Zurücktreten und dabeibleiben: Jürgen Dauter gibt sein Amt ab

24. Februar 2015 @

Er ist ein Sehnder Urgestein und jeder kennt ihn: Jürgen Reiner Dauter (58), Ortsbrandmeister der Sehnder Freiwilligen Feuerwehr – geboren im Dezember 1956 in Sehnde. Jetzt legt er sein Amt zum 30. April nieder und macht Platz für den Nachwuchs. Diese Woche ist die Wahl für seinen Nachfolger, danach beginnt die Übergabe. Dann wird der Rat der Stadt seine Berufung zum Ehrenbeamten aufheben und schließlich tritt er wieder ins zweite Glied zurück. Dann hat er 48 Jahre Feuerwehrdienst für die Sehnder Bürger geleistet.

Brandeinsätze, Bergen und Hilfeleistung hat er lange Zeit geleitet - Foto: JPH

Brandeinsätze, Bergen und Hilfeleistung hat er lange Zeit geleitet – Foto: JPH

„Das heißt aber nicht, dass ich dann nichts mehr mit der Feuerwehr zu tun haben will“, sagt er. Das wäre wohl auch nicht zu erwarten gewesen, wo doch die Feuerwehr vieles in seinem Leben bestimmt hat. Nachdem Dauter die Schule in Sehnde absolviert hatte, trat er in die Lehre zum Starkstromelektriker bei K+S ein. „Unser Schulhaus damals war der E-Trakt der heutigen KGS“, so der Ur-Sehnder. 1980 wechselte Dauter zur Stadtverwaltung und machte dort 1982 die Ausbildung zum Klärfacharbeiter und 1986 folgte der Klärmeister.

Bereits mit zehn Jahren war er in die Jugendfeuerwehr eingetreten, die damals von Hannelore und Klaus Szyma geführt wurde. Gern erinnert er sich an die Zeit, dabei besonders an die Zeltlager und die vielen Aktionen, die die beiden organisiert haben. „Sie haben quasi die Jugendfeuerwehr wieder aktiviert“, fügt er hinzu. Danach ist er in den aktiven Dienst übergetreten, hat viele Ausbildungen und Lehrgänge absolviert – so den für Atemschutz, den Bootsführer- und Drehleiterschein. „1995 habe ich auch die Drehleiter mit beim Hersteller abgeholt und dort eine Firmeneinweisung bekommen“, erzählt er.

Jürgen Dauter vor "seiner Drehleiter" - Foto: JPH

Jürgen Dauter vor „seiner Drehleiter“ – Foto: JPH

Auch im beruflichen Bereich kam er weiter und wurde 1986 Chef der Sehnder Kläranlage, zu der damals noch die von Ilten, Höver und Dolgen gehörten. Parallel wurde er im Ortskommando Nachfolger von Jürgen Lehrke als Kassierer. „Das Amt habe ich zwölf Jahre ausgeübt, zusammen mit Helmut Bätje, von dem ich viel gelernt habe“, beschreibt er seinen Weg zum Ortsbrandmeister. „1999 schied dann Hannes Langer als Ortsbrandmeister aus, und ich wurde gewählt.“ In die nunmehr knapp 16 Jahre als Wehrführer fielen einige große Dinge. So gab es ein neues TLF, ein Löschgruppenfahrzeug, das Taucherfahrzeug, das mit einer Spende von Günther Mirsch selbst aufgebaut wurde, den ELW und den GW-Logistik.

Als persönlich wichtig stuft er die Entwicklung der Jugend- und Kinderfeuerwehr ein. „Sie ist die Basis unserer Feuerwehr und ich bin froh, dass wir so gute Jugendwarte haben. Nur über ihre gute Jugendarbeit können wir Nachwuchs gewinnen“, meint er. Und in seine Amtszeit fällt auch die große Feier zum 125-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Sehnde. „Die Planungen dauerten rund drei Jahre, die Initiativen waren toll – so wie die Blaulichtmeile, das Festzelt oder die Hubschrauberrundflüge“, erinnert er sich.

Jetzt wird Jürgen Dauter kürzer Treten und mehr Zeit privat nutzen - Foto: JPH

Jetzt wird Jürgen Dauter kürzer treten und mehr Zeit privat nutzen – Foto: JPH

Den Rücktritt hatte er schon früher angekündigt, nämlich bei seiner letzten Wahl. Da fügte er bereits an, dass er nach Abschluss aller Maßnahmen der Feiern zum 125-jährigen Bestehen seinen Platz räumen werde. Und im letzten Urlaub habe er sich die Situation dann überlegt und für sich entscheiden, dass er nun ruhiger Leben wolle. „Es ist kein Weglaufen oder Scheiden im Bösen. Aber ich will die Belastungen etwas reduzieren“, betont er und denkt an Nacht- und Wochenendalarme. Und will natürlich Gerüchten damit vorbeugen: „Ich hatte es schon vor Jahren angekündigt, und ich sehe diesen Zeitpunkt nun als gekommen an.“

Jetzt will er in der gewonnen Freizeit seinen Wunsch nach Reisen mit seiner Frau und der Familie mehr nachkommen. „Aber natürlich bleibt mein Hobby die Feuerwehr“, sagt er zum Abschluss. „Ich werde zwar zurücktreten, aber natürlich dabeibleiben.“

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