Verein „Unser Höver“ besucht „die Asse“

4. Mai 2015 @

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schätze in unserem Untergrund“ veranstaltete der Heimatbund „Unser Höver“ nun die erste Exkursion. Zu den Bodenschätzen, die im Bereich Höver gefunden werden, gehören auch Kali- und Steinsalze. Da ein Besichtigung der Grubenanlagen in Sehnde und in Lehrte nicht möglich war, besuchte man, sicher auch unter einem anderen Vorzeichen, die Schachtanlage Asse II in Remlingen.

Vor Ort gab es viele Erläuterungen zur früheren und heutigen Nutzung - Foto: M. Hollaschke

Vor Ort gab es viele Erläuterungen zur früheren und heutigen Nutzung – Foto: M. Hollaschke

Es handelt sich hier um eines von ehemals drei Bergwerken, die Anfang des vorigen Jahrhunderts abgeteuft wurden. Der Schacht 1 wurde bereits im Jahr 1906 nach einem Wassereinbruch aufgegeben und geflutet. Im Schacht 3 war der Wasserzufluss ebenfalls sehr stark, was eine Unterbrechung der Förderung im Jahr 1911 zur Folge hatte. Nach dem 1. Weltkrieg wurde dann hier bis 1924 weiter Kalisalz gewonnen. Als Folge des Kali-Wirtschaftsgesetzes und einer geringeren Nachfrage legte man auch den Schacht still.

Im Schacht Asse 2 wurde von 1909 bis 1964 Kali- und Steinsalz gefördert. Dabei entstanden in Tiefen von 490 bis 775 Metern insgesamt 131 Abbaukammern, die dicht neben- und übereinander liegen. Von 1967 bis 1978 wurden in 13 dieser Kammern rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen eingelagert. Diese Abfälle sollen nun, wie es die Neufassung des Paragraphen 57 b des Atomgesetzes vorsieht, aus der Schachtanlage wieder herausgeholt werden. Wie das jedoch geschehen soll, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden und welche Probleme zu lösen sind, wurde den 14 Teilnehmern der Gruppe ausführlich im Informationszentrum erläutert.

Anschließend wurden die Teilnehmer bergwerkstauglich eingekleidet und ausgerüstet. Mit dem Förderkorb und einem „Glück Auf“ ging es bis auf die 490-Meter-Sohle hinab. Von dort aus fuhr man in zwei Kleinbussen bis zur 750-Meter-Sohle weiter. Hier befinden sich fast alle Einlagerungskammern für die radioaktiven Behälter.

Nach der Rückkehr gab es noch das Gruppenfoto fürs Album - Foto: Privat

Nach der Rückkehr gab es noch das Gruppenfoto fürs Album – Foto: Privat

Auf dem Weg dorthin erklärten an mehreren Stellen die beiden begleitenden Mitarbeiterinnen des Bundesamtes für Strahlenschutz, wie das Bergwerk aufgebaut ist, wie sich der Druck des Deckgebirges auf die Kammern auswirkt, wo Wasser eindringt und wie mit dem Wasser umgegangen wird. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört es, den Wasserzufluss exakt zu kontrollieren und möglichst zu begrenzen. Darüber hinaus ist es erforderlich, für die Stabilisierung des Grubengebäudes durch Verfüllen der Kammern und der Blindschächte zu sorgen. Auch der Bau eines neuen Schachtes, über den dann der radioaktive Abfall geborgen werden soll und der „Aufschluss“ der Einlagerungskammern sind die Arbeiten, die derzeit erfolgen. Bemerkenswert allerdings ist: Wie der Abfall selbst danach entsorgt werden soll, ist noch vollkommen ungeklärt.

Mit dem Förderkorb ging es schließlich wieder nach oben und durch die Sicherheitskontrolle. Abgeschlossen wurde der Besuch wieder im Informationszentrum, wo es noch einmal die Möglichkeit gab, Dinge kritisch zu hinterfragen. Auch wenn das Bergwerk Asse II heute eine ganz andere Funktion hat, machten sich die Teilnehmer ein Bild davon, wie das Salz unter Tage abgebaut wurde und welchen Belastungen die Bergleute in früheren Zeiten ausgesetzt waren.

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