Rinder fallen in Güllegrube: Feuerwehr birgt eins lebend

20. Februar 2015 @

Zwei Rinder sind am Donnerstagmorgen gegen 8.36 Uhr aus bisher unbekannter Ursache in Dolgen in eine Güllegrube gefallen. Mehrere Ortsfeuerwehren waren an der Bergung die Tiere beteiligt. Eines konnte lebend aus der Grube geholt werden.

Atemschutztrupp mit Wathosen wird zum Einsatz vorbereitet – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Atemschutztrupp mit Wathosen wird zum Einsatz vorbereitet – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Ein besonderer Alarm erreichte die Feuerwehr am Donnerstagmorgen: Nach Aussagen der Anrufer waren zwei Tiere an einer Stelle in ihrem Stall durchgebrochen und in einer zirka 400 Quadratmeter großen Güllegrube kurzzeitig verschwunden. Dem Bauern eilten zunächst Helfer und Angehörige zu Hilfe, denen es gelang, ein Tier selbst zu bergen. Das Tier verendete aber noch vor Ort. Das zweite Tier blieb zunächst in dem großen Areal verschwunden.

Die Regionsleitstelle alarmierte nach Eingang des Notrufs umgehend die Ortsfeuerwehr Dolgen. Die ersten eintreffenden Einsatzkräfte der Feuerwehr begannen, sich umgehend ein Bild der Lage zu machen und forderten weitere Kräfte an.

Zugleich wurde ein Atemschutztrupp in die zum Glück nur Hüfthohe Güllegrube heruntergelassen, um das Tier in der großen Grube zu suchen. „Gefährlich ist es in der Grube durch das geruchlose Methangas“, sagte Pressesprecher Tim Herrmann von der Sehnder Feuerwehr. „Ersticken droht, deshalb war für die Feuerwehrleute höchste Eile geboten.“ Als das Tier dann endlich gesichtet wurde, musste der Atemschutztrupp jedoch seine Erkundung aufgrund ausgehender Atemluft abbrechen.

Doch da sie das Tier lokalisiert hatten, konnte der Spaltboden mit Brechstangen an dieser Stelle geöffnet werden. Das Tier wurde zunächst umgehend durch eine Leine gesichert.

Trupp mit Wathosen nach dem Einsatz – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Trupp mit Wathosen nach dem Einsatz – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Mit Hilfe von B-Schläuchen, die dem Tier unter dem Bauch hindurch gezogen wurden, konnte das fünf Monate alte und rund 180 Kilogramm schwere Rind mit ausreichend Manpower nach oben gezogen werden. Insgesamt waren 14 Leute erforderlich, um das Tier aus der Grube zu hieven. Schweres technisches Gerät konnte aufgrund der Traglast der Spaltböden nicht verwendet werden.

Eine Tierärztin legte nach der Bergung bei dem Rind sofort eine Infusion an. Parallel wurde das Tier sofort gesäubert und zur weiteren Versorgung in einen anderen Stall geführt. „Aktuell lässt sich das Tier nichts anmerken, alles scheint offensichtlich wieder in Ordnung zu sein“, teilt Herrmann mit. Ob das Tier jedoch die drei dramatischen Stunden unbeschadet übersteht, muss abgewartet werden.

Im „Rettungseinsatz“ waren die Ortsfeuerwehren Dolgen, Evern, Haimar, Rethmar und die Logistikgruppe der Ortsfeuerwehr Sehnde mit insgesamt 32 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen.

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