Polizei legt Statistiken 2014 für Sehnde vor

19. Mai 2015 @

Das Polizeikommissariat Lehrte hat jetzt die Kriminal- und Verkehrsstatistik für Sehnde vorgelegt. Dabei sind die Verkehrsdelikte gemeinsam für Lehrte und Sehnde erfasst, die Kriminaldelikte gesondert ausgewertet (siehe gesonderten SN Bericht). Danach sind die Unfälle in der Stadt nahezu gleich geblieben, die Kriminaldelikte leicht angestiegen. Die genauen Zahlen erläuterten der Erste Polizeihauptkommissar Ulrich Bode und Kriminalhauptkommissar Ralf Oltmanns.

Der Trend der Region Hannover, der sich 2013 abzeichnete und eine steigende Tendenz aufweist, hat auch 2014 wieder zu höheren Zahlen bei den Kriminaldelikten geführt. So sind gegenüber 2013 rund 4000 Taten mehr zu verzeichnen, was zu 117 000 Straftaten führte. Insgesamt wurden im Kommissariatsbereich Lehrte davon 4351 Straftaten registriert, von denen 1267 auf Sehnde und seine Ortsteile entfielen. Dem steht insgesamt eine Aufklärungsquote für Sehnde mit bemerkenswerten 63,22 Prozent für die Gesamtzahl gegenüber, bei Lehrte beträgt sie 57,72 Prozent..

Kriminalhauptkommissar Ralf Oltmanns erläuterte die teils erfreulichen, teils unerfreulichen Zahlen aus dem Jahr 2014 - Foto: JPH

Kriminalhauptkommissar Ralf Oltmanns erläuterte die teils erfreulichen, teils unerfreulichen Zahlen aus dem Jahr 2014 – Foto: JPH

Erstaunlich dabei ist, dass die die Bevölkerung sehr beunruhigende Zahl bei den Einbrüchen gegenüber 2013 in Berichtsbereich einen Rückgang verzeichnet. So sind die Einbrüche absolut gegenüber 2013 (1878 Taten) um 255 auf nunmehr 1623 im Jahr 2014 gesunken. Beim einfachen Diebstahl, also der ohne „Aufbrucharbeiten“, hat sich die Zahl gegenüber den Vorjahren um 74 Taten verringert. Der steht allerdings eine Aufklärungsquote von nur 26,86 Prozent gegenüber – und ist damit gegenüber dem Vorjahr mit 35,73 Prozent gesunken! Eine Abwärtsbewegung zeigte sich auch bei den schweren Diebstählen, also denen mit Aufbrüchen und ähnlichem. Dort schlugen 2014 836 Taten zu Buche, somit 181 (21,93 Prozent) weniger als 2013. Hierbei beträgt die Aufklärungsquote nur rund 15 Prozent! Mit dem Rückgang der Fallzahlen allerdings liegt der Bereich Sehnde und Lehrte im landesweiten Trend.

Zu den Einbrüchen kamen in den beiden Städten noch 28 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen (- 12 Taten), bei einer Aufklärungsquote von 31 Prozent. Bei den schweren Diebstählen aus Kraftfahrzeugen ergab sich ein Anstieg der Fallzahlen seit 2012, der jedoch von 2013 auf 2014 mit 125 Taten nahezu gleich blieb. Mit jedoch nur 5,6 Prozent Aufklärung ist dabei das schlechteste Ergebnis zu vermelden.

Einen Rückgang gab es 2014 bei den Fahrraddiebstählen, der wohl auf die Festnahme von Banden, denen zahlreihe Diebstähle zuzurechnen waren, erklärt. So verschwanden 2014 275 Räder gegenüber 297 im Jahr zuvor.

Bei den Rohheitsdelikten, also Raub, Körperverletzung, Angriff auf Polizeibeamte und Stalking, waren 704 Taten zu vermerken. Das ist lediglich eine Zunahme von 3 Angriffen gegenüber 2013, wobei die Aufklärungsquote kaum besser sein kann als hier: Sie beträgt 91,62 Prozent. Der Bereich „Raub“ schlägt mit 26 Taten zu Buche; eine Abnahme um fünf Raube. Körperverletzung steht mit 512 Taten relativ hoch, entspricht aber der Zahl des Vorjahres nahezu. Widerstand gegen Polizisten gab es fünf im Berichtszeitraum, vier weniger als 2013.

Wo sich die akribische Spurensuche lohnt, wird nach Abdrücken gesucht - Foto: JPH/Archiv

Wo sich die akribische Spurensuche lohnt, wird nach Abdrücken gesucht – Foto: JPH/Archiv

Der Stalkinganteil ist nach wie vor gleichbleibend mit sieben Taten (-1).
Die häusliche Gewalt beträgt absolut 146 Fälle, wovon 30 auf Sehnde entfallen (+4). „Damit setzt sich der positive Trend in Sehnde nicht fort“, so Ralf Oltmanns, „bleibt aber insgesamt auf einem niedrigen Niveau.“ Wenn auch die Bereiche Nötigung, Körperverletzung im Haus, Bedrohung, Stalking, Beleidigung und Freiheitsberaubung gegenüber der Familie zur häuslichen Gewalt zählen, bleibt die handgreifliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Folgen die Haupttat. In Sehnde waren dies 2014 elf Taten gegenüber 2013 mit 17 Angriffen.

Zunehmend verzeichnet auch die Polizei in Lehrte Vermögens- und Fälschungsdelikte, wobei es gegenüber dem Vorjahr einen deutliche Reduzierung von 935 auf 850 (-85) Fälle gab. Dabei überwiegen der Waren- und Warenkreditbetrug, der um 63 Taten von 161 auf 224 anstieg. Davon entfallen rund 75 Taten auf Sehnde. Das Schwarzfahren, amtlich „Beförderungserschleichung“ genannt, stieg von 252 auf 276 Taten an (+24) an. Die übrigen Fallzahlen befassen sich mit allen Arten von Betrügereien.

Von den 1920 (2013: 2086) ermittelten Tatverdächtigen sind 1507 (1596) Männer und 413 (490) Frauen. Dabei sind 1568 (1704) Personen in der Altersgruppe ab 21 Jahre, 183 (189) waren Heranwachsende (18 – 21 Jahre), 136 (153) Jugendliche (14 – 18) und 33 (40) Kinder (bis 14). „Damit folgt auch der Bereich Lehrte-Sehnde einem Trend, nach dem die Jugendkriminalität insgesamt zurückgeht. Bei den Rohheitsdelikten und Taten gegen die Freiheit sind mehr männliche als weibliche Tatverdächtige zu verzeichnen. „Ähnliches lässt sich bei den Diebstählen erkennen“, fügt Oltmanns hinzu.

Im Bereich des Kommissariats wurden 807 (2013: 873) Personen Opfer von Straftaten – 485 (500) Männer und 322 (373) Frauen. „Dabei bedeutet ‚Opfer‘ nicht ‚Geschädigter‘, sondern körperlich Betroffener“, so Oltmanns, „also bei Verletzung von höchstpersönlichen Rechtsgüter wie körperliche Unversehrtheit und Freiheitsentzug.“

In der Wache werden Tatverdächtigen die Abdrücke dann elektronisch abgenommen - Foto: JPH

In der Wache werden Tatverdächtigen die Abdrücke dann elektronisch abgenommen – Foto: JPH

Für Sehnde und die Ortsteile ist das Gesamtaufkommen von Straftaten nahezu gleich geblieben, also 2013 mit 1279 Fällen stehen jetzt 1267 (-12) gegenüber. „Im Fünfjahresvergleich befindet sich Sehnde damit im Durchschnitt der Region“, stellt Oltmanns fest. Von dieser Gesamtzahl wurden 839 Taten in der Polizeistation Sehnde bearbeitet, mit einer Aufklärungsquote von erfreulichen 71, 9 Prozent. Dies spricht für eine ortsnahe Arbeit. Die Diebstahlskriminalität nahm im Vergleich zu 2013 in Sehnde um 96 Taten ab. Damit hat der Diebstahl für Sehnde einen Anteil von 33 Prozent an allen Kriminaldelikten.

Erstaunlich, dass sich auch die Zahlen bei den „Wohnungs- und Hauseinbrüchen“ reduzierte. Hatte sich das Deliktsfeld 2012 noch verdoppelt, so lag es 2013 mit 74 Fällen im Landestrend. Für 2014 setzte sich das nicht fort und so schlagen „lediglich“ 56 Fälle (-18), oder 24,32 Prozent weniger, im Jahr zu Buche. Auch bei den Diebstählen von Kraftfahrzeugen ging die Zahl um vier auf acht zurück. Die Aufklärungsquote lag bei 22.3 Prozent.

Nachdem es in Sehnde 2013 einen signifikanten Anstieg von Fahrraddiebstählen gegeben hatte (103 Taten), reagierte die Polizei hier mit „Sondermaßnahmen“. Dabei gelang der Polizei die Ermittlung einer Gruppe von Tatverdächtigen und ihrer Absatzwege. So fiel die Zahl 2014 wieder auf 56 Diebstähle, was einer Reduktion von 43,7 Prozent, also fast einer Halbierung, entspricht. Auch bei den Rohheitsdelikten sank die Zahl leicht auf 251 (-11). Die Aufklärungsquote beträgt 94 Prozent!

Mit 157 Vermögens- und Fälschungsdelikten kam Sehnde 2014 in die Statistik, was fast genau dem Vorjahr (-1) entspricht. Auch hier kann die Polizei ein Aufklärungsquote von fast 79 Prozent melden. Insgesamt bleibt festzustellen, dass sich die Zahlen in Sehnde leicht erhöht haben, aber immer maximal im Landesstrend, und im Übrigen deutlich unter denen von anderen Bereichen liegen.

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