Natursäubern in Bilm und Wassel

29. März 2016 @

SEHNDE-NEWS. Viele freiwillige Helfer waren in der Woche vor Ostern in den Gemarkungen Bilm und Wassel wieder von 9 bis 12 Uhr unterwegs, um die Natur von den Hinterlassenschaften der illegalen Müllentsorger zu reinigen. Dabei wurde durch die fleißigen Sammler ein großer Container auf dem Schützenplatz in Bilm gut gefüllt.

Hendrik Peters und Matthias Köhler werfen den Kicker in den Container - Foto: JPH

Hendrik Peters und Matthias Köhler werfen den Kicker in den Container – Foto: JPH

In der Ortschaft Bilm hatten der Ortsrat, die Jagdgesellschaft und die Feuerwehr die Bürger dazu aufgerufen, sich an der Reinigung auch dieses Jahr wieder zu beteiligen. Ralf Köhler, Jagdpächter und Mitorganisator der Aktion, ist gemeinsam mit drei Pächtern seit rund 20 Jahren in dieser Art gelebtem Naturschutz tätig. „Wir haben in den zurückliegenden Jahren festgestellt, dass die Menge des Mülls weniger geworden ist“, sagt Köhler. „Das liegt sicher auch daran, dass die Wertstoffhöfe in der Region kostenlos sind.“ Dem pflichtet auch Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer bei: „Die vielen Elektrogeräte, die wir früher fanden, sind nahezu verschwunden aus der Natur. Auch Öl und Fernseher finden wir glücklicherweise kaum noch.“

Dafür fanden die 45 Bilmer Sammler heute viele Verpackungen einer Schnellimbiss-Kette an der Kreisstraße, eine große Menge Dachpappe in Richtung Wassel und in Richtung Ahlten neben Dachplatten ein Tischfußballspiel – funktionsfähig. „Aus der Feldmark in Richtung Ahlten haben wir einen ganzen Treckeranhänger voll abgefahren“, so Ostermeyer. „In Richtung Höver“, so Kathrin Ortelt und Kerstin Sensen, „haben wir viele Zigaretten, Kaffeebecher, Tetra-Packs, Wodka- und Jägermeisterflaschen gefunden.“ Nach getaner Arbeit wurden bei einem von der Jägerschaft bereitgestellten Imbiss im Feuerwehrhaus noch die Sammelerlebnisse ausgetauscht – sogar Fotos waren gefunden worden.

Die Wasseler Sammler waren dieses Jahr besonders zahlreich - Foto: JPH

Die Wasseler Sammler waren dieses Jahr besonders zahlreich – Foto: JPH

In Wassel zogen zum gleichen Zeitpunkt 47 Personen in fünf Gruppen ebenfalls in die Natur, um den Müll einzusammeln. Mit zwei Trecker und einem Unimog wurden die Hinterlassenschaften eingebracht und nach Bilm in den Container transportiert. „Dieses Jahr sind wir mehr Sammler als je zuvor“, sagt Ortsbürgermeisterin Almuth Gellermann, die mit weiteren Bürgern die Imbiss-Station in der Wasseler Feuerwache betreibt. „Mit dabei sind wieder die Feuerwehr mit der Kinder- und Jugendabteilung und der Natur-Kultur-Pfad Wassel. Zudem erfreulich viele Bürger.“

Dabei kennen sich viele Gruppen schon und gehen gemeinsam jedes Jahr wieder auf der gleichen Route ins Umland. „Dieses Jahr haben wir Unterwäsche, einen Bikini, rund 60 kleine Schnapsflaschen und zerbrochene Glasscheiben gefunden“, erzählen die Sammler, „und einen fünf Euro Schein.“ Auch Farbe wurde in der Natur abgeladen und viele gelbe Säcke mit „gebrauchten“ Pampers drin.

Natürlich haben beide Sammelbereiche auch wieder viele Autoreifen aller Größen in den Container bringen müssen – und sogar eine komplette Stahlspüle. Nun ist die Gemarkung um Bilm und Wassel wieder sauber – doch leider wohl nur bis zum nächsten Jahr. Schön wäre es ja, wenn solche Aktionen irgendwann einmal überflüssig würden.

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