Waldohreulen brüten in Sehnde

17. Juni 2015 @

Die Waldohreule, die wie ein kleiner Uhu aussieht mit ihren Federohren, hat eine Größe von rund 36 Zentimetern und eine Spannweite von etwa 95 Zentimetern. Sie ist damit so groß wie etwa ein Waldkauz, doch schlanker und leichter. Dafür haben sie die charakteristischen großen Federohren. Ihre Augen sind leuchtend gelborange. Nun ist sie auch in Sehnde aufgetaucht, was wir Dank der Bilder unseres Lesers Rainer Kampmann jetzt dokumentieren können; vielen Dank dafür.

Mißtrauisch wird der Fotograph beobachtet: Kann der vielleicht fliegen? - Foto: Rainer Kampmann

Mißtrauisch wird der Fotograph beobachtet: Kann der vielleicht fliegen? – Foto: Rainer Kampmann

Das Gelände, dass die Tiere bevorzugen, ist offenes Gelände mit niedrigem Bodenbewuchs, weshalb man sie in Mitteleuropa in Kulturlandschaften, Dauergrünflächen und Mooren findet. Dabei liebt sie zum Ansitz Nadelbäume vor Laubbäumen, weil sie besser Deckung bietet und sie dort auch ihre Nester findet – nämlich aufgegebene Krähen- und Elsternnester. Wobei sie auch selten am Boden brütet. Aber sie weicht auch in Gehözgruppen und Hecken aus und nutzt Randbereiche von Städten, wenn dort noch Landwirtschaft betrieben wird.

Auf der Mauer kann manzwar gut sehen, aber wird auch gut endeckt von den Feinden - Foto: Rainer Kampmann

Auf der Mauer kann man zwar gut sehen, wird aber auch von den Feinden gut entdeckt – Foto: Rainer Kampmann

Die Waldohreule jagt während der Dämmerung und in der Nacht, tagsüber nur, wenn die Nahrung sonst knapp ist, wie oft im Winter. Ihr Flug ist wie bei allen Eulen absolut geräuschlos und erfolgt als „Suchflug“ dicht über dem Boden. Dabei ortet sie ihre Beute optisch und akustisch und geht in den Rüttelflug über, wenn es etwas interessantes gibt. Dabei sucht die das Umfeld der Beute ab. Auf Mäusejagd geht sie auch aus dem Ansitz heraus. Die sind ihre Hauptspeise, aber auch Sperlinge und Grünfinken erbeutet sie.

Aus guter Position überwacht das Alttier seinen Nachwuchs - Foto: Rainer Kampmann

Aus guter Position überwacht das Alttier seinen Nachwuchs. Charakteristisch die „Federohren“ – Foto: Rainer Kampmann

Zwischen Ende März und Mitte April brütet das Paar zwischen vier und acht Eier aus, wobei der Regelfall vier bis sechs sind. Nach etwa 28 Tagen sind die Küken da, die etwa mit drei Wochen bereits in die Baumkronen klettern, bevor sie mit rund 10 Wochen selbst Mäuse jagen. Trotzdem füttern die Eltern ihren Nachwuchs noch bis mindestens zur 11. Woche. Da die Eulen zu den Beutetieren der größeren Uhus und Habichte gehören, überleben nur rund die Hälfte aller Jungtiere. Dann aber werden sie bis zu 28 Jahren alt. Um den Winter besser zu überstehen, halten sich die Vögel zudem bevorzugt im Umfeld von größeren Städten und Ortschaften auf. Hier findet sich auch in der kalten Jahreszeit genügend Nahrung.

In Deutschland leben etwa 32 000 Brutpaare – nun auch mindestens eines in Sehnde, im Garten von Reiner Kampmann. „Vier junge Eulen und die Mutter-Eule unternehmen dort jeden Abend Flugversuche und unterhalten sich lautstark“, so schreibt Rainer Kampmann, „einfach toll zu beobachten.“

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