Widerstand gegen Windräder in Dolgen beginnt

11. November 2015 @

Nördlich von Dolgen und Evern will die Regionsverwaltung im Rahmen des Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) eine Fläche als neues Vorranggebiet für Windenergie ausweisen. Dort sollen etwa neun Windräder in Höhe von 200 Metern gebaut werden. Der Abstand zur Wohnbebauung von Dolgen beträgt der im Moment aktuellen RROP-Planung zufolge nur 800 Meter. Dagegen regt sich nun Widerstand in den drei Ortsteilen Dolgen, Haimar und Evern.

Artur Horn, Roswita Horn, Lutz Eberhard, Silke Bornstedt, Wilfried Brauns und Frank Hunte (v.li.) waren zur Übergabe der Unterschriften an den Bürgermeister zum Rathaus gekommen – Foto: R. Horn/IG

Artur Horn, Roswita Horn, Lutz Eberhard, Silke Bornstedt, Wilfried Brauns und Frank Hunte (v.li.) waren zur Übergabe der Unterschriften an den Bürgermeister zum Rathaus gekommen – Foto: R. Horn/IG

Was die Planung für die Anwohner bedeutet, so Roswita Horn, Ortsratsmitglied der SPD von Dolgen-Haimar-Evern, wird im Entwurf für das Raumordnungsprogramm deutlich beschrieben: Es sind erhöhte Lärmbelästigungen zu erwarten sowie bei niedrigem Sonnenstand eine Licht-Schatten-Wirkung, der sogenannte „Disco-Effekt“. Unzulässige Belastungen der Anwohner sollen durch zeitweises Abschalten vermieden werden.

Durch die Ausweisung dieser Potentialfläche werden 2erheblich beeinträchtigende Umweltauswirkungen vorbereitet2, so Horn. Gegen diese Belastungen und weitere, die nicht erwähnt wurden, und die zudem gegen Artikel 2 des Grundgesetzes verstoßen, hat sich eine Interessengemeinschaft (IG) gebildet, die Flyer verteilt und eine eigene Homepage installiert hat, teilt das Ortsratsmitglied mit. Nach einer Informationskampagne durch die IG wurden Unterschriften gesammelt, und es haben 459 Einwohner von Dolgen, Evern und Haimar mit ihrer Unterschrift gegen die Planungen im RROP protestiert.

Die gesammelten Unterschriften wurden am 5. November dem Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke übergeben mit der Bitte, das Votum der Bürger in der Stellungnahme der Stadt Sehnde zur Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms zu berücksichtigen. Eine Kopie der Unterschriften wurde mit einer Stellungnahme an die Regionsverwaltung weitergeleitet. Am gestrigen Dienstag befasste sich der Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung und Bauaufsicht im Rahmen der Beratung zur Stellungnahme der Stadt Sehnde zum RROP mit dem Wunsch der Dolgener (siehe gesonderten Bericht).

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