Sehnde liegt im Wilden Westen

22. April 2015 @

In Sehnde regierte am Sonntag die Anarchie des Wilden Westens. Verbrecher wurden mit Steckbriefen gesucht als „The Most Wanted“ und Peitschen knallten auf dem Marktplatz. Indianerähnliche Bogenschützen trieben ihr Unwesen und der Goldrausch hatte eingesetzt im „Mittel Creek“. Alles außer Rand und Band? Nein, die IGS hatte für die Sehnder wieder ihr nun schon traditionelles „Sehnde goes…“ Frühjahrsfest organisiert. Und, das sei vorausgeschickt, war dieses Jahr wieder einmal ein echtes Highlight nach zwei schwächeren Jahren.

Der Ankömmling Bernhard Teiß sucht den Barbier Ulrich Junga auf - Foto: JPH

Der Ankömmling Bernhard Teiß sucht den Barbier Ulrich Junga auf – Foto: JPH

Um 13 Uhr luden alle Geschäfte in der Mittelstraße zum verkaufsoffenen Sonntag ein und die meisten ließen sich dem diesjährigen Motto „Sehnde Goes Wild West“ entsprechende Aktionen einfallen. Dazu hatte die IGS als Veranstalter sich ins Zeug gelegt und einige Attraktionen an die Mittelstraße geholt. Neben einem „Candy House“ und einer „Bakery“ mit Schmalzkuchen richtete eine „Road Bar“ mit dem lokalen „Typical German Beer“ Hannöversch bei „Beste Constructions“ im oberen Teil der Straße ihre Verkaufsfläche ein. Daneben gab es natürlich vom Buchengrill beim „Saloon“ Kretschmanns Westernfackeln und andere BBQ-Spezialitäten, während gegenüber bei Solitär eher die Südstaaten dominierten und dort „Louisiana French Crêpes“ offeriert wurden.

Joline (4) ging Goldwaschen am American River bei Jochen Lahmann

Joline (4) ging Goldwaschen am American River bei Jochen Lahmann

Wenn der müde Reiter aus Sehnde sich dann dem Marktplatz näherte, durfte er sich staubig und durstig vom langen Ritt noch kurz vor Erreichen bei Nellja Strelau in eine indianische Hypnose versetzen lassen und so die Kraft für den Besuch „Downtown“ wiedererlangen. Gestärkt mit einer “ Grilled German Sausage“ von Schlachterei Wilhelm erreichte der Besucher dann sein Ziel: Welcome to Sehnde City!

Sofern er ein Mann war, suchte er dort zunächst den Barbier auf und lies sich die Bartstoppeln von der langen Reise von den Südstaaten bis hierher zum American River in Kalifornien fachgerecht entfernen. Mit dem Barbier Ulrich Junga, namentlich offensichtlich ein Deutscher aus Pullmann City am Harz, war es den Stadtväter gelungen, eine echte Attraktion in Sehnde City ansiedeln zu können. Umlagert bis zum letzten Tageslicht konnte er gar nicht all die Wünsche der ankommenden Trapper nach einer Entfernung ihrer Barthaare nachkommen und so blieb einigen nichts anderes übrig, als sich nebenan in die Geheimnisse des Präriefeuermachens bei den Buck Skinners durch Ralf Mathesius aus Burgdorf einweisen zu lassen.

Die Western Ladies Petra Reimitz (li.) und Angelika Lipschus beobachten den Sheriff bei eine Champagner - Foto: JPH

Die Western Ladies Petra Reimitz (li.) und Angelika Lipschus beobachten den Sheriff bei eine Champagner – Foto: JPH

Während Jochen Lahmann, auch er namentlich abstammungsmäßig wohl ein „German“ aus Burgdorf, den Siedlern gleichzeitig das Geheimnis der richtigen Nutzung der Bullenpeitsche beibrachte. Die örtlichen Zeitungsseiten zerlegte er dabei gekonnt mit seinem Arbeitsgerät gleich mit.

Doch auch für die Trapper unter den Besuchern war gesorgt. Während ihre Kinder noch mit flinken Händen tonnenweise Gold aus dem „American River“ bei den Buck Skinners wuschen, legten sie sich mit Pfeil und Bogen bei Landi Landefeld auf die Lauer und warteten auf die vorbeihuschenden Zielscheiben. Landefeld hatte sich offensichtlich mit der alten Indianer-Jagdtechnik so vertraut gemacht, dass er in Kürze eine Bogenschule in Sehnde City eröffnen will. Eine erste Kostprobe gab es hier am „Market Square“ von Sehnde City.

Der Market Place war gut besucht - Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Lakepix

Der Marktplatz war gut besucht – Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Lakepix

Und nach einem langen staubigen Treck in den Westen wollten sich „Middle of the Town“ auch die Ladies neu einkleiden. Dazu hatte der „Local Store“ von Ohlen das Richtige parat. In zwei „Fashion Parades“ stellte dieser „Local Dealer“ den Ladies alles das vor, was man sich von dem zuvor gewaschenen Gold nur so kaufen konnte. In neuen Kleidern ging es danach zum „Line Dance“ mit den Lines Dancers, die zur Musik von „Bar Musician“ DJ Wolle zum Mitmachen animierten. Bevor schließlich gegen Abend auf dem „Central Place“ stilechte hochklassige Country und Western Music von den „7 Bucks A Week“ ab 16.30 Uhr dafür sorgte, dass auch der letzte Dollar der Siedler in der Stadt blieb, stärkten sich die Neuankömmlinge, freundlich „Greenhorns“ genannt, noch einmal vor dem Tanz beim „Local Butcher“ Günter Jacoby und seinem Team, die „Western Style BBQ“ anboten. Riesige Texas T-Bone-Steaks gingen ebenso über den Tresen wie Hot-Chili-Mexican Sausages.

Bowman Landi Landefeld leitet Julian (9) beim Schießen an - Foto: JPH

Bowman Landi Landefeld leitet Julian (9) beim Schießen an – Foto: JPH

Für die weniger betuchten Reisenden hatte sich zwischen den Hütten der Stadt hinter dem „Tea Room“ Inspiration ein „Flea Market“ etabliert, auf dem unter anderem Erika Helmich-Dabrunst vom Roten Kreuz „Used Goods“ für Mann und Frau für einen guten Zweck anbot. Diejenigen Ankömmlinge, die sich nicht im offenen Saloon auf dem Marktplatz mit Getränken vom IGS-Stand versorgen wollten, galt das Angebot des „Coffee House“ CappuVino, in dem Susanne Martel und ihre Crew „American Brownies“ und andere Spezialitäten für Groß und Klein vorrätig hielt. Während man von dabei auf die Main Street von Sehnde City blickte, kam dort die „Marching Band“ des Musikzuges aus Equord vorbei, die sich auf Einladung der örtlichen „Rifle Association“ SG Sehnde ordentlich musikalisch ins Zeug legten.

Auf dem Market Square heizten 7 Bucks A Week ein - foto: JPH

Auf dem Market Square heizten 7 Bucks A Week ein – foto: JPH

Doch trotz der vielen Fahndungsplakate wurde der Sehnder Sheriff der Diebstähle nicht Herr. Der „Blacksmith“ Bernhard Teiß, mit seiner Show am unteren Ende der Main Street untergezogen, war am Ende des Tages um eine Flasche echten Kentucky Straight Bourbon ärmer. Dabei gab es in Sehnde City doch ein so schönes Gefängnis, direkt neben dem „Local Store“ von Monika Hoppe. Hier konnten sogar gleichzeitig zwei Personen gesiebte Luft atmen, im „County Jail Sehnde“.

Die Coffee House Crew Susanne Martel, Christine Sievers und Alexandra Großmann (v.re.) hatte Brownies gebacken - Foto: JPH

Die Coffee House Crew Susanne Martel, Christine Sievers und Alexandra Großmann (v.re.) hatte Brownies gebacken – Foto: JPH

Doch mit Einbruch der Nacht machte der „Night Watchman“ Ulrich Jonga dem bunten Treiben ein Ende und schloss einfach mit Waffengewalt die gesamte „Main Street“. Daraufhin zogen die Siedler peitschenknallend weiter, die „Local Dealer“ schlossen ihre „Stores“ notgedrungen und die Reisenden schwangen sich auf ihre Pferde und ritten dem Sonnenuntergang entgegen. Howdy, Partner – ein toller Sonntag fand einen schönen Ausklang.

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