Stadtfeuerwehrtag in Sehnde gut besucht

13. April 2015 @

Der Stadtfeuerwehrtag der Feuerwehren Sehndes fand am Sonntag um 10 Uhr in der Mensa der KGS statt. Dort konnte Stadtbrandmeister Jochen Köpfer rund 150 Gäste begrüßen, allen voran natürlich den Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Viele Feuerwehrmitglieder aus den Ortsfeuerwehren waren gekommen, aber auch der Regionsabgeordnete Konrad Haarstrich, die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU, Olaf Kruse und Hartmut Völksen, die Ortsbürgermeisterinnen Regine Höft (Sehnde), Gisela Neuse (Ilten) und Almuth Gellermann (Wassel) waren anwesend, ebenso wie der Leiter des Polizeikommissariats Lehrte, Erster Polizeihauptkommissar Ulrich Bode und der Sehnder Kontaktbeamte Polizeikommissar Stephan Flohr. Dazu der Regionsjugendfeuerwehrwart Michael Homann und die Stadtbrandmeister aus dem Brandabschnitt 4, sowie der Direktor der KGS, Carsten Milde. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch den Musikzug Evern ausgezeichnet umrahmt.

Rund 150 Gäste hörten das Grußwort des Bürgermeisters Carl Jürgen Lehrke - Foto: JPH

Rund 150 Gäste hörten das Grußwort des Bürgermeisters Carl Jürgen Lehrke – Foto: JPH

Der Stadtbrandmeister Jochen Köpfer eröffnete des Feuerwehrtag 2015 mit einer kurzen Begrüßung und der Totenehrung.

Im Anschluss sprach Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke zu den Anwesenden. Er wies auf die Höhepunkte des abgelaufenen Jahres hin, darunter so umfangreiche Einsätze wie die Brandnacht von Sehnde im Oktober und den Einsatz bei Holcim. Aber vor allem ging er sowohl auf die gelungene Fusion der Ortswehren Müllingen und Wirringen im zurückliegenden Jahr ein, als auch auf die Leistung der Feuerwehr Rethmar bei der Eigenleistung an ihrem Neubau des Feuerwehrhauses. „Für die Zukunft“, so Lehrke, „sind die Weichen mit dem neuen Brandschutzbedarfsplan gestellt und die finanzielle Planung für das dringend benötigte neue Feuerwehrhaus von Haimar ist eingestellt.“ Zudem sind ein Tanklöschfahrzeug für Bolzum und zwei Löschfahrzeuge für Ilten und Müllingen/Wirringen geordert. Damit sind die wichtigsten Schritte für 2015 eingeleitet. Lehrke dankte allen beteiligten Ortsbrandmeistern für die gute Zusammenarbeit: Sie haben mit Politik und Verwaltung eine gute Zukunft für das Löschwesen von Sehnde erarbeitet.

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (li.) ernannte Manfred Siemon und Frank Donatz (v.re.) zu Ehrenortsbrandmeistern - Foto: JPH

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (li.) ernannte Manfred Siemon und Frank Donatz (v.re.) zu Ehrenortsbrandmeistern – Foto: JPH

Stadtbrandmeister Köpfer trug der Versammlung dann den Bericht für das Jahr 2014 vor. Danach besteht die Feuerwehr Sehnde neben den 12 Ortswehren aus jeweils neun Jugend- und Kinderfeuerwehren, einer Tauchergruppe und zwei Musikzügen. Dazu kommt noch die Zuordnung von Sehnder Ortswehren zum 2. Zug der Regionsfeuerwehrbereitschaft, in die jetzt die Feuerwehr von Klein Lobke einbezogen wurde.

Bei der aktuellen Mitgliederzahl von 540 Angehörigen der Sehnder Feuerwehren hat sich leider jedoch eine Reduzierung von neun Personen gegenüber 2014 ergeben. So sind 476 männliche und 64 weibliche Mitglieder registriert. Die absolvierten 2014 genau 199 Einsätze (2013: 255), davon 46 (64) Brandeinsätze, 80 (135) technische Hilfeleistungen, 60 (38) Fehlalarme, 3 (7) Alarmübungen und 10 (11) nachbarschaftliche Hilfeleistungen. Der positive Trend, Mitglieder aus den Jugendfeuerwehren zu bekommen, wird zwar Anhalten, aber nicht den gesamten Bedarf decken.

Die Wappennadel der Stadt erhielten unter den Augen von Stadtbrandmeister Jochen Köpfer (li.) aus der Hand von Bürgermeister Lehrke (re.) Jürgen Dauter und Diethelm Huch (2./3.v.re.) - Foto: JPH

Die Wappennadel der Stadt erhielten unter den Augen von Stadtbrandmeister Jochen Köpfer (li.) aus der Hand von Bürgermeister Lehrke (re.) Jürgen Dauter und Diethelm Huch (2./3.v.re.) – Foto: JPH

Auch auf die Großbrände 2014 ging Köpfer ein. So den Förderband-Brand bei Holcim in Höver am 24. Januar, wo in zwölf Metern Höhe bei eisigen Temperaturen ein Förderband gelöscht werden musste. Auch die Brandstiftungen in Sehnde im November machten viel Arbeit. Noch während die Einsatzkräfte an einer Stelle löschten, wurden in ihrem Rücken weitere Brände gelegt. Insgesamt waren schließlich drei Ortsfeuerwehren nötig, um alle Einsatzstellen abzuarbeiten.

Weiterhin passierte am 3. Juli ein Gefahrgutunfall auf der A 2 in Höhe des Parkplatz Röhrse. Hier waren Kräfte aus den Ortsfeuerwehren der Stadt bis zu acht Stunden im Einsatz. An den Folgen litten die Feuerwehrleute lange und das Gerät ist bis heute nicht vollständig ersetzt. „Durch ein Kompetenzgerangel zwischen dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr und anderen Behörden kam es bei der Beseitigung des Gefahrguts zu erheblichen Verzögerungen“, so Köpfer. Dabei wies er erneut auf die unhaltbare Situation bei den Aufgaben des Bevölkerungsschutzes hin, wo die Fahrzeuge schon mit einem H-Kennzeichen an die Einsatzorte fahren könnten. Dabei kommt der Bund seinen Verpflichtungen nicht korrekt nach, stellte Köpfer fest. „Probleme bereitet die fehlende Kommunikation zwischen Bund und Land. Sei es die Belegung von Lehrgangsplätzen, einem Verwaltungsprogramm für die Feuerwehr und die Beschaffung von Katastrophenschutzfahrzeugen“, so Köpfer. „Dornröschenschlaf ist da noch milde ausgedrückt.“ Abschließend wies er noch auf das 60-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr Sehnde in diesem Jahr hin.

Stadtausbildungsleiter Michael Wanhela stellte in seinem Bericht die Ausbildung und Weiterbildung der Feuerwehrkräfte vor. Neben Lehrgängen an der feuerwehrtechnischen Zentrale in Burgdorf, der
Akademie für Katastrophen- und Brandschutz in Celle und Seminaren auf Stadtebene wurden wieder zahlreiche Lehrgänge durchgeführt. Leider macht sich das Problem an der Akademie für Katastrophen- und Brandschutz in Celle auch in Sehnde bemerkbar. Von 56 beantragten Führungslehrgängen konnten nur 13 zugewiesen werden. Allerdings läuft die neue Feuerwehrführerscheinausbildung gut.

Regionsfeuerwehrjugendwart Michael Homann zeichnete Martin Koch mit dem Ehrenzeichen der Jugendfeuerwehr aus - Foto: JPH

Regionsjugendfeuerwehrwart Michael Homann (li.) zeichnete Martin Koch mit dem Ehrenzeichen der Jugendfeuerwehr aus – Foto: JPH

Stadtjugendfeuerwehrwart Carsten Ude verzeichnete 138 Jugendfeuerwehrmitglieder in den neun Jugendfeuerwehren. Im Jahr 2014 konnten 17 Mitglieder in die aktive Feuerwehr übertreten. Die
Jugendfeuerwehren waren wieder auf Veranstaltungen, Orientierungsläufen und Wettbewerben in der Region unterwegs. Auch das Stadtjugendzeltlager war wieder ein großer Erfolg. Seit 1992 führt
die Jugendfeuerwehr zudem die Sternfahrt zur Ferienpassaktion durch. Mittlerweile ist diese Aktion immer komplett ausgebucht. Als Unterstützung, schloss Ude, sucht die Stadtjugendfeuerwehr eine Lagermöglichkeit für ihr Zelt mit Kochgeräten.

Die neun Kinderfeuerwehren Sehndes behalten laut Kinderfeuerwehrwartin Birgit Bettmann ihren Trend bei. „Sie haben jetzt 153 Mitglieder in den neun Kinderfeuerwehren. Davon sind 72 Mädchen“, erläuterte sie. An die Jugendfeuerwehr konnten 30 Kinder im Jahr 2014 übergeben werden. Die Kinderfeuerwehr Sehnde hat zudem ihre Altersgrenze auf sechs Jahre heruntergesetzt.

Der Stadtfeuerwehr-Pressesprecher Tim Herrmann hob hervor, dass die Einrichtung der Pressestelle mit drei Personen die Arbeit der Einsatzkräfte an Einsatzorten erleichtert. Sie übernehmen das Beantworten von Fragen und die Führung der Presse. Außerdem sind sie rund um die Uhr erreichbar.

Mit einer besonderen Ehrung wurden danach Frank Donatz und Manfred Simon von der Stadt Sehnde bedacht. Beide waren langjährige Ortsbrandmeister und haben zur Zusammenarbeit und Stärkung der Kameradschaft in ihren Ortsfeuerwehren maßgeblich beigetragen. Dafür hat sie nun der Rat der Stadt zum Ehrenortsbrandmeister ernannt: Donatz für Müllingen/Wirringen und Siemon für Wehmingen.

Die Ausgezeichneten, Geehrten und Beförderten mit dem Stadtbrandmeister Jochen Köpfer (hi.re.) nach Tagungsschluss - Foto: JPH

Die Ausgezeichneten, Geehrten und Beförderten mit dem Stadtbrandmeister Jochen Köpfer (hi.re.) nach Tagungsschluss – Foto: JPH

Eine besondere Auszeichnung bekam Martin Koch aus der Hand von Regionsjugendfeuerwehrwart Michael Homann. Koch, seit 1992 in der Jugendarbeit tätig, trieb stetig den Ausbau der Jugendfeuerwehr voran. Auch als die Jugendfeuerwehr kurz vor dem Aus stand, schaffte Koch es, die Abteilung zu motivieren und neue Mitglieder zu gewinnen. So präsentierte er dann wieder eine schlagkräftige Jugendabteilung. Martin Koch ist noch heute Jugendfeuerwehrwart der Ortsfeuerwehr Bilm. Er erhielt für seine Arbeit das niedersächsische Ehrenzeichen der Jugendfeuerwehr.

Dann kam eine ganz besondere Ehrung für zwei Feuerwehrkameraden. Diethelm Huch, Ortsbrandmeister von Rethmar seit dem 1. März 1997, und Jürgen Dauter, Ortsbrandmeister von Sehnde seit dem 1. August 1999, erhielten für ihre langjährige Tätigkeit zum Wohl der Bürger aus der Hand des Sehnder Bürgermeisters Carl Jürgen Lehrke die Wappennadel der Stadt. „In ihrer Tätigkeit als Ortsbrandmeister haben sie stetig und auch in ihrer Freizeit die Feuerwehr geformt und waren maßgeblich bei Projekten im Feuerwehrwesen federführend“, so Lehrke bei der Übergabe.

Zudem ernannte der Bürgermeister Sven Grabbe zum neuen Ortsbrandmeister von Sehnde ab dem 1. Mai und Fabian Lehrke zum kommissarischen Stellvertreter, da er zunächst die erforderlichen Lehrgänge absolvieren muss. Für die Ortsfeuerwehr Wehmingen erhielt Karsten Herbing die Ernennung zum stellvertretenden Ortsbrandmeister.

Auch über Beförderungen konnten sich wieder Feuerwehrleute freuen. So wurden Felix Oelkers zum Oberfeuerwehrmann, Thomas Meine zum Hauptfeuerwehrmann, Chris Rühmkorf zum Löschmeister,
Florian Menklein zum Hauptlöschmeister und Sven Grabbe zum Hauptbrandmeister ernannt. Eine ganz besondere Beförderung erfuhr an diesem Tag noch Corinna Hoppe, stellvertretende Ortsbrandmeisterin von Klein Lobke – und damit erste weibliche Führungskraft in der Sehnder Feuerwehr. Sie wurde zur Ersten Hauptlöschmeisterin befördert – und ist in diesem Dienstgrad damit auch die erste Feuerwehrfrau.

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