Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Sehnde

Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Sehnde
Ortsbrandmeister Fabian Lehrke (steh,.) begrüßte die Gäste und Kameraden zur Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr 2026 - Foto: JPH
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Zur Jahreshauptversammlung 2026 hatte der Sehnder Ortsbrandmeister Fabian Lehrte seine Feuerwehrkameraden für die ersten Januarwoche ins Feuerwehrhaus am Borsigring eingeladen. Rund 70 Angerhörige der Feuerwehr – erstmals mit den neuen Dienstgradabzeichen – waren der Einladung gefolgt und auch zahlreiche Vertreter aus Rat und Verwaltung, Nachbarortsfeuerwehren und weiteren Organisationen. So begrüßte Lehrke den Bürgermeister Olaf Kruse, den Ortsbürgermeister Michael Brozy, den Stadtratsvorsitzenden Ralf Marotzke und den Fachausschussvorsitzenden Sandy Steve Choitz. Aus dem Bereich der Feuerwehr waren der stellvertretende Regionsbrandmeister Tobias Jacob, der Brandabschnittsleiter Tobias Jacob und der Stadtbrandmeister Jochen Köpfer anwesend. Die Organisationen vertraten Marc-Oliver Kulisch vom THW, Damaris Frehrking von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sehnde und Ralf Neumann vom Förderverein.

Jahresberichte

Personal

In seinem schilderte Lehrke zunächst die personelle Lage der Ortsfeuerwehr. Derzeit beträgt der Mitgliederstand 179, was drei weniger als im Vorjahr sind. Davon sind 65 Personen in der Einsatzabteilung; zwölf Frauen und 53 Männer bilden die Gruppe, wovon sieben Personen in Sehnde mit einer Zweitmitgliedschaft aktiv mitarbeiten. Dazu kommen 16 Alterskameraden, 48 fördernde Mitglieder und ein Ehrenmitglied, Dietrich Vollbrecht.

Als Zugang meldete der Ortsbrandmeister zwei Personen, Astrid Bönecke und Stephan Kirsch, die an diesem Abend ihre Verpflichtung unterschreiben. Zudem sind Dennis Bönecke (aus Weißenfels), Nico Frenzel aus Hohenhameln, Chris Friedrichs aus Seesen, Nadine Schillberg aus Bolzum und Jean-Pierre Karow aus Langenhagen in Sehnde eingetreten.

Einsätze

Die Ortsfeuerwehr Sehnde ist im vergangenen Jahr insgesamt zu 140 Einsätzen ausgerückt, 13 mehr als 2024. Es waren 52 davon technische Hilfeleistungen, 38 Brandeinsätze drei Brandsicherheitswachen und 46 Fehlalarme sieben mehr als im Vorjahr. Dazu kam noch eine Alarmübung.

28 Feuerwehrangehörige aus Sehnde bekamen die Hochwassermedaille ausgehändigt – Foto: JPH

In seinem Bericht ging der Ortsbrandmeister dann auf drei spezielle Einsätze ein. Bereits am Neujahrstag gab es drei Einsätze, einen Wohnungsbrand im Karl-Backhaus-Ring – am Tag der Kameradschaftsfahrt in den Harz -, zu dem deshalb die Feuerwehren Ilten und Rethmar sowie die Drehleiter aus Lehrte alarmiert wurden. Ein weiterer großer Einsatz war der Brand der Getreidetrocknungsanlage in der Raiffeisen Warenhandelsgesellschaft an der Raiffeisenstraße in Sehnde. Am Mittellandkanal verhinderte die Tauchergruppe das Sinken eines Binnenschiffes – und es gab zahlreiche technische Unterstützung, von der Türöffnung bis zur Tierrettung. Hier fiel besonders die Hilfe für einen kraftlosen Bussard im Dezember auf (SN berichtete).

Zudem gab es noch einen sehr umfangreichen Einsatz zum Jahresende, als ein junger Autofahrer bei einem mutmaßlichen Autorennen die Wartestation am Busbahnhof an der KGS schwer beschädigte (SN berichtete).

Außerdem sprach Lehrke über zwei Alarmierungen durch die Leitstelle, die zunächst an die falschen Feuerwehren gingen: „Das darf im Zeitalter der Digitalisierung eigentlich nicht mehr geschehen.“

Auch das Thema Feuerwehrhausneubau griff er auf und freute sich, dass nun – mit einer weiteren Woche Verspätung – der Abriss der alten Anlagen auf dem Avacon-Gelände begonnen habe (SN berichtete).  

Die Neubeschaffungen für zwei Einsatzfahrzeuge, ein LF und ein HLF auf Mercedes-Chassis seien angelaufen und er hoffte, dass man die Neuzugänge in zwei bis drei Jahren dann gleich in die neuen Hallen eingestellt werden können.

Über die schnelle Beschaffung der neuen Dienstgrababzeichen freute sich die Sehnder Feuerwehr, zumal die neuen Uniformen folgen sollen, doch aufgrund der finanziellen Situation der Stadt nicht höchste Priorität genössen – anders als die beschafften neuen Taucheranzüge.

Zwar habe die Feuerwehr auch 2025 wieder am Schützenumzug, dem Martinsumzug, dem Volkstrauertag, dem Osterfeuer und dem Weihnachtsmarkt teilgenommen, doch die komplizierte Absicherung gegen Amokfahrten sei ein echtes Problem.

Ortsjugendfeuerwehrwartin

Ortsbürgermeister Michael Brozy dankte der Ortsfeuerwehr für ihr hohes Engagement – Foto: JPH

Die Ortsjugendfeuerwehrwartin Lena Ascher berichtete von 21 Jugendlichen in der Feuerwehr, zwölf Jungen und neun Mädchen; dazu kamen neun Betreuer. Die Abteilung leistete 51 Dienste, war acht Tage im Zeltlager und nahm an Fahrten teil – und feierte das 780-jährige Bestehen der Abteilung in Sehnde. Ein Jugendlicher erwarb die Leistungsspange, drei die Jugendflamme Stufe 1 und zwei die der Stufe 2. Auch eine Besichtigung eine RTW gab es und die Herz-Druck-Massage habe man dabei geübt.

Kinderfeuerwehrwart

Kinderfeuerwehrwart Lars Ascher zählt 28 Kinder zu seiner Gruppe, 13 sind Mädchen und 15 Jungen. Der Dienst der Gruppe findet alle zwei Wochen statt. Es gab auch 2025 wieder eine Übernachtung im Feuerwehrhaus und das Zeltlager in Amelinghausen. Zudem solle man sich schon einmal den 6.6. des Jahres vormerken. Dann nämlich wird die Kinderfeuerwehr 25 Jahre alt.

Atemschutzgerätewart

Der Atemschutzgerätewart Jörn Ahlfeldt berichtete, dass derzeit 26 ausgebildete Atemschutzgeräteträger (ATG) verfügbar und vier derzeit ausgefallen seien. Zusätzlich wären drei Kameraden aus anderen Ortsfeuerwehren für die Tagesbereitschaft verfügbar. Die ATG haben 14 Ausbildungsdienste und Brandübungsanlagen besucht.

Tauchwart

Tauchwart Christian Löhr verfügt in seiner Gruppe über sechs Feuerwehrtaucher, vier davon mit Taucherprüfung 2. Die leisteten 32 Tauchdienste und erledigten fünf Alarmierungen, davon drei im Bereich des Mittellandkanals. Der längste Einsatz 2025 war dabei der Taucheinsatz, den auch schon Fabian Lehrke erwähnt hatte, mit sechs Stunden zur Abdichtung von zwei Lecks am Binnenschiff. Zudem wurde ein Festgenommener aus dem See gerettet, der in Handschellen sich so der Polizei entziehen wollte.

Ehrungen und Beförderungen

An diesem Abend wurden auch 28 Hochwassermedaillen an die Mitglieder überreicht, die Weihnachten und Jahreswechsel 2023 aktiv im Einsatz waren.

Stadtbrandmeister Jochen Köpfer (steh.) berichtete aus dem Stadtkommando – Foto: JPH

Für langjährige Mitgliedschaften überreichten der stellvertretende Regionsbrandmeister Wellmanns und Stadtbrandmeister Köpfer das niedersächsische Feuerwehrehrenzeichen für 50-jährige Mitgliedschaft in Gold an den Ersten Hauptfeuerwehrmann Günter Haase. Hermann Rieche erhielt in Abwesenheit das Abzeichen des niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes in Gold für 50-jährige Mitgliedschaft.

Befördert vom Ortsbrandmeister wurden Martina Steiner, Nadine Schillberg, Julius Paeplow, Maurice Klasen, Philip Notvogel und Chris Friedrichs zum Oberfeuerwehrmann – und Mirco Pechatz zum Ersten Hauptfeuerwehrmann. Stadtbrandmeister Jochen Köpfer ernannte danach Lena Ascher zur Brandmeisterin, Nils Haase und Lars Ascher zum Oberbrandmeister sowie Michael Berthold, Thomas Grabowski und Daniel Hommann zu Hauptbrandmeistern.

Grußworte

Der Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse ging in seinen Grußworten auf umfangreiche Beschaffungen ein. So gab es neue Tauchgeräte und -Anzüge für insgesamt 64.000 Euro, Einsatztabletts für 20.000 Euro, die Gefahrstoffdatenbank „Memplex“ für 17.000 Euro und zahlreiche weitere Verbesserungen. Dazu gehören eine Sirenenplanung nach Stopp der eigenen Anschaffung, Fahrzeugbeschaffungen und neue Laptops für Windows 11.

Die Fahrzeugnachfolge ist mit der ersten Ausschreibungsrunde für ein HLF (Sehnde), zwei LF (Sehnde und Ilten) gelaufen, im Januar 2026 erfolgen die Auftragsgespräche. Die zweite Ausschreibungsrunde für ein LF 10 (Rethmar) und zwei TLF 4000 (Sehnde und Höver) ist im Dezember erfolgt. Zudem gibt es mit Ayman Kret noch einen befristet eingestellten zweiten hauptamtlichen Gerätewart bis März 2026. Dann soll die Stelle im Haushalt verankert werden. Kret arbeitet hauptsächlich im Rathaus und wickelt die ganzen Formalien für die Feuerwehren ab. Im Bereich Fachdienst Ordnung und Recht haben sich personelle Veränderungen ergeben, auf die Kruse im Detail einging, da sie die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Feuerwehren betreffen.

Neuaufnahmen, Geehrte und Beförderte: Stellv. Ortsbrandmeister Ron Breitenherdt, Chris Martin Friedrichs, Michael Berthold, Mirco Pechatz, Maurice Klasen, Julius Paeplow, Lena Ascher, Daniel Hommann, Nadine Schillberg, Nils Haase, Stephan Kirsch, Lars Ascher, Günter Haase, Martina Steiner und Ortsbrandmeister Fabian Lehrke (v.li.) – Foto: JPH

Auch bauliche Vorhaben hat der Bürgermeister vorgetragen, so unter anderem die Planungen für den Neubau in Wassel, Abstellflächen und -räume sowie Sanierungen. Zudem wies er darauf hin, dass vor der Abgabe zur Reinigung die Einsatzbekleidung auf Tascheninhalte geprüft werden muss, da die in der JVA ausgeführt wird; da wurde schon mal ein Taschenmesser gefunden.

Ortsbürgermeister Michael Brozy dankte den Kameraden für ihren Einsatz zum Wohle der Bürger der Stadt und bei zahlreichen Veranstaltungen. Er hoffe, dass man das neue Feuerwehrhaus 2028 beziehen könne. Beeindruckt sei er immer wieder von der Bandbreite des Einsatzspektrums und er sehe die Feuerwehr als eine wichtige infrastrukturelle Säule der Stadt.

Niels Wellmann überbrachte die Grüße der Regionsfeuerwehrführung, war beindruckt von den vielen Einsätzen in der Stadt und versicherte den Anwesenden, dass man bei der Regionsfeuerwehr intensiv an der Umsetzung der neuen Feuerwehreinsatzverordnung arbeite. Im Mai, so fügte er hinzu, werde es wieder eine Blaulichtmeile in Hannover geben und die Bundeswettbewerbe stehen an.

Stadtbrandmeister Jochen Köpfer gab einen kurzen Abriss über die Einsatzzahlen der Stadtfeuerwehr, die mit 233 Einsätzen 2025 einen leichten Rückgang von 18 Einsätzen verzeichnet. Die modulare Einsatzausbildung habe sich für Stufe 1 und 2 bewährt, aber die Stufe 3 fehle nach wie vor. Ausbildungslehrgänge an der Motorsäge und Erste Hilfe sowie zahlreiche Wettkämpfe seine zudem erfolgt.

Ralf Neumann für den Förderverein dankte den Freiwilligen und nannte die Zahl von 14.000 Euro, die man als Unterstützung gezahlt habe. Damit wurden das Zeltlager, die Realbrandausbildung und Förderung der Kameradschaft unterstützt wie auch Sachausrüstungen finanziert.

Abschließend ergriffen Pastorin Damaris Frehrking und Marc-Oliver Kulisch vom THW das Wort und dankten den Anwesenden für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung.

Im Anschluss beendete Ortsbrandmeister Fabian Lehrke den offiziellen Teil der Zusammenkunft.

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