Städtische Straßenbauplanung verärgert Anwohner und Geschäftsleute in Sehnde

25. August 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Kürzer geht es nicht: Am Dienstag hat die Stadtverwaltung Sehnde bekanntgegeben, dass die Straße des Großen Freien in Sehnde zwischen Nordstraße und Breite Straße am 26. eingeschränkt und 27. August voll gesperrt wird – und dann auch gleich am 24. August in der Straße die erforderlichen Halteverbotsschilder für Freitag aufgestellt (Sehnde-News berichtete). Zeitgleich wurde in die Briefkästen der Anwohner des Straßenabschnittes, wozu auch Geschäfte wie Edeka, die Eichen-Apotheke oder der Salon Künnecke gehören, von Mitarbeitern der Firma RASK Brandenburg GmbH ein Handzettel eingeworfen mit der Ankündigung der Sperrung ab übermorgen.

Hier wird die Einbahnstraßenregelung am Sonnabend aufgehoben - Foto: JPH

Hier wird die Einbahnstraßenregelung am Sonnabend aufgehoben – Foto: JPH

Mal unabhängig von der Frage, ob bei einer derartig kurzen Halteverbotsvorankündigung überhaupt dort noch parkende Fahrzeuge schon abgeschleppt werden dürften, lesen die Anwohner die Nachricht möglicherweise erst am Donnerstagmorgen, wenn sie wieder ihre Briefkästen leeren. Zudem sind die Geschäftsleute in der Straße von der Aktion genauso überrascht worden.

„Zum ersten Mal gehört von der bevorstehenden Sanierung habe ich vor zwei Wochen. Da hat ein Mitarbeiter der Firma RASK an der Warenannahme geklingelt und meinem Auszubildenden erzählt, dass die Straße saniert und gesperrt wird. Dann war er auch schon wieder verschwunden“, berichtet Edeka-Chef Günther Jacoby als Interessenvertreter der Anlieger. „Wenige Tage später hat mich ein Mitarbeiter der Stadt Sehnde angerufen und mich gefragt, an welchem Wochentag die Bauarbeiten durchgeführt werden könnten, da die Straße dazu einen Tag komplett gesperrt werden müsse. Ich habe ihm für mich den Mittwoch genannt, da an diesem Tag nur wenige Warenanlieferungen sind. Außerdem könnten die Kunden nicht in die Tiefgarage fahren, und der Mittwoch ein eher ruhiger Tag ist.“ Soweit absolut nachvollziehbar. Aber dann entschied die Baufirma offensichtlich anders: „Einige Tage später rief der Bauunternehmer an und sagt mir wörtlich: ‚Ich kann aber nur Sonnabend'“ , so Jacoby weiter.

Zwischen Bauminsel und Bürgersteigkante sollen die Autos in die Tiefgarage einbiegen - Foto: JPH

Zwischen Bauminsel, Laterne und Bürgersteigkante sollen die Autos zur Tiefgarage einbiegen – Foto: JPH

Auch ein Bestehen auf dem abgefragten Wochentag interessierte ihn wohl nicht. „Mein Wunsch wurde von der Stadt und dem Bauunternehmen völlig ignoriert, und so bekam ich letzten Donnerstag Besuch von dem Mitarbeiter der Stadt, und er teilte mir mit, dass die Maßnahme ab dem 26. August durchgeführt wird. Auch ein Gespräch am Montag mit Bürgermeister Lehrke brachte nichts.“

„Der Sonnabend ist für den Einzelhandel und die anliegenden Handwerksbetriebe wie dem Friseur Künnecke einer der stärksten Tage, und ausgerechnet an dem Tag wird die Straße des Großen Freien gesperrt“, so Jacoby. Außerdem wird damit die Zufahrt zur Tiefgarage gesperrt, die zwar noch über die Mittelstraße und eine scharfe Kurve über den Bürgersteig erreichbar bleiben soll, was Jacoby technisch aber anzweifelt. „Da die Straße nicht so stark beschädigt ist, dass Gefahr im Verzug  ist, kann ich die Terminlegung nicht verstehen“, meint er.

Die Straße wird voll gesperrt, Halteverbot ist angeordnet - Foto: JPH

Die Straße wird voll gesperrt, Halteverbot ist angeordnet – Foto: JPH

Zudem werden auch die Anwohner überrascht. So beabsichtigt nach Jacobys Kenntnis einer am Sonnabend umzuziehen – und wird nun mit seinen Transportfahrzeugen aus der Straße ausgesperrt. Möglicherweise muss er die Möbel und Kisten nun an die Nordstraße tragen – oder den Umzug möglicherweise kostenpflichtig verschieben. Das und der Vorlauf zur Maßnahmen sind dann doch aus Sicht der Betroffenen deutlich zu kurz, die sich als Geschäftsleute von Seiten der Stadtverwaltung nicht ernsthaft als Partner angesehen fühlen. “ Ich kann das Verhalten der Stadt nicht nachvollziehen. Wünsche von Gewerbetreibenden und Anwohnern werden ignoriert und der Bauunternehmer bekommt seinen Wunschtag“, so der Edeka-Chef. Da hätte es sicher auch eine einvernehmlichere Lösung gegeben.

 

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