Unhaltbarer Straßenzustand erreicht Sehnder Waldwege

16. Februar 2015 @

Seit langem ist es bekannt: Die Straßen im Osten der Republik werden immer besser, die im Westen verrotten zusehends. Nun hat dieser Zustand bereits die West-Waldwege erreicht und ist auch in Sehnde angekommen. Wie ein Bürger zuletzt im Ortsrat Sehnde vortrug, hat der Waldweg durchs Ladeholz nun die kritische Marke wirklich überschritten: Dort sind Schlaglöcher!

Zahlreiche Fahrräder stehen beschädigt am Waldweg - Foto: JPH

Zahlreiche Fahrräder stehen beschädigt am Waldweg – Foto: JPH

Schlaglöcher im Waldweg – das geht gar nicht, findet auch die Vereinigung der Tretrollerfahrer und schließt sich diesem Protest an. Der Beschwerde nach kann man durchs Ladeholz weder schnell und sicher zu Fuß gehen noch mit dem Fahrrad die inzwischen zur internationalen Cross-Strecke verkommene Fläche befahren. Denn neben den Schlaglöchern ragen spitze Steine in die Höhe, eine unhaltbare Gefahr für Fahrradreifen, wie der Bürger die vertrackte Situation laut einer großen Regionalzeitung im Ortsrat Sehnde schilderte. Dramatik pur nun auch in Sehnde. Muss jetzt neben der A 7 auch der Ladeholzwaldweg aufgerissen und erneuert werden? Ja, wenn es nach diesem klagenden Fußgänger geht.

Nein, sagt dagegen die Vereinigung der Waldtiere. „Durch den Zustand der Fahrbahn werden sowohl die Passanten als auch die Radfahrer herabgebremst und wir können viel sicherer von einer auf die andere Seite Wildwechseln“, so ein ungenannt bleibender Marder vor Ort. Dem Problem hat sich nun auch der Ortsrat angenommen, wie man aus gewöhnlich gut verdichteten Kreisen zu hören bekam. Eine Begehung des Objektes hat neben dem schlechten Zustand des Waldweges noch etwas viel Bedenklicheres zu Tage gefördert: Seit Jahren ist neben dem Weg kein Laub mehr beseitigt worden! Deshalb will der Ortsrat unbekannten Quellen zufolge nun erste Sofortmaßnahmen einleiten.

Hinweisschilder an jedem zweiten Baum sollen die Geschwindigkeit drosseln - Foto: JPH

Hinweisschilder an jedem zweiten Baum sollen die Geschwindigkeit drosseln helfen – Foto: JPH

Zunächst wird die Geschwindigkeit der Fußgänger dort auf rund 1,5 Stundenkilometer beschränkt. Für Fahrradfahrer wird der Bereich zugleich zur Fußgängerzone erklärt, mit dem Erfolg, dass sie ihr Rad eigentlich schieben müssten, das aber wohl nicht tun werden. Wer sich eine Panne fährt, kann dann die an beiden Ausgängen übergangsweise eingerichteten Pannenhilfestationen zum Flicken und Aufpumpen der Reifen nutzen. Ein Gassi-Verbot gibt es aber gleichzeitig für kleine Hunde. So soll ihr plötzliches Verschwinden in den Schlaglöchern vermieden werden. Dem Wunsch der DAGEFUFA (Dachse gegen Fußgänger und Fahrräder) auf völliges Verkehrsverbot im Ladeholz soll jedoch nicht entsprochen werden. Maulwürfe, die die Löcher von unten noch vertiefen könnten, werden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion kurzfristig umgesiedelt; sehr zur Freude der Sehnder Kleingärtner in die ortsnahen Schrebergärten.

Unsauber und unaufgeräumt präsentiert sich das Ladeholz - Foto: JPH

Unsauber und unaufgeräumt präsentiert sich das Ladeholz – Foto: JPH

Das Schild am Eingang des Ladeholzes, das derzeit die Besucher noch auffordert „Lasst dem Wald die Ruhe“ soll drastisch verschärft werden. Künftig steht dort wahrscheinlich: „Lasst den Wald in Ruhe“ – oder so ähnlich. Darüber berät der Regionsrat vielleicht demnächst mal.

Zudem wird der Bauhof mit seiner neuen Kehrmaschine „Ottifant 6000“ wohl umgehend die Laubreste der vergangenen Saisonen blastechnisch beseitigen, damit dann dort weitere Aufräumarbeiten unter den Bäumen stattfinden können – denn der Frühjahrsputz der Mittelstraße soll ins Ladeholz verlegt werden: „Da ist es tatsächlich dringlicher“, wird eine unerkannte Sprecherin der Stadt zitiert. Also: Alle Hörnchen auf die Bäume, der Wald wird asphaltiert!

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