Schöffenwahl 2018: Interessenten gesucht

8. Dezember 2017 @

Im nächsten Jahr werden bundesweit die Schöffen und Jugendschöffen für die Amtsperiode 2019 bis 2023 auf fünf Jahre neu gewählt. Dazu wird es im Januar 2018 einen Aufruf geben, sich für das Ehrenamt als Laienrichter zu melden.

Die Stadtverwaltrung sucht Bewerber fürs Schöffenamt – Foto: JPH

Schöffen fungieren als gleichberechtigte Richter neben dem Berufsrichter. Sie entscheiden über alle wesentlichen Punkte des Verfahrens mit, zum Beispiel die Einstellung des Verfahrens, Ordnungsstrafen gegen Beteiligte oder die Unzulässigkeit von Fragen. Schöffen haben im Verfahren zum Beispiel das Recht, Fragen an Angeklagte und Zeugen zu stellen. Außerdem nehmen sie an allen Beratungen und Abstimmungen des Gerichts teil und entscheiden mit über Beweisanträge der Verteidigung oder der Staatsanwaltschaft, haben aber auch selbst das Recht, Anregungen zur weiteren Beweisaufnahme zu geben. Hierfür ist keine juristische Vorbildung nötig, sondern vielmehr eine allgemeine Lebenserfahrung.

Für den Bereich des Erwachsenenstrafrechts wird die Stadt Sehnde 18 Erwachsene dem Amtsgericht mit Zustimmung des Rates im April bis zum 1. Juni 2018 vorschlagen. Aus dieser Liste wird das Amtsgericht dann neun Bürger und Bürgerinnen auswählen und sie für fünf Jahre zu Schöffen berufen.

Auch neue Jugendschöffen werden gesucht. Im dem Bereich der Jugendschöffen sind Erfahrungen im Bereich der ehrenamtlichen Jugendarbeit oder in der eigenen Familie sinnvoll. „Es kommt hier zu drei bis vier Sitzungen in Lehrte, aber manchmal auch nur zu einer“, erklärt Petra Müller-Sielaff, die als Jugendschöffin für Sehnde aktiv ist. „Die Anzahl der Verhandlungen nehmen eher ab.“ Bei den Jugendschöffen werden zwölf Bewerber benötigt, die an die Region Hannover gemeldet werden, die dann die Auswahl trifft, da Sehnde kein eigenes Jugendamt hat.

Den sogenannten „Hauptschöffen“ werden zu Beginn eines jeden Jahres etwa zwölf Verhandlungstermine mitgeteilt. Zu diesen anberaumten Terminen besteht eine Anwesenheitspflicht. „Hilfsschöffen“ dagegen werden kurzfristig zu den Terminen herangezogen, wenn die Hauptschöffen ausfallen. Es gibt kein Entgelt, jedoch eine Entschädigung nach dem Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz.

„Nicht genommen werden Polizisten, Staatsanwälte oder Richter“, sagt Anja Müller von der Sehnder Stadtverwaltung. Sie ist zuständig für die Erstellung der Unterlagen und Schöffenliste. „Die Bewerbungsunterlagen stehen ab Januar auf der Seite der Stadt Sehnde zur Verfügung. Bereits jetzt können sich Interessenten bei mir oder Sabine Kramann melden.“ Ab Januar 2018 können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Sehnde dann offiziell bewerben. Informationen zum Verfahren sind dann im Internetauftritt der Stadt Sehnde zu finden. Bei Fragen stehen den Interessenten Anja Müller unter der Telefonnummer 05138/707 237 (Schöffenwahl) und Sabine Kramann unter der Telefonnummer 05138/707 238 (Jugendschöffenwahl) gerne zur Verfügung.

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