Minister Olaf Lies besucht Baustellen in Rethmar und Bolzum

13. Oktober 2017 @

Die vielbefahrene B 65 bereitet den Bürgern von Rethmar Sorgen. Deshalb ist der niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister  Olaf Lies, auch stellvertretender SPD-Vorsitzender, auf Einladung der Landtagsabgeordneten Dr. Silke Lesemann nach Rethmar und Bolzum gekommen, um sich über die beiden Verkehrsprojekte vor Ort zu informieren und den Bürgern in Rethmar Rede und Antwort zu stehen.

In Rethmar an der B 65 sprachen Lies und Lesemann (2.u.3.v.re.) mit den Bürgern und dem Ortsbürgermeister – Foto: JPH

Olaf Lies, der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende und Minister für Wirtschaft und Verkehr in Niedersachsen, ist am Dienstag der Einladung der Sehnder SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Silke Lesemann gefolgt, sich über den Stand der Sanierung der Ortsdurchfahrten in Rethmar und Bolzum zu informieren. In Rethmar wird derzeit die Fahrbahn der B 65 erneuert und in Bolzum die der L 410 von Bolzum nach Wehmingen. „Ich freue mich, dass die Arbeiten voran gehen – ich habe mich jahrelang für die Sanierungen eingesetzt. Auch wenn die Bauarbeiten für die Anwohner und Anlieger gerade nervig sind, können wir uns hinterher über die neuen Straßen freuen“, sagte Lesemann in Rethmar.

Lies traf Lesemann, Rethmars Ortsbürgermeister Matthias Jäntsch, Ortsratsmitglieder und Anlieger der B 65 vor dem Dorfladen in Rethmar. Die Anlieger machen sich Sorgen, dass es zu Verzögerungen kommen könnte, denn bei den Bauarbeiten wurde vor wenigen Tagen Pflasterbestand unter dem Asphalt gefunden. Dieser Fund führt definitiv zu Mehrarbeiten, die den ganzen Zeitplan ins Rutschen bringen. Marianne Jäntsch äußerte die Befürchtung, dass die Artbeiten sich dadurch sogar bis in den Winter verzögerten und dann über die kalte Jahreszeit erst einmal eingestellt werden – und der Ort von der Außenwelt mehr oder weniger abgeschnitten bleibe. Ortsratsmitglied Klaus-Walter Digwa forderte dafür auch bei absehbarer Verzögerung einen Kantenschutz für die schon angebrachte Straßengosse, die teilweise schon durch die Lastwagen wieder beschädigt sind.

Das Pflaster wurde von den LKW und den Baggerarbeiten freigelegt – Foto: JPH

Ortsbürgermeister Matthias Jäntsch äußerte Unverständnis dafür, dass die Pflasterüberreste nicht bei den angeblich umfangreichen Sondierungsmaßnahmen bemerkt wurden und regte an, die untersuchende Firma und ihre Arbeit genau zu prüfen – und gegebenenfalls verantwortlich zu machen. „Für uns ist es wichtig, dass die Arbeiten ordentlich und zügig beendet werden – trotz des Fundes.“

Lies versprach, dem Ortsrat bis zu seiner Sitzung am Donnerstag eine Antwort auf diese Frage zu liefern. Sollte es zu Komplikationen bei der weiteren Ausführung kommen, müsse dies den Anwohnern detailliert erläutert werden, versprach der SPD-Politiker.

Sorgen bereitet den Anwohnern auch der Verkehrsbelastung: Marianne Jäntsch berichtete dem Minister, das die Lastwagen sonntags schon vor 22 Uhr starteten und die Strecke bis Bad Nenndorf oder Peine vor dieser Zeit zurücklegten, um dann ab 22 Uhr dort auf die A 2 zu fahren. Außerdem wäre die B 65 eine beliebte „Mautvermeidungsstrecke“. „Das wäre eine zusätzliche Belastung, das geht gar nicht“, so Lies. Man müsse sich Datenbeschaffen und dazu ein Verkehrsmessgerät an der Straße aufstellen. Dieses würde registrieren, welche Fahrzeuge die Ortschaft passieren und mit welcher Geschwindigkeit. Damit könne man dann mit belastbareren Daten weitere Maßnahmen planen.

Ein Wunsch der Anwohner ist es auch, die Geschwindigkeit im Ort nachts auf 30 Kilometer pro Stunde zu begrenzen. Doch da es sich um eine Bundestraße handele, sehe er dafür derzeit „keine reelle Chance“, meinte der Minister. Er stellte aber in Aussicht, dass die Ortschaft in das Modellprojekt Tempo 30 der Landesregierung aufgenommen werden könnte.  Dieser Modellversuch soll eine Laufzeit von drei Jahren haben und auf einzelnen Strecken in Kommunen unterschiedlicher Größe durchgeführt werden. Ziel des Modellprojektes ist es, Daten über die Auswirkungen von Tempo 30 innerorts auf Lärm, Luft, Sicherheit und Verkehrsfluss zu erhalten.

In Bolzum gehen die Arbeiten wie geplant voran, wie Lesemann (re.) dem Minister erläuterte – Foto: JPH

Das Thema „Ortsumgehung B 65 und deren Neubau“ verwies Lies auf einen anderen Zeitpunkt, da dies nicht Gegenstand seines aktuellen Besuches sei.

Anschließend fuhren Lies und Lesemann weiter zur zweiten Baustelle in Bolzum: Die Sanierung der Ortsdurchfahrt L 410. Hier sollen die Arbeiten bis zum 16. Oktober abgeschlossen sein. Die beiden Politiker besuchten die aktuelle Baustelle, die Abzweigung der Wehminger Straße von der August-Hennies-Straße, wo derfzeit der Asphalt abgefräst wird. Die Arbeiten hier liegen im Zeitplan, auch wenn immer wieder Autofahrer die Absperrungen mißachten und zwischen den Baumaschinen stecken bleiben. Am kommenden Wochenende werden die Arbeiten an der Kreuzung Pfingstanger-Marktstraße unter Vollsperrung vorgenommen. Ab 16. Oktober soll dann eine einspurige Verkehrsführung durch Bolzum möglich sein, während die Restarbeiten erfolgen.

Zu einem Abschlussgespräch fanden sich Lesemann und Lies dann im Dorfladen von Bolzum ein, wo sich die Geschäftsführerin Frauke Lehrke über die Grundstruktur und die Umsetzung des genossenschaftlich gefurchten Dorfladens informierte. Er regte auch an, dass sich der Dorfladen an einem Projekt der Landesregierung zur Personalverstärkung beteilige. Das mit viel ehrenamtlichen Engagement getragene Projekt „Dorfladen“ fand der Minister dabei „sehr spannend“.

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