Windpark bei Dolgen/Evern entfällt – Weltraumbahnhof vorgesehen

1. April 2016 @

SEHNDE-NEWS. Die bei Dolgen und Evern geplanten Test-Windkraftanlagen entfallen ersatzlos, glaubt man den letzten Änderungen im Regionalen Raumunordnungsprogramm. Die Bedenken der Bevölkerung und der Einwohner der dortigen Orte werden bei der Überplanung berücksichtigt werden, wie gewöhnlich gut unterrichtete Greise aus der Region mitteilen.

Der Plan für die neuen Startrampen (rote Kringel) ist noch als geheim eingestuft und darf hier nicht gezeigt werden – Foto: JPH

Der Plan für die neuen Startrampen (rote Kringel) ist noch als geheim eingestuft und darf hier nicht gezeigt werden – Foto: JPH

Das derzeit in der Überarbeitung befindliche Regionale Raumunordnungsprogramm 2016 wird nicht mehr, wie bisher, im Raum Evern einen Windtestpark vorsehen. Damit werden die Bedenken der dortigen Bürger berücksichtigt, ebenso, wie die des Flughafens Langenhagen bezüglich seiner Anfluganlagen für mittelgroße Motorsegler und unerkannte UFOs. Mit der Umplanung haben zugleich auch die Rote Milan und die Rote Zora dort wieder freies Flugfeld und werden durch die jetzt vorgesehene Bauplanung nicht mehr betroffen sein. Pech dürften lediglich ein paar eventuell vorbeiziehende Kraniche haben, aber davon gibt es laut Landeskranichzählbeauftragtem Flughilf Grauraiha genügend, so dass „ein paar weniger nicht ins Gewicht fallen werden.“

Während das Testfeld nun nach Wunstorf abgegeben werden wird, sieht die Regionsplanung in dem Bereich einen Weltraumbahnhof vor. Dieser hat den Vorteil, dass die Startzeiten immer in die Tiefschlafphase der Anlieger gelegt werden können, so dass nach einem Abschuss noch genügend Zeit zum Wiedereinschlafen bis zum nächsten Morgen verbleibt. Da auch keine Landetätigkeiten zu erwarten sind –ordnungsgemäß funktionierendes Trägermittel vorausgesetzt- fällt die Ruhestörung auch nur einfach statt doppelt an. Die Fledermäuse in dem Bereich werden davon genauso wenig betroffen sein, wie die Greifvögel aller Art. Da die Starts nachts erfolgen, die Fledermäuse jedoch ein zu kleines Ziel sind, dürften sich die beiden Fluggeräte nicht ins Gehege kommen. Die Greifvögel dagegen fliegen nur tagsüber, was die Raketen in der Regel nicht tun sollen. Da die zudem nur nach oben fliegen, kann der Flughafen Langenhagen sie gut auf seinem Radar identifizieren und sie würden kein Anflugfunkfeuer stören. Als Kompensation erhält der Tower zusätzlich ein Dauerabo der Bäckerblume.

Aus diesem Hügel werden sich demnächst die Raketen erheben - Foto: JPH

Aus diesem Hügel werden sich demnächst die Raketen erheben – Foto: JPH

Nachdem die ersten Testschüsse, vermutlich in der Nacht vom 31. März zum 1. April 2020, erfolgt sind, könnte sich dort die Entwicklung in Richtung lokalem Weltraumbahnhof ergeben, weshalb die Region schon die Verlängerung der S-Bahn in diesen Bereich mit ICE-Anschluss plant. Erste Maßnahmen dafür stehen bereits im Bundesverkehrswegeplan, dort noch als „Verlegung der B 65“ getarnt; Angehörige der lokalen Lügenpresse sind darauf schon hereingefallen und haben von dem Neubau nördlich der Ortschaft Rethmar berichtet, was bereits zu Tumulten im dortigen Ortsrat führte mit dem Ruf: „Umleitung geht gar nicht!“ Diese neuen Pläne gehen als Nachtrag zum Vortrag ausschließlich dem Ortsrat Haimar-Dolgen-Evern in der nächsten Sitzung zum Kommentar zu, der danach umgehend der blauen Regionstonne zugestellt wird.

Der Sehnder Stadtrat hat es bis jetzt abgelehnt, sich mit der Umplanung überhaupt zu befassen und besteht auf dem wohl lukrativeren Windkraft-Testfeld. Die Ratsfraktion der Grünen/B 90 allerdings hat sich umgehend gegen das Vorhaben ausgesprochen mit den Worten: „Wir sind gegen alles, was fliegt. Macht nur Dreck von oben.“ Das wiederum hat postwendend den Regionsstorchflugwart und den BUND auf den Plan gerufen, die den Weltraum zur Schutzzone für Vögel erklären lassen wollen. Auch die Ortsfeuerwehr Haimar ist tätig geworden und fordert ein FLF Panther 8×8 im Brandschutzbedarfsplan; die Prüfung, ob das Gerät ins aktuelle Feuerwehrhaus passt, läuft noch. Man sieht, da besteht noch viel Diskussions- und Rede-, aber kaum Handlungsbedarf.

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