Gemeinsames Maifest von SPD, DGB und Samosfreunden in Sehnde mit viel Besuch

Gemeinsames Maifest von SPD, DGB und Samosfreunden in Sehnde mit viel Besuch
Die Blauen Jungs aus Bolzum erfreuten die Gäste mit ihren Shantys - Foto: JPH
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Das fast schon traditionelle Maifest der Sehnde SPD mit dem Sehnder DGB und den Samosfreunden um Jürgen Falkenhagen fand auch dieses Jahr wieder auf dem Hof an der Kurzen Straße in Sehnde statt. Dort hatten sich gleich zum Beginn bei bestem, fast heißem Wetter, rund 150 Personen eingefunden, darunter auch der Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse, die SPD-Stadtvorsitzende Andrea Gaedecke – zudem waren hochrangige Sprecher angekündigt mit Dr. Matthias Miersch, Bundestagsfraktionsvorsitzender und Regionspräsident Steffen Krach. Für die Gäste gab es zahlreiche kulinarische und Getränkeangebote, damit der Tag gut gestaltet werden konnte.

Der Tag wurde eingeleitet mit einer Andacht von Pastorin Damaris Frehrking unter dem Motto „Mach Dich stark mit uns“ – angelehnt an den Kirchentag mit „Mutig, stark, beherzt“. Sie verwies auf die Gleichwertigkeit aller Tätigkeiten, was auch das Menschenbild darstelle. Die Würdigung von Berufen, von der Hausfrau bis zum Politiker, sei nicht nur in Geldwerten messbar, sondern auch in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft.

Der Maifeiertag als Politikum

Der Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse begrüßte die Gäste als Erster – Foto: JPH

Carsten Börner vom DGB Sehnde begrüßte die inzwischen angewachsene Gästeschar im Namen des DGB und verlas den Maiaufruf der Gewerkschaft. Er betonte, dass man „Deutschland nun wieder aufbauen und die Wirtschaft voranbringen müsse, um uns zukunftsfähig zu machen und abzusichern. Dazu gehören auch der armutsfeste Mindestlohn, der Sozialstaat, gerechte Arbeitszeiten und die Absicherung von Krankengeld und der Rente.“ Ihm folgte Holger Nieden, vom Hauptvorstand des DGB, der zum Zusammenhalt in diesen „unsicheren Zeiten“ aufrief und unter Applaus hinzufügte, dass „Rechtspopulisten und Faschisten hier keinen Platz haben.“ Aber dazu müsse man die Kommunen als Träger der Gesellschaft und „Herz des Staates“ finanziell entsprechend so ausstatten, dass die Unterstützung auch unten ankäme.

Regionspräsident Steffen Krach sprach danach über Bildung, ÖPNV und Senioreneinrichtungen in der Region, aber nicht zu Fragen der Krankenhausversorgung, die gerade im Raum Burgdorf, Uetze, Lehrte uns Sehnde viele ältere Menschen bewegt. Er reif dazu auf, die Demokratie angesichts des wieder erstarkenden Rechtspopulismus in Europa zu stärken und die gewonnene Freiheit zu verteidigen: „Demokratie ist gemeinsame Verantwortung, deren Aufbau wird nach 75 Jahren nicht wieder hergeben dürfen, um einem Trend hinterherzulaufen.“

Carsten Börner (DGB), Dr. Silke Lesemann (MdL/SPD), Olaf Kruse (Bürgermeister/SPD) und Regionspräsident Steffen Krach (v.li.) feierten mit in den Mai – Foto: JPH

Jürgen Falkenhagen, Hausherr und Sprecher der Samosfreunde begrüßte danach die Gäste auf seinem Hof, mittlerweile rund 250 Personen, und lud sie ein zu Speis‘ und Trank von Gegrilltem bis zu Kaffee und Kuchen. Der Erlös komme dann wieder der Arbeit der Samosfreunde auf der griechischen Insel zugute – immerhin auch ein Akt der Solidarität, dem dieser Tag gewidmet sei.

Besuch von Dr. Matthias Miersch

Ab 12 Uhr wurden dann die Gäste unterhalten von den Blauen Jungs, dem Shantychor aus Bolzum, der mit voller Mannschaftsstärke auf diesem fest wieder mit seinen Seemannsliedern für Stimmung sorgte.

Dr. Matthias Miersch (re.) – hier mit Bürgermeister Olaf Kruse, der parteilosen SPD-Bürgermeister-Kandidatin Daniela Busche, Dr. Silke Lesemann (MdL) und Gastgeber Jürgen Falkenhagen (v.li.) – war der Hauptredner an diesem Tag – Foto: JPH

Als ein weiterer Hauptredner kam dann Dr. Matthais Miersch von Lehrte nach Sehnde, der in dieser politisch bewegten Zeit auch einige Gedanken zur Zukunft beitragen wollte. Er begann mit dem Hinweis, dass man leider jetzt mit einem Verbündeten jenseits des Atlantiks umgehen müsse, der die Welt nur in Zöllen, ungeprüften Abschiebungen nach El Salvador und als Deals sehe, sich dazu noch mit seinen Unterstützern in die Politik anderer Staaten einmische und die Demokratie anders bewerte. Er betonte ebenfalls, dass 80 Jahre Frieden kein Selbstläufer ist, sondern der hart erkämpft wurde mit Kompromissen und den man jetzt – genau wie die Demokratie – nicht grundsätzlich in Frage stellen dürfe. Und nun solle man den 1. Mai einmal zum Anlass nehmen und sich fragen: „Wofür kämpfen wir? Demokratie ist eine Folge von Kompromissen, die am Ende aber alle mittragen könnten.“ Er fügte hinzu, dass er in der gegenwärtigen Lage dankbar sei für die Sondervermögen und die Reform der Schuldenbremse, um Deutschland zu sichern. Dazu gehörten auch eine bessere Infrastruktur, Kindergärten, Schulen und die Lösung von Sozialfragen wie die Rente, die es gesetzlich abzusichern gelte. Aber dafür brauche man auch „qualifizierte Zuwanderung, gesetzlichen Mindestlohn“, aber auch die europäische Zusammenarbeit, denn „allein erreichen wir nichts“.

Nach dem offiziellen rednerischen Teil feierten die Besucher noch gemütlich bis in den frühen Nachmittag und da gab es dann auch wieder etwas zu gewinnen. Die Preisfrage des diesjährigen Festes lautete: Wieviel Arbeitsstunden hat es gedauert, bis der Maikranz mit Trecker des Baujahres 2015 bis heute fertiggestellt war? Das waren 322 Stunden, wie Jürgen Falkenhagen zum Schluss noch verriet.

Neufreischaltung

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