Nach 41 Jahren: Ralf Neumann geht in den Ruhestand

25. August 2015 @

Gestern hatte er seinen letzten Arbeitstag in der Stadtverwaltung, heute geht er in den selbstgewählten Ruhestand: der städtische Oberrat Ralf Neumann. 1975 wählte er die Stadt Sehnde als Arbeitgeber, jetzt wählte er von dort den Ruhestand. Kaum ein anderer Mitarbeiter hat derart konstant seinen Weg in der Verwaltung absolviert und so viele Entwicklungen begleitet, wie der Fachbereichsleiter Bürgerservice.

Kurz vor der Pensionierung sichtet Ralf Neumann noch einmal Dinge die ihn auf seinem Weg begelietet haben - Foto: JPH

Kurz vor der Pensionierung sichtet Ralf Neumann noch einmal Dinge, die ihn auf seinem Weg begleitet haben – Foto: JPH

Ralf Neumann, am 3. Oktober 1953 in Klein Bülten geboren, besuchte zunächst die Realschule, trat dann im August 1969 als Angestellter beim Finanzamt Peine ins Berufsleben ein. „Ich musste damals drei Monate als Angestellter arbeiten, weil ich noch keine 16 Jahre alt war“, erzählt Neumann. „Erst mit 16 durfte man in die Laufbahn der Beamten eintreten.“ So wurde er im November desselben Jahres Steueranwärter im mittleren Dienst und im Mai 1971 Steuerassistent zur Anstellung. Bis zum 31. Dezember 1972 arbeitete er beim Finanzamt, bevor er am 1. Januar 1973 als Zeitsoldat für zwei Jahre in die Bundeswehr beim Versorgungskommando in Bielefeld eintrat. Damit gehört er, nebenbei bemerkt, zu den Menschen, die bestätigen können, dass es Bielefeld doch gibt.

Nach seinem Dienstzeitende am 31. Dezember 1974 kehrte er am 1. März in die Verwaltung zurück und unterschrieb einen Arbeitsvertrag bei der Stadt Sehnde. Dies beinhaltete die Zulassung zur „einheitlichen Laufbahn“ und er nahm am Vorbereitungsdienst bis zum 30. Juni 1977 daran teil. Dann erledigte er die Verwaltungsprüfung I für die einheitliche Laufbahn am 13. Und 14.September 1977 mit dem Ergebnis „Gut“. Für den gehobenen Dienst qualifizierte er sich dann mit einer Prüfung am 19. März 1980 mit gleichem Ergebnis, woraufhin er in Sehnde am 9. Mai 1980 zum Gemeindeinspektor zur Anstellung ernannt wurde. Ein Jahr später, im August 1981, wurde er Beamter auf Lebenszeit und stieg danach zum Gemeindeoberinspektor (April 83), zum Gemeindeamtmann (Januar 89), Gemeindeamtsrat (Mai 94) und Stadtoberamtsrat (Oktober 05) auf. Im Oktober 2012 erfolgte die letzte Beförderung zum Städtischen Oberrat. Mit dieser Stufe verlässt er nun auf einen Wunsch im Alter von 62 Jahren und zwei Monaten die Stadtverwaltung. „Ich habe viel Dynamik und Glück gehabt während meiner Dienstzeit“, so stellt Neumann fest. „Und vor allem auch das Vertrauen meiner Mitarbeiter und Vorgesetzten.“

Neumann folgte auch hochkonzentriert noch seiner letzten Ratssitzung am 22. Juli - Foto: JPH

Neumann folgte noch auch hochkonzentriert „seiner“ letzten Ratssitzung am 22. Juli – Foto: JPH

In seiner Zeit bei der Stadtverwaltung hat er so ziemlich überall gearbeitet: Er war in der Steuerabteilung (1975–76 und 1977-79), im Hauptamt (76), in der Gemeindekasse (80–81), Leiter der Schul- und Kulturabteilung (81-93), Amtsleiter Schul- und Umweltamt (93) und dann Leiter des neugebildeten Schul- und Sozialamtes (02). Schließlich übernahm er nach der Verwaltungsneuorganisation die Leitung des Fachbereiches Bürgerservice, die er bis gestern ausübte.

Viele Bereiche hat er bearbeitet oder begleitet: Die Städtepartnerschaft mit Binz, die Stadtrechtrechteverleihung und 850 Jahre Sehnde, die Bädersanierungen, die Einführung der KGS-Oberstufe und die Ganztagsschulen, aktuell die Asylproblematik und die Erarbeitung des neuen Feuerwehrbedarfsplans. Zeitweise hat er die ganz dicken Bretter gebohrt und zahlreiche Argumentationsschlachten geschlagen. Doch damit ist nun Schluss, denn es geht ins Privatleben.

Neumann wird mit seiner Frau in Sehnde wohnen bleiben und sich nun vor allem mit seinen Hobbies, Sport, Computertechnik und –programmieren beschäftigen, bis ihm seine Frau in absehbarer Zeit in Rente folgen wird. Nun sollen auch Kontakte und Freundschaften wieder mehr Raum bekommen, „ohne das ich das ‚Chillen‘ und Lesen darüber vergessen will“, so sagt er. „Natürlich werde ich die Menschen aus dem Mitarbeiterkreis vermissen, die Gespräche und Diskussionen mit ihnen – aber bestimmt nicht den Terminkalender. Und täglich zu Besuch ins Rathaus kommen werde ich auch nicht.“ Wer ihn näher kennt, ist sich sicher, er wird den neuen Lebensabschnitt ebenso konsequent angehen, wie er seine Aufgaben in der Stadtverwaltung erledigt hat.

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