Neujahrsfrühschoppen der CDU Sehnde-Süd

2. Februar 2015 @

Zu ihrem diesjährigen Neujahrsempfang hatte die CDU Sehnde-Süd unter ihrem Vorsitzenden Werner Anders wieder ins Gasthaus Erfurth in Müllingen eingeladen. Neben dem zünftigen Frühstück gab es auch wieder einen hochrangigen Vortrag durch Axel Brockmann, ehemaliger Kandidat der Partei als Regionspräsident und nun Referent im Innenministerium – zuständig dort für Kriminalitätsbekämpfung, inklusive des Bereiches Prävention. Brockmann sprach rund 60 Minuten zu den mehr als 50 Besuchern, dann gab es das hervorragende Frühstück aus der Gasthof-Küche.

Axel Brockmann (stehend) hielt einen informativen Vortrag zur Kriminalität - Foto: JPH

Axel Brockmann (stehend) hielt einen informativen Vortrag zur Kriminalität – Foto: JPH

Es war der Tag der Sehnder CDU-Süd, der traditionsgemäß Anfang des Jahres als Neujahrsfrühschoppen im Gasthaus Erfurth stattfindet. Dazu hatte der Vorsitzende der CDU Süd, Werner Andres, wieder einmal einen ranghohen und kompetenten Referenten gewinnen können: Axel Brockmann. Er war Gegenkandidat von Regionspräsident Hauke Jagau, der die Wahl gegen den ehemaligen Polizeipräsidenten und heutigen Referenten im Innenministerium nur knapp gewonnen hatte. Brockmann sprach an diesem Morgen zum Thema „Aktuelle Kriminalitätsentwicklung“.

In einem Grußwort an die Anwesenden sprach der Sehnder Bürgermeister drei wichtige Themen der Stadt für 2015 an. Erstens steht die Unterbringung der zugewiesenen Asylbewerber an. Für sie reiche der Wohnraum nicht mehr und man prüfe Alternativen, wie etwa den Aufbau von Containern auf dem Schützenplatz. Zweitens stehe die Wahl zu Seniorenbeirat an, für die sich Kandidaten melden sollten und die Wähler unbedingt vom Stimmrecht Gebrauch machen. Drittens ging es um die Kommunalwahl 2016, für die man die Kandidaten rechtzeitig auswählen und bekanntmachen müsse.

Danach begann Brockmann seinen Vortrag zum Thema des Tages. „Ich will Sie nicht mit vielen Zahlen langweilen“, begann er seinen Vortrag. „Und ich beziehe mich dabei auf die Kriminalstatistik 2013, denn die aktuelle wird zur zeit erst erarbeitet.“ Natürlich war das Thema zu komplex als dass man es in Gänze betrachten könne in der Kürze der Zeit. So griff Brockmann nur einige Schwerpunktbereiche heraus, die er an diesem Morgen abhandelte. Er begann mit der Kriminalitätsentwicklung in Niedersachsen, die eine Straftatenzahl von 550 000 ohne Verkehrsdelikte anzeigt. „Das ist die niedrigste Fallzahl seit 1990“, betonte er. „1993 waren es etwa 100 000 mehr.“ Aber aussagekräftiger, so der Referent, sei die sogenannte Häufigkeitszahl. Sie setzt die Anzahl der Straftaten in Relation zu jeweils 100 000 Einwohner. Die habe 1993 bei 8500 gelegen, 2013 aber nur bei 7000. Unbeantwortet blieb in diesem Zusammenhang die Frage, ob weniger „amtliche“ Anzeigen eingingen, weil die Polizei ständig abgebaut wird, und die Bevölkerung beispielsweise Fahrraddiebstähle nur noch dann anzeigt, wenn es für die Versicherung erforderlich ist.

Nachdem alle fragen beantwortet waren, gab es das rustikale Frühstück - Foto: JPH

Nachdem alle Fragen beantwortet waren, gab es das rustikale Frühstück – Foto: JPH

Die Einbruchsdelikte, die die Bevölkerung vermehrt in Unruhe versetzen, haben nach den Worten von Brockmann „ein geringes Täterrisiko“. Die Aufklärungsquote liegt lediglich bei rund 25 Prozent – und damit kann man wohl kaum von Abschreckung sprechen. Zudem sei es der Bevölkerung kaum zu vermitteln, dass man Einbrecher nach der Personalienfeststellung seitens der Strafverfolgungsbehörden wieder laufen lasse – bis zur Verhandlung oder der nächsten Festnahme. Nach einer Befragung in Niedersachsen im Jahr 2013 sind rund 30 Prozent der Bevölkerung 2012 Opfer einer Straftat geworden. Dabei wurde die Computerkriminalität am häufigsten genannt. Besonders erstaunte die Zuhörer, dass jüngere Menschen mit bis zu 50 Prozent als Opfer in dieser Statistik zu Buche schlugen, Senioren von über 80 Jahren aber nur mit 10 Prozent. Ein Erklärungsversuch Brockmanns ergab, dass sich Delikte wie Körperverletzungen und Alkoholdelikte eher in jüngeren Jahren ereigneten. Einen Sonderbereich stellt dabei das subjektive Sicherheitsgefühl in öffentlichen Verkehrsmitteln dar. „20 Prozent der Befragten nutzen aus Angst den ÖPNV nachts nicht. Sicherer würden sie sich fühlen wenn es überall reichlich Licht gäbe, ein Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmittel und eine Videoüberwachung“, so Brockmann. Genau dagegen wendet sich allerdings der Datenschutzbeauftragte des Landes.

Auch auf staatsbedrohenden Bereichen, wie die Organisierte Kriminalität (OK), ging er ein. Darunter summiert sich nicht nur die Mafia, sondern auch Gruppierungen wie die Hells Angels, Clans und Drogenkartelle. 67 Verfahren gab es 2013 in Niedersachsen, wobei die Ermittlungen sehr aufwendig und langwierig sind. Zudem gebe es im Land etwa 350 Salafisten und zirka 40 Ausreisewillige in Kampfgebiete.
Erstaunlich sei außerdem die Zunahme von Indoor-Plantagen für Drogen, die man aufdecke.

Präventiv, so Brockmann zum Abschluss, lohne es sich, sein Haus oder seine Wohnung mit besserem Einbruchsschutz zu versehen und die wachsame Nachbarschaft zu aktivieren. Bei Gewaltdelikten hieße die Devise: „Nicht wegsehen, Zivilcourage zeigen und die Polizei rufen.“

Auch für 2016 hat Werner Anders wieder einen Neujahrsfrühschoppen angekündigt.

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