Lohnt sich eine eigene Radaranlage für Sehnde?

7. Juli 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Ein Posten im Einnahmenhaushalt der Stadt Sehnde ist unter anderem der Ertrag aus den Geschwindigkeitsmessungen, die gemeinsam mit der Gemeinde Wennigsen wöchentlich in Sehnde vorgenommen werden. Auch wenn es die Bürger meistens nicht wahrhaben wollen, die Beträge sind dabei weitaus geringer als angenommen. Zudem bekommt die Stadtverwaltung von den zusätzlichen Messungen der Polizei und der Regionsverwaltung im Stadtgebiet keinen Anteil.

Radar 2

Mit dem Siegel wurde der Vertrag mit Wennigsen wirksam – Foto: JPH/Archiv

Zunächst muss die Stadt Sehnde für den Vertrag mit der Gemeinde Wennigsen Kosten von rund 950 Euro pro Monat aufzuwenden, damit der Messtrupp überhaupt einmal wöchentlich nach Sehnde kommt. Dann misst er an drei bis fünf Einsatzstellen, was etwa 11 000 Euro im Jahr kostet. Danach werden die beliebten Fotos von der Gemeinde Wennigsen an die Region Hannover zur Auswertung und zum Kassieren übergeben. Das beinhaltet die Mahn- und Bußgeldverfahren sowie die gerichtliche Abwicklung. Dafür behält die Region Hannover 50 Prozent der Gesamteinnahmen und leitete im Jahr 2014/2015 rund 20 000 Euro an die hiesige Stadtkasse weiter. „Im Jahr zuvor bekamen wir etwa 15 000 Euro“, so der Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke im Gespräch mit den SN. „Dafür lohnt sich keine eigene Anlage.“

Denn bei einer eigenen mobilen Anlage sind die Kosten hoch. So werden für eine derartige Messstation vom Typ Leivtec XV 3 der Gemeinde Wennigsen etwa 50 000 Euro Kaufpreis fällig. Dazu kommen Anschaffungs- und Unterhaltskosten für das Fahrzeug und die daerhaften Personalkosten für mindestens zwei Angestellte, außerdem die Wartungs-, Reparatur- und Eichkosten. „Das ist nicht rentabel zu leisten“, so der Bürgermeister.

Leivtec XV 3

Auch eine mobile Anlage ist kostspielig und unrentabel – Foto: Gem. Wennigsen

Auch eine feste Anlage, wie sie beispielweise im Zusammenhang mit der Ortsdurchfahrt von Rethmar durch die Anlieger der Bundestraße 65 gewünscht wird, wäre unwirtschaftlich. Eine stationäre Anlage kostet je nach Messverfahren zwischen 50 000 und 90 000 Euro, ohne das darin bereits Aufbau-, Strom-, Wartungs- und Eichkosten sowie Vandalismusreparaturen enthalten sind. Das gilt für jede einzelne stationäre Anlage, die in Sehnde aufgestellt würde. Zudem wird jede Anlage relativ schnell bekannt und in Ampelwarner und Software von Navis eingearbeitet, was die Einnahmen an der Messstelle weiter schrumpfen ließe. Also kann festgehalten werden, dass stationäre Anlagen selbst an einzelnen ausgewählten Stellen ebenfalls nicht rentabel arbeiten und ihre Kosten selbst tragen würden. Deshalb wird es sinnvollerweise überwachungstechnisch auch zukünftig bei dem bisherigen Kontrollverfahren mit Wennigser Personal und Gerät bleiben.

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