Technische Hilfeleistungen bestimmten immer mehr den Feuerwehralltag

16. Januar 2016 @

SEHNDE-NEWS. Das Jahr 2015 war wieder ein einsatzreiches für die freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet Sehnde, so der Stadtfeuerwehrsprecher Tim Herrmann bei der Vorlage der Einsatzstatistik 2015. Erneut steigende Einsatzzahlen forderten die ehrenamtlichen Kräfte aller Ortsfeuerwehren in noch größerem Maß. Unwettereinsätze durch Sturm oder sintflutartigem Regen werden die Feuerwehren zudem in Zukunft weiterhin stark beschäftigen.

Brandeinsätze werden nach Ansicht der Feuerwehr abnehmen - Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Brandeinsätze werden nach Ansicht der Feuerwehr abnehmen – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Dennoch zeichnet sich ein Trend seinen Worten zufolge ganz deutlich ab: Die technische Hilfeleistungen verdrängen die Brandeinsätze immer mehr auf Platz 2 der Statistik. „Auch Einsätze mit hilflosen Personen, die nicht mehr in der Lage sind, nach einem akuten Krankheitsfall selbst ihre Türen zu öffnen, werden steigen“, so Herrmann. Auch ausgelöste Rauchwarnmelder in privaten Wohnbereichen dürften zukünftig für zusätzliche Einsätze bei den Feuerwehren sorgen. Durch das akustische Signal wird ein größerer Kreis von Menschen aufmerksam gemacht und daraufhin den Notruf wählen. In der Regel wird es dann zu Feuerwehreinsätzen kommen – oft vermehrt sicher auch zu Fehlalarmen.

Im Jahr 2015 mussten die Feuerwehren 220 Einsätze fahren. Zu insgesamt 199 waren die Feuerwehr noch 2014 gerufen worden. Diese Einsätze waren vier (gegenüber drei im Jahr 2014) Alarmübungen, 42 (46) Brandeinsätze, 51 (60) Fehlalarme, 112 (80) technische Hilfeleistungen und 11 (10) nachbarschaftliche Hilfe für andere Feuerwehren.

Flächenbrände hielten sich 2015 in Grenzen - Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Flächenbrände hielten sich 2015 in Grenzen – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Drei Großbrände waren ebenfalls zu verzeichnen. Am 28. Februar 2015 brannte in Haimar die Alte Schmiede vollständig ab. Im März brannte es in der Kooperativen Gesamtschule Sehnde. Dieser Brand entwickelte sich zum größten Brandeinsatz 2015. Am 30.November kam es zu einem Scheunenbrand in Dolgen, bei dem 15 Rinder umkamen. Etliche Ortsfeuerwehren aus der Stadt und den Nachbargemeinden waren dabei gefordert, um diesen Brand zu beenden.

Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurde die Ortsfeuerwehr Dolgen am 19. Februar gerufen. Dort waren in einem Stall zwei Rinder durch die Bodenabdeckung in die Güllegrube gefallen. Unter Atemschutz musste ein Trupp eines der Rinder in der über 100 Quadratmeter großen Grube suchen. Letzendlich gelang die Rettung des Tieres.

Durch Lastwagenunfälle kam es auf der Autobahn im Bereich Lehrte zu zahlreichen Gefahrguteinsätzen. Hier waren Einsatzkräfte gefordert, die mit ihren Sonderfahrzeugen dem ABC Zug Region Hannover Ost angehören. Diese Gefahrguteinsätze stellten die Einsatzkräfte vor besondere Probleme. Teilweise waren sie über acht Stunden am Einsatzort, um die Gefahrenlagen zu beseitigen. Bei einem Einsatz am 16. Oktober musste teilweise sogar Personal ausgetauscht werden. Hierzu unterstützte die Stadtfeuerwehr Sehnde mit weiteren Trägern von Chemieschutzanzügen aus dem Stadtgebiet Sehnde die Kräfte des ABC Zug und der Stadtfeuerwehr Lehrte.

Gefahrguteinsätze nehmen zu und verlangen hohen körperlichen Einsatz - Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Gefahrguteinsätze nehmen zu und verlangen hohen körperlichen Einsatz – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Am 17. September ging ein gemeldeter Zimmerbrand im Klinikum Wahrendorff glimpflich ab. Bei dem Einsatz wurde die Alarmstufe „Massenanfall von Verletzten“ vorsorglich ausgelöst. Das Gebäude musste zudem evakuiert werden. Zum Glück wurde jedoch niemand verletzt, es blieb bei Sachschäden.

Ein weiteres Ereignis im Jahr 2015 war die Zusammenlegung zweier Ortsfeuerwehren. Durch die Fusion der Ortsfeuerwehren Müllingen und Wirringen entstand die Ortsfeuerwehr Müllingen-Wirringen. Am 31. Januar fand die erste Jahreshauptversammlung dieser jüngsten Ortsfeuerwehr im Stadtgebiet Sehnde statt. Damit wurde die zweite gemeinsame Wehr im Stadtgebiet „gegründet“, wenn man die Eingliederung des Löschzuges Gretenberg in die Ortsfeuerwehr Klein Lobke auch als „Fusion“ ansieht.

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