenne durch Waniss Taibi für die Abwehr.
Dann blieben noch sechs Minuten inklusive Nachspielzeit zum 1:3 oder 2:2. Jetzt schien jeder Abstoß von Noll gefühlt direkt bei den Magdeburgern zu landen. Die Hannoveraner kamen kaum noch über die Mittellinie. Nawrocki holte sich Gelb, Baris Atik danach auch. Freistoß, drei Minuten noch. Angriff Hannover, Kokolo über links – Fehlpass in den Strafraum. Ruck-Zuck ist Magdeburg wieder vor Noll.
95. Minute: Foul an Leopold am blauen Strafraum. Die Zeit läuft, Freistoß aus etwa 17 Metern, relativ zentral. Leopold schießt selbst – in die Arme von Reimann. Dann ist Schluss, Gansloweit pfeift fast direkt ab, Magdeburg verliert zum 7. Male zuhause und Hannover nimmt drei wichtige Punkte mit. Nun darf man gespannt auf das Spiel von Fortuna Düsseldorf gegen SV Elversberg blicken – und Magdeburg in die dunkle Zone des Abstiegs
Die Mannschaften
1. FC Magdeburg unter Trainer Petrik Sander beginnt mit Dominik Reimann, Lubambo Musonda, Marcus Mathiesen, Tobias Müller, Alexander Nollenberger, Laurin Ulrich, Falko Michel, Dariusz Stalmach, Philipp Hercher, Mateusz Zukowski und Baris Atik. Auf der Bank warten Noah Kruth, Herbert Bockhorn, Daniel Heber, Jean Hugonet, Noah Pesch, Silas Gnaka, Rayan Ghrieb, Maximilian Breunig ubd Albert Millgramm.
Hannover 96 unter Christian Titz hält dagegen mit Nahuel Noll, Virgil Ghita, Boris Tomiak, Maik Nawrocki, Maurice Neubauer, Enzo Leopold, Kolja Oudenne, Noel Aseko, Daisuke Yokota, Benjamin Kälmann und Elias Saad. Dazu kommen Leo Weinkauf, Hendry Blank, William Kokolo, Ime Okon, Naoh Weißhaupt, Franz Roggow, Sefan Thordarson, Waniss Taibi und Benedikt Pichler.
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