Neuer Bahnhofskümmerer hat Arbeit aufgenommen

14. Februar 2015 @

Einige Zeit war sie vakant, nun ist sie seit dem 12. Januar 2015 wieder besetzt: Die Stelle des Bahnhofkümmerers. Die Stelle ist vakant geworden, weil den Nachfolger von Rüdiger Feldner, der zum Bauhof in Festanstellung wechselte, dort nur für eineinhalb Monate arbeiten wollte. Nun wird wieder für Ordnung und Sauberkeit durch Herbert Friedenberger rund um den Bahnhof gesorgt.

Herbert Friedenberger ist der neue Bahnhofskümmerer von Sehnde - Foto: JPH

Herbert Friedenberger ist der neue Bahnhofskümmerer von Sehnde – Foto: JPH

„Es war wie Weihnachten“, erzählt Herbert Friedenberger (50), „als ich den Anruf der Stadtverwaltung mit dem Jobangebot erhielt – obwohl es erst November war.“ Und wer ihn erlebt, der glaubt dem gelernten Vulkaniseur aufs Wort. Denn viel hat er nach seinem Arbeitsunfall nach zehn Jahren als Vulkaniseur schon unternommen, um wieder Arbeit zu bekommen: Umschulung zum technischen Zeichner CAD, acht Jahre im Landschaftsbau, 400- und Ein-Euro Jobs und im Jahr 2014 rund 60 Gespräche, „aber als Schwerbehinderter haben sie kaum Chancen“. Auch auf die für zweieinhalb Jahre durch die Region eingerichtete Stelle hatte er sich im September 2014 beworben, war aber nur zweiter Sieger. Doch dann kam der Anruf aus Sehnde und man fragte den Burgdorfer, ob er noch Interesse habe.

Sofort habe er zugesagt, auch wenn die Stelle zunächst nur noch bis Ende 2015 läuft. „Wir rechnen damit, dass die Region zu etwa gleichen Konditionen eine Fortführung vornimmt. Dann wird der Rat entscheiden. Das Programm hat sich aus unserer Sicht bewährt“, so der zuständige Fachbereichsleiter Godehard Kraft. Denn die Arbeit des „Kümmerers“, für die die Bahn die Geräte stellt, hat vieles am Bahnhof und auch am Busbahnhof verbessert. „Es gibt einen deutlichen Rückgang von Vandalismus und Unrat am Bahnhof“, stellt Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke fest. „Auch die Information von Reisenden, die Funktion des Fahrstuhles und die Funktionszeiten der Fahrkartenautomaten haben sich verbessert. Wenn mal der Kümmerer fehlt, fragt die Bevölkerung oft nach“, fügt er hinzu.

Friedenberger gehört zum Baubetriebshof - Foto: JPH

Friedenberger gehört zum Baubetriebshof – Foto: JPH

„Ich kenne die Fahrgäste schon“, erzählt Friedenberger. „Ich weiß beispielsweise, wann jemand für den Fahrstuhl kommt und prüfe dann rechtzeitig – und veranlasse die umgehende Reparatur. Sonst kommen die Leute im Rollstuhl ja nicht vom Bahnsteig.“ Er beginnt morgens um acht Uhr seine Runde am Bahnhof, geht zur Skater-Bahn, die B 65 zum Busbahnhof und dann wieder zum Bahnhof. So dreht er mehrere Runden pro Tag mit seinem Auto vom Bauhof. „Dafür habe ich extra den Führerschein gemacht“, sagt er, der bis dahin nie ein Auto gefahren hat. „Seitdem am Busbahnhof sauber gemacht wird, wird da auch weniger hingeworfen“, berichtet er von seinen Erfahrungen. „Wo etwas liegt, kommt etwas dazu – so einfach ist das.“ Diesen Bereich säubert und kontrolliert er nach Abfahrt der Schüler das letzte Mal am Tag, dann ist für morgens alles ok. Auch mit dem Stempelautomaten für Fahrkarten hat er schon Erfahrungen gesammelt, die er den Reisenden gern weitergibt: „Die Streifen vom Kiosk sind breiter. Da muss man oft die Seite einknicken, damit der Automat funktioniert.“ Die Sehnder Bürger sind froh, dass es im Umfeld des Bahnhofs wieder vernünftig aussieht und man sich dort nicht unwohl fühlt – dem neuen „Kümmerer“ sei Dank.

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