Traurig sein ist ein Atemholen zur Freude

16. November 2015 @

Die Sehnder Gedenkfeier zum Volkstrauertag fand am Sonntagmorgen um 10 Uhr in der Kreuzkirche an der Mittelstraße in Sehnde statt. Rund 45 Teilnehmer folgten dem Gottesdienst von Pastorin Damaris Frehrking und der Gedenkansprache von Ortsbürgermeisterin Regine Höft. Danach folgte die Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Friedhof der Kirche.

Ortsbürgermeisterin Regine Höft (2.v.re.) hält die Ansprache bei der Kranzniederlegung an der Kreuzkirche - Foto. JPH

Ortsbürgermeisterin Regine Höft (2.v.re.) hält die Ansprache bei der Kranzniederlegung an der Kreuzkirche – Foto. JPH

Aktueller konnte der Anlass nicht sein, der die Besucher an diesem Sonntagvormittag zur Teilnahme am Gedenkgottesdienst in die Kreuzkirche geführt hatte. Angesichts des unfassbaren Terroranschlages von Paris hatte dieser Tag eine besondere, leider zusätzlich eine schrecklich aktuelle Bedeutung erhalten. „wir gedenken heute der Opfer von Gewalt“, begann Frehrking den Gottesdienst, „aber wir sprechen nicht von ‚Helden‘, sondern nur von Opfern.“ Dabei betonte sie, nicht nur der großen Kriege zu gedenken, sondern „auch den kleinen in unserer Seele“.

Es ist erschreckend, so die Pastorin in ihrer Predigt, dass der IS kleine Jungs rekrutiert, an Blut gewöhnt und als Soldaten einsetzt. „Aber auch Deutsche gehen dorthin, auch solche ohne Migrationshintergrund. Und auch die christliche Kirche hat vor Jahrhunderten die Menschen in Angst und Schrecken versetzt.“ Stasi, Stalin-Verfolgungen und Ukraine, alles sind weitere Beispiele für Gewalt und Krieg in andere Form. Schließlich rief sie im Sinne Gottes zur Hilfe für die Menschen auf und dazu, nicht auf politische Schritte zu warten, sondern mit der Hilfe bereits vor Ort und im Kleinen zu beginnen. Dabei schloss sie mit einem Wort von Ernst Modersohn: “ Traurig sein ist ein Atemholen zur Freude.“

Im Anschluss sprach Ortsbürgermeisterin Regine Höft das Geleitwort des Tages von Markus Meckel, dem Vorsitzenden der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Sie verwies auf das 70 Jahre zurückliegende Ende des II. Weltkriegs und stellte die Frage: „Sind wir damit in einer weit entfernte Vergangenheit?“ Doch die Arbeit für den Frieden ist lebendiger als zuvor. Paris hat es gezeigt, aber auch die Konflikte in Syrien, dem Irak, Iran und der Ukraine. Dabei komme dem Zusammenwachsen Europas eine große Bedeutung zu.

Danach legten Regine Höft und Damaris Frehrking den Kranz für den Ortsteil Sehnde am Denkmal auf dem Friedhof an der Kirche nieder, und Höft dankte dort den Bürgern und Bürgerinnen bei leichtem Regen für ihr Kommen.

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