Modernstes Equipment für die Bolzumer Feuerwehr

28. November 2016 @

Die Ortsfeuerwehr Bolzum hatte am Sonnabend um 14 Uhr großen Grund zur Freude. Nach nunmehr 30 Jahren ist eine neue Ära des Löschwesen im Sehnder Ortsteil angebrochen. Der alte VW Crafter, Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 1986, ist in den Ruhestand versetzt worden. Am Nachmittag bekam die Ortswehr aus der Hand des Sehnder Bürgermeisters in Anwesenheit von Mitgliedern aus Rat und Verwaltung sowie der Feuerwehr ein top-modernes „Mittleres Löschfahrzeug“, das nunmehr ein sogenanntes Staffelfahrzeug ist.

Unter den AUgen von Detlef Hilgert und JochenKöpfer (v.li.) übergibt Bürgermeisters Carl Jürgen Lehrke den Fahrzeugschlüssel an Gerald Lehrke (v.re.) - Foto: JPH

Unter den Augen von Detlef Hilgert und Jochen Köpfer (v.li.) übergibt Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke den Fahrzeugschlüssel an Gerald Lehrke (v.re.) – Foto: JPH

Das alte Fahrzeug trat seinen Dienst am 18. Juni 1986 an und blickt auf eine Fahrleistung von rund 40 000 Kilometern zurück. Aber kurzfristig soll es nicht in den Ruhestand, denn die Stadt Sehnde plant, es zu versteigern.

Das neue Fahrzeug, ein Quantensprung der Löschtechnik für die Ortswehr, wurde vom Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Politik und Verwaltung, dem Ehrenbürger Alfred Lerch, dem stellvertretenden Regionsbrandmeister Detlef Hilgert und dem Stadtbrandmeister Jochen Köpfer sowie vielen Feuerwehrvertretern aus den übrigen Ortsteilen an den Ortsbrandmeister Gerald Lehrke übergeben. Vor dem Feuerwehrhaus waren nicht nur das neue Fahrzeug aufgefahren , auch der Oldie und das neue Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 2014 standen Seite an Seite mit dem Neuling.

Im neuen Design präsentiert sich das MLF - Foto: JPH

Im neuen Design präsentiert sich das MLF – Foto: JPH

„Für 123 000 Mark war damals das alte Fahrzeug beschafft worden“, so Bürgermeister Lehrke bei der Übergabe. „Mit 176 000 ist das neue nicht viel teurer –   außer, dass wir jetzt mit Euro zahlen. Und der Preis ist dabei ohne Ausrüstung zu verstehen, denn die wird weitgehend vom Vorgänger übernommen.“ Bereits 2013 war vom Rat die Beschaffung beschlossen worden, doch dann noch einmal wegen der Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplanes verschoben worden. 2014 ist der Nachfolger dann in Auftrag gegeben worden bei der Firma Ziegler. „Ich möchte mich hier auch mal beim Gerätewart bedanken, der die alte Feuerwehr so gut gepflegt hat, dass sie heute noch einsatzbereit ist. Für das neue Fahrzeug wünsche ich viel Glück, eine gute Ausbildung an der Fahrzeugtechnik und stets eine gute Heimkehr von Übungen und Einsätzen“, so Lehrke.

Die Ortsbürgermeisterin Dr. Silke Lesemann gratulierte der Ortsfeuerwehr zu der neuen Ausrüstung und dankte im Namen der Bürger für den Einsatz der Feuerwehrleute. Zudem gab es einen Scheck für die Zusatzausrüstung des Fahrzeugs. Auch Stadtbrandmeister Jochen Köpfer bestätigte den großen Techniksprung und wies darauf hin, dass die Bolzumer nun das erste Fahrzeug der Stadt im neuen Design haben.

Das Kernstück des MLF: der Fahrstand des Maschinisten mit der selbstfahrenden Pumpe - Foto: JPH

Das Kernstück des MLF: der Fahrstand des Maschinisten mit der selbststeuernden Pumpe – Foto: JPH

Ortsbrandmeister Gerald Lehrke nannte zunächst Zahlen zu seinem Oldtimer, fügte dann aber hinzu: „Ich kann sagen, dass wir hier nun unser Traumauto haben. Die geringere Besatzung wird komplett durch optimierte Technik ausgeglichen.“ Und das wirkt sich auf die erforderliche Tagesdienststärke aus. Damit das Fahrzeug zukünftig in den Einsatz fahren kann, haben fünf Kameraden bereits den Führerschein C erworben, drei weitere sind in der Ausbildung.

Die neue Technik ist tatsächlich beeindruckend. Aufgebaut wurde das „Mittlere Löschfahrzeug“ MLF auf einem MAN TGL 8.180, mit Automatikgetriebe und 180 PS sowie 8,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse und langem Radstand mit einer Staffelkabine. Von nun an rückt die Feuerwehr Bolzum mit einem Wassertank von 1000 Litern  aus, der einen sofortigen Löschangriff ermöglicht.

Auch ein Stromgenerator ist an Bord - Foto: JPH

Auch ein Stromgenerator ist an Bord – Foto: JPH

Die verringerte Besatzungsstärke wird durch die Automatisierung im einsatztaktischen Sinne mehr als aufgeholt. In den „Tiefzügen“ der Geräteräume sind die Tragkraftspritze und ein Stromgenerator untergebracht. Im Heck befindet sich der Pumpenstand; von diesem kann der Maschinist alle wichtigen Instrumente eigenständig bedienen, die Pumpe arbeitet nach seinen Einstellungen  vollautomatisch, so dass sich der Maschinist dann um den Hydrantenanschluss kümmern kann, damit der Tank wieder aufgefüllt wird. Die leistungsstarke Pumpe mit 1000 Litern Förderleistung pro Minute steuert sich dabei in weitem Bereich selbstständig. Ein Lichtmast mit vier LED Scheinwerfern, eine neuartige Verkehrswarneinrichtung und eine Desinfektionsstation runden die Ausrüstung des „neuen Bolzumers“ ab.

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