RMS startet mit sehenswerter Quickly-Ausstellung

4. März 2015 @

Das Regionalmuseum Sehnde (RMS) öffnet ab sofort wieder seine Pforten zu den gewohnten Zeiten. Dabei geht es los mit einer sehenswerten Ausstellung zur NSU Quickly, die nicht nur Einblick in rund zehn Jahre Moped-Mobilität in der jungen Bundesrepublik gibt, sondern auch bei der Eröffnung am Sonntag viele Erinnerungen bei Besuchern wachwerden ließ. Gezeigt wird die Quickly von den Anfängen 1953 bis zum TT-Modell von 1963. Dazu viele Exponate, die Seltenheitswert haben.

Helmut Knuschke (li.) mit Erhard Niemann an seinem Lieblingsmodell, der Cavallino TT - Foto: JPH

Helmut Knuschke (li.) mit Erhard Niemann an seinem Lieblingsmodell, der Cavallino – Foto: JPH

Rund 60 Besucher drängten sich in den unteren Bereich des Museums, als am Sonntag um 15 Uhr neben dem Museumsleiter Erhard Niemann und dem Sammlungsleiter Helmut Knuschke auch der Europaabgeordnete und Oldtimerfan Bernd Lange die Ausstellung eröffnete. In seiner Begrüßung wies Niemann auf die Erfolge der Sonderausstellungsreihe hin, die jetzt zum 14. Mal organsiert wurde.

Niemann freute sich, dass er mit Knuschke einen versierten und erfahrenen Aussteller mit der notwendigen Kompetenz zahlreicher Veranstaltungen gewinnen konnte. Der Europaabgeordnete Bernd Lange, selbst Oldtimer-Fan und im Besitz von drei historischen Motorrädern, wies auf die Bedeutung der NSU Quickly für die junge Bundesrepublik in ihrer Aufbauphase hin. „Mit Erhardt begann das Wirtschaftswachstum, die Leute hatten wieder Arbeit und Geld, und mit der Quickly kamen sie zur Arbeit und zur Freizeit.“ Die Quickly zählte zu den Mopeds, für die damals spezielle Vorschriften gemacht wurden: Fahrbar ab 16 Jahren ohne Führerschein bei 50 Kubikzentimetern Hubraum, maximal 30 Kilogramm schwer und nicht schneller als 25 Kilometer pro Stunde. „Das etwas in Deutschland ohne Führerschein gefahren werden durfte“, so Lange, „war eigentlich undenkbar.“ Leider, so schloss Lange, habe es NSU dann versäumt, rechtzeitig mit neuen Produkten mit der Zeit zu gehen. Aber bis zur automobilen Phase „war die NSU Quickly die Basis für den Unternehmenserfolg. Und zugleich war der Neckarsulmer Moped-Bauer zeitweise der weltgrößte Produzent von Zweirädern. Die NSU Quickly ist ein wesentliches Produkt unserer wirtschaftlichen Entwicklung“, schloss Lange.

MdEP Bernd Lange, Ausstellungsleiter Helmut Knuschke und "Museumschef" Erhard Niemann (v.li.) bei der Eröffnung - Foto: JPH

MdEP Bernd Lange, Ausstellungsleiter Helmut Knuschke und „Museumschef“ Erhard Niemann (v.li.) bei der Eröffnung – Foto: JPH

Ausstellungsleiter Knuschke (69) aus Schessinghausen begann seine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker mit 14 im Nachbarort. 1986 wechselte der Kfz-Meister in den Berufsschuldienst und ist nun pensioniert. „Mit 40 Jahren hatte ich eine Familie und ein Haus gebaut und habe mich dann an die Quickly zurückerinnert“, fasst er sein Sammlerleben zusammen. „Heute habe ich 20 Quicklys und zwei NSU Prinz. Davon zeigen wir hier neben vielen anderen interessanten Stücken neun Modelle.“ Darunter auch das allererste Modell Quickly N und die letzte Version Cavallino, Knuschkes Lieblingsstück. Komplettiert wird die Ausstellung durch den Einsatz von zeitgenössisch angezogenen Puppen.

Auch andere interessante Exponate sind zu sehen, wie dieses Modelltafeln - Foto: JPH

Auch andere interessante Exponate sind zu sehen, wie diese Modelltafeln – Foto: JPH

Danach lud Niemann alle Gäste noch zu einem kleinen Imbiss anlässlich der Eröffnung ein, und es wurde noch viel in Erinnerungen an die Ursprungszeit der Quickly geschwelgt. Mit dieser ausgezeichneten Ausstellung ist dem RMS um Leiter Knuschke wieder ein ganz großer Wurf gelungen, mit dem Prädikat unbedingt sehenswert.

Die Ausstellung läuft ab sofort zu den üblichen Öffnungszeiten des RMS bis zum 31. Mai und ist nicht nur für Oldtimerfans von Interesse. Dann steht auf Wunsch vieler Sehnder eine Ausstellung zur Kalichemie im Raum Sehnde-Lehrte in den Museumsräumen.

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