Zu Besuch bei den „mobilen Hühnern“

5. September 2015 @

Im Rahmen ihres Sommerprogramms kam die Parlamentarische Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, Dr. Maria Flachsbart, in ihren Wahlkreis und besuchte dort unter anderem den Eierhof von Dirk Bartels in Bilm. Bartels hat für die studierte Tierärztin etwas zu bieten, was in deren Wahlkreis noch neu ist: Zwei mobile Hühnerställe, die er mit rund 2000 Tieren besetzt.

Dirk Bartels (li.) erklärte die Anlage dem Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen lehrke und der Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth (v.re.) - Foto: JPH

Dirk Bartels (li.) erklärt die Anlage dem Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und der Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth (v.re.) – Foto: JPH

Mit ihrem Kollegen Hans-Joachim Denecke-Jöhrens (MdL) aus Lehrte, dem Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden des Sehnder Stadtrates Hartmut Völksen und der CDU-Ortsratsvertreterin Elisabeth Schärling hatte man sich am Donnerstag auf dem Bartels-Hof in Bilm mit Dirk Bartels und seinem Vater Herbert sowie den Erfindern und Herstellern der mobilen Ställe aus Rietberg/Westfalen, Andreas Wördekämper und Manfred Kollenberg, verabredet, um sich über diese mögliche Lösung für die Geflügelhaltung nach Wegfall der Käfighaltung zu informieren.

Eine mobile EInheit für die Hühner auf dem Feld - Foto: JPH

Eine mobile Einheit für die Hühner auf dem Feld – Foto: JPH

Bartels hält rund 5500 Hennen in seinen fünf stationären Ställen, wobei 1550 Tiere pro Stall eigentlich erlaubt wären. Gleiches gilt für seine Hühner in den mobilen Einheiten, die mit je 1000 Hennen besetzt sind, obwohl auch hier die Zahl höher sein dürfte. „Diese Anzahl ist für die Tiere am unproblematischsten und garantiert ihnen eine vernünftige Lebensqualität“, so Bartels. Die produzierten Eier vom Hof Bartels werden in Boden- oder Freilandhaltung erzeugt und sind im Verkaufspreis am Ende rund 9 Cent teurer als die Käfigeier. „Aber ich habe Kunden, die mir die Treue halten und diesen Preisunterschied der Qualität wegen mittragen“, erzählt Bartels. Zudem haben die Tiere in den mobilen Ställen besseren Auslauf als gesetzlich vorgeschrieben: vier Quadratmeter verlangt der Gesetzgeber je Henne, Bartels sieht dagegen 8,5 Quadratmeter vor. Da die Tiere aber den Grünbereich relativ schnell verwüsten, werden die zwei „Mobilheime“ alle sechs bis sieben Wochen verschoben. So können sich die Fläche erholen und die Tiere keinen bleibenden Schaden anrichten.

Dirk Bartels erklärt Dr Flachsbarth und Lehrke die Besonderheiten der Hühnerhaltung - Foto: JPH

Dirk Bartels (mi.) erklärt Hartmut Völksen, Dr. Maria Flachsbarth und Carl Jürgen Lehrke (v.li.) die Besonderheiten der Hühnerhaltung – Foto: JPH

Nach rund elfeinhalb Monaten werden die Tiere im Herbst geschlachtet, die Hennen in den stationären Ställen bleiben dagegen für 13 bis 14 Monate im Besatz. Nach einer Aufbereitung der mobilen Ställe werden sie neu besetzt mit Jungtieren. Das Überwintern in den Ställen ist problemlos möglich, der Energieaufwand minimal. In den schlittengelagerten Ställen gibt es einen Scharr-Bereich, Picksteine in Vorbereitung auf das Verbot des Schnabelkürzens und rund zehn Kilogramm Weizen pro Tag – dazu den Auslauf rechts und links vom Stall. „Das System wird elektronisch gesteuert und die Tiere lernen es schnell“, meint Bartels. Insgesamt hat sich die Anschaffung des Systems für den Eierhof Bartels gelohnt, so das Fazit des Hofbesitzers. „Das mobile System könnte ein Ersatz für die Käfighaltung sein. Es gibt Grünauslauf und die Geruchsbelästigung ist auch nicht vorhanden. Die führt stört uns Menschen, bei den Hennen führt sie jedoch zu erhöhtem Stress und damit Aggression.“

Zum Abschluss gab es noch eine Sonderportion Futter von der Staatsekretärin - Foto: JPH

Zum Abschluss gab es noch eine Sonderportion Futter von der Staatsekretärin – Foto: JPH

Auch die Staatssekretärin ist von der Lösung angetan: „Bartels nimmt neun Cent mehr pro Ei mehr für das Tierwohl – das hat meine Hochachtung. Und das System ist sicher ein möglicher Ansatz, um einen Kompromiss zwischen Tierwohl und Produktion zu finden. Aus diesem Grund sind diese Besuche vor Ort immer wieder gut, um das Theoretische in Berlin um die Wirklichkeit zu ergänzen.“

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